DCB-Jahresversammlung in Concepción: Medaillenvergabe zur Ehrung von Persönlichkeiten

Jedes Jahr verleiht der DCB Medaillen an Persönlichkeiten der deutsch-chilenischen Gemeinschaft, um deren besonderes Engagement und ihre Initiative zu würdigen. In diesem Jahr fanden die Ehrungen in Concepción anlässlich der 100. Jahrestagung des DCBs statt.

Von Arne Dettmann

Die deutsche Sprache und Kultur zu fördern sei das Ziel des DCBs, erklärte der Vorsitzende René Focke gleich zu Beginn und ging in seiner Rede auf zwei Männer ein, die durch ihren persönlichen Einsatz dies möglich gemacht hatten: Professor Dr. Christoph Martin war erster Vorsitzender des 1916 gegründeten Bundes und verlieh der Institution seine anfängliche Prägung. Und unter Leitung von Fernando Fonck gelang es dem DCB vor dem Zweiten Weltkrieg, den Einfluss der deutschen Reichsregierung auf die deutsch-chilenischen Institutionen zu begrenzen und letztendlich sie damit vor der Schließung zu bewahren.

Nach einem Grußwort des neuen Kultur- und Presseleiters der deutschen Botschaft, Udo Ewertz, folgte dann die Ehrung derzeitiger Persönlichkeiten, die vom Auftritt des Martin-Luther-Chores aus Concepción unter der Leitung von Verena Weil untermalt wurde.

 

Carlos-Anwandter-Medaille

Die Carlos-Anwandter-Medaille wird an Personen verliehen, die sich durch ihr besonderes Engagement um die deutsch-chilenische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Sie ging in diesem Jahr an Ricardo Hempel Holzapfel. Die Laudatio hielt Ricardo Utz in Vertretung für Werner Stehr.

DCB-Vorstandsmitglied Javier Vernier und Ricardo Hempel
DCB-Vorstandsmitglied Javier Vernier und Ricardo Hempel

Der 1932 in Valdivia geborene Ricardo Hempel besuchte dort die deutsche Schule, studierte anschließend Architektur an der Universidad de Chile und wirkte später mit beim Bau von Gebäuden der Deutschen Schule Concepción, dem Sanatorium Alemán sowie Sportverein, ebenfalls beide in der Biobio-Stadt, sowie dem Club Alemán in der Straße O´Higgins. Hempel war zudem Mitglied der Burschenschaft Araucania und Montania.

 

Arturo-Junge-Medaille

Mit der Arturo-Junge-Medaille werden besondere Verdienste in Kunst und Kultur gewürdigt. Sie ging an Alejandra Kantor Brücher, die Kulturmanagement an der Universidad Católica studiert und mehrere Jahre in Deutschland gelebt hatte. Nach ihrer Rückkehr engagierte sie sich im künstlerischen Bereich und gründete unter anderem das Programm Pequeño Municipal, das sich mit Oper-, Ballett- und Theateraufführungen an Familien und Schüler richtet, und initiierte die künstlerisch-wissenschaftlichen Veranstaltungen von Puerto de Ideas.

Dr. Ignacio Dockendorff und Alejandra Kantor
DCB-Vorstandsmitglied Dr. Ignacio Dockendorff und Alejandra Kantor

Alejandra Kantor habe Musik stets auch als ein Instrument sozialer Inklusion betrachtet, erklärte Constanza Dörr in ihrer Laudatio. Die Geehrte sagte in ihrer Dankesrede, dass sie Kunst auch als eine Suche nach Kritik und Reflexion verstehe und zudem Arturo Junge bewundere, den Gründer der Semanas Musicales de Frutillar und Namensgeber sowohl des Coro Singkreis sowie dieser Medaille.

 

Bernardo-Philippi-Medaille

Rosmarie Prim de Meissner erhielt die Bernardo-Philippi-Medaille, mit der Ausländer in den Bereichen Wissenschaft und Kunst geehrt werden. Die Laudatio hielt Sandra Muñoz.

Dr. Otto Dörr und Rosmarie Prim
Dr. Otto Dörr und Rosmarie Prim

Die 1935 in der Eiffel geborene Deutsche gründete drei Kindergärten in ländlichen Zonen und rief in der Ortschaft Copiulemu, 31 Kilometer östlich von Concepción gelegen, einen Handwerksbetrieb für Keramik- und Stickarbeiten ins Leben. «Sie hat somit Hunderten von Familien aus ihrer sozial prekären Lage geholfen», sagte Sandra Muñoz. Rosmarie Prim bedankte sich nicht zuletzt bei ihrem Ehemann, der sie stets unterstützt habe, was in einem leider immer noch machohaft geprägtem Land wie Chile sicherlich als ein Vorbild dienen könne.

 

Vicente-Pérez-Rosales-Orden

Der Journalist Ricardo Hepp Kuschel wurde mit dem Orden Vicente Pérez Rosales für sein Engagement in den Medien geehrt. Ricardo Hepp wurde 1944 in Santiago geboren, studierte Journalismus an der Universidad Católica, arbeitete beim «El Mercurio», lebte zehn Jahre lang in Kolumbien und war nach seiner Rückkehr 15 Jahre lang Chefredakteur der Zeitung «El Sur» in Concepción. Er wirkte im Ethik-Rat der Presse mit und ist derzeitiger Präsident des Medienverbands. Zudem veröffentlichte Ricardo Hepp Bücher und Essays, wie Pablo Prüssing in seiner Laudatio hervorhob.

DCB-Vorsitzender René Focke und Ricardo Hepp
DCB-Vorsitzender René Focke und Ricardo Hepp

«Der Orden ist eine große Ehre für mich, ich bin zutiefst gerührt und stolz», erklärte Hepp und bedankte sich für die Verleihung im Rahmen der 100. Jahresversammlung des DCBs.

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