Mächtig viel Kohle

Liebe Cóndor-Leser,

 

die Argentinier sind immer für eine Überraschung gut. Das mussten vor Kurzem die Spanier feststellen, als deren Erdölunternehmen, die Repsol-Tochter YPF, verstaatlicht wurde. Auch die Chilenen können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn plötzlich der Gashahn abgedreht wird und die versprochenen Versorgungslieferungen von jenseits der Anden einfach ausbleiben.

Nun ist Deutschland an der Reihe. Cóndor-Leser Rainer Dettmann staunte jedenfalls nicht schlecht, als ein Getränkehandel in Hamburg argentinische Holzkohle feil bot. Sind etwa die eigenen Vorkommen im Ruhrpott ausgegangen, dass jetzt schon aus Übersee importiert werden muss? Und noch mehr überraschte der Preis: 5,49 Euro für ein Beutel – da sind andere Anbieter durchaus billiger!

Nun lassen sich herrliche Vermutungen anstellen: Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen den eingestellten Gaslieferungen und YPF-Verstaatlichung auf der einen Seite sowie argentinischer Grillkohle auf der anderen Seite? Will Argentinien im undurchsichtigen Markt fossiler Brennstoffe seinen Reibach auch in Deutschland machen? Stammt die Holzkohle vielleicht aus einem YPF-Lager und wurde sie vielleicht mit Gas angereichert, das eigentlich für Chile bestimmt war?

Doch das sind alles gemeine Unterstellungen, die bei den Argentiniern – die als ein sehr selbstbewusstes Volk gelten – ohnehin nur kaltes Schulterzucken auslösen würden. Der Preis scheint gerechtfertigt, denn immerhin handelt es sich laut Werbeschild um «beste Qualität». Und auch unser Cóndor-Leser Rainer Dettmann ist sich jetzt ganz sicher, dass er die schönste Grillholzkohle der Welt erworben hat.

 

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

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