Handy- und Kasperl-Ampeln

Liebe Cóndor-Leser,

Eine Bodenampel für Handynutzer in Concepción
Eine Bodenampel für Handynutzer in Concepción

in Concepción gibt es seit Kurzem zwei Ampeln, die nicht hoch über den Köpfen der Fußgänger leuchten, sondern im Fußboden eingelassen sind. Denn genau dorthin blicken Handybenutzer, die mit gesenktem Kopf durch die Stadt gehen, die Augen auf das Smartphone gerichtet, mit den Fingern Nachrichten schreibend.

Unfälle – auch tödliche – sind bei diesen technologischen Schlafwandlern nicht ausgeblieben. Und eben weil die Telefonnutzer nicht mehr nach oben schauen und auf ihre Umwelt achten, zeigen nun 60 Zentimeter große Tafeln im Boden an, ob man ungestört weiterlaufen darf oder bei Rot lieber warten und den Autos die Vorfahrt lassen sollte.

Die Idee dazu kommt aus Deutschland, wo in Augsburg und Köln im vergangenen Jahr die ersten Pionier-Ampeln für Handy-Süchtige in Betrieb genommen wurden. Sie halten das für verrückt? Zur Erinnerung: «Deutschland – ein Land der Innovationen» lautet ein Slogan der Bundesregierung. Und weil Holland die Idee gut fand, übernahm es ebenfalls die Ampeln für verträumte Mobiltelefon-Abhängige.

Die Kasperl-Ampel in der Nähe der Augsburger Puppenkiste
Die Kasperl-Ampel in der Nähe der Augsburger Puppenkiste

Doch damit nicht genug, die Deutschen haben jüngst nachgelegt in Sachen Ampel-Kreationen: Seit dem 14. Juli leuchtet in Augsburg nun auch die erste Fußgängerampel mit einem gehenden Kasperl als Motiv. Das leuchtende Anlage zur Verkehrsregelung steht in der Nähe der Augsburger Puppenkiste, ein in Deutschland berühmtes Marionettentheater.

Die Stadt Augsburg hat sich bei der Regierung von Schwaben eine Ausnahmegenehmigung geholt, um den klassischen Ampelmann durch die Puppe zu ersetzen. Mit Erfolge: Als der Kasperl erstmals grün aufleuchtete, brach eine Gruppe Kinder sofort in Begeisterung aus.

Nun bleibt noch abzuwarten, bis die Kasperl-Figur auch für Handybenutzer als Bodenampel installiert wird. Aber vielleicht ist dazu gar keine Ampel nötig. Vielleicht reicht ja auch einfach ein Spiegel?

 

Herzlichst Ihr

Arne Dettmann

 

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