«Deutsches Ambiente aufrecht erhalten»

Das neue Wohnheim «Las Hualtatas Residencia Alemana» stand als Thema im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Deutsch-chilenischen Frauenwerks. Heimbewohner sowie Interessierte hatten sich am Montag, den 17. Juni, im Club Manquehue zusammengefunden, um darüber zu sprechen.

«Wichtig ist uns, dass auch im neuen Heim das deutsche Ambiente aufrecht erhalten wird», gab Reinhild von Thadden, Vorsitzende des Heims, während ihrer Begrüßungsrede, zu verstehen.

Beginn des Neubaus war der 25. Februar diesen Jahres. «Bereits ein Drittel des Rohbaus ist fertig», verkündete Roberto Klotz, Projektleiter des neuen Heims. «Und wenn alles gut geht, dann ist das Bauende für das zweite Semester des nächsten Jahres abzusehen.»

Ganze 11.800 Quadratmeter soll der neue Gebäudekomplex, der für insgesamt 100 Senioren Platz haben wird, messen. Vorbehalten sind die Zimmer für die Bewohner des Heims Manquehue des Friedrich-Karle-Pflegeheims der evangelischen Kirche. Bleiben Zimmer übrig, werden diese an die Senioren vergeben, die am längsten Mitglied des Frauenwerks sind. Geplant sei auch eine Sonnenenergieanlage, wenn diese nicht das Budget übersteige, gab Klotz zu bedenken. Ausgangspunkt für den Neubau waren neben den Heizungskosten hohe Reparaturausgaben sowie der veraltete Bau des Heimes, der nicht mehr den Bestimmungen entsprach.

Auch im Direktorium habe es innerhalb des vergangenen Jahres Veränderungen gegeben, berichtete die Vorsitzende Erika Lahres. Als neue Vizepräsidentin seien Anita Ratje, die sich zukünftig um die Buchhaltung kümmern wird, sowie Sophía Kümmerlin neu hinzugekommen. Die Mitgliederzahl des deutsch-chilenischen Frauenwerks und Wohnheims sei zudem im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen. 243 Mitglieder werden aktuell gezählt.

Und auch die Nachfrage an dauerhaften Wohnplätzen im Heim habe zugenommen. «Mit 44 Heimbewohnern werden wir bald voll besetzt sein», informierte von Thadden. Der Altersdurchschnitt der Heimbewohner liege derzeit bei durchschnittlich 85,8 Jahren. Während der Woche werden den Senioren verschiedene Aktivitäten angeboten. Neben einer Gymnastik- und Tai Chi-Gruppe finden auch Filmvorführungen, Literaturnachmittage und Diashows statt, bei denen Heimbewohner ihre Bilder von Reisen vorstellen. Das Miteinander wird besonders während der Handarbeits- und Stricknachmittage gepflegt, die immer dienstags stattfinden. «Es wird gestrickt, sich unterhalten und anschließend Kaffee getrunken», berichtet von Thadden. Die gestrickten Handarbeiten werden verschenkt oder an andere Heime verkauft.

Gegründet wurde das deutsch-chilenische Frauenwerk und Wohnheim vor 44 Jahren von Margarethe von Löbenstein, Inge von Appen, Edith Köster, Lotte Wilcke, Ruth Bobrik und Margarethe Schröder. Zum Ziel gesetzt hatten sich die Gründerinnen, Senioren ab einem Alter von 60 Jahren bei der Sicherung der Altersvorsorge zu unterstützen. Auch geht es darum, es mit Hilfe von Arbeitsgruppen älteren Menschen zu ermöglichen, neue soziale Kontakte zu knüpfen und diese zu pflegen.

Außerdem machten es sich die Gründerinnen zur Aufgabe, andere soziale Werke in Santiago und Umgebung mit der Spende von Kleidung und Lebensmitteln unter die Arme zu greifen. Da das Heim ausschließlich von Angehörigen der deutschen Kolonie gegründet wurde, ist es bis heute Voraussetzung für neue Mitglieder, der deutschen Sprache und Kultur anzugehören.

 

Von Sabrina Greifzu

Print Friendly, PDF & Email

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*