GROSS und klein

 Liebe Cóndor-Leser,

 

sicherlich ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass in Chile – und mittlerweile auch in Deutschland – viele Wörter durchgehend in Großbuchstaben geschrieben werden, um die Aufmerksamkeit der Leser darauf zu lenken. Meistens bei Überschriften, aber auch mitten im Artikel, um WICHTIGES im Text hervorzuheben oder eine AUSSERORDENTLICHE KERNAUSSAGE zu unterstreichen. Warum eigentlich?

Ich halte es für eine MANIE, ALLES GROSS ZU SCHREIBEN. DENN DADURCH WIRD DER TEXT SCHWERER LESBARER. Wozu haben wir im Deutschen denn Groß- und Kleinschreibung? Die Unterscheidung von Hauptwörtern und Verben sowie anderen Satzteilen ist doch gerade ein Pluspunkt und macht es für das Auge leichter, Sätze zu lesen.

Außerdem könnten wir ja irrsinnigerweise dazu übergehen, alles klein zu schreiben, um zu verdeutlichen, dass es unwichtig ist. somit ergäben sich sätze, die total flach daher kommen, wenn sie von bratpfannen, rasenmähern, geschenkpapier und weichspüler handeln. dagegen würden wir das GANZ BESONDERE TOTAL GROSS SCHREIBEN UND VIELLEICHT SOGAR NOCH FETTEN, DAMIT ES AUCH WIRKLICH ALLE MITKRIEGEN. UND DANN NOCH DREI !!! HINTERHER, DAS GIBT EINEN ORDENTLICHEN KNALLTEFFEKT.

Tja, bei so viel Effekthascherei wird aus einem Floh dann ein FLOH. Das macht ihn allerdings auch nicht viel größer. Und selbst der WELTUNTERGANG wird nicht bedrohlicher, wenn man ihn in Großbuchstaben schreibt. Es handelt sich schließlich doch nur um den Weltuntergang, oder?

 

Herzlichst Ihr

 

Arne Dettmann

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