Die Robert-Langdon-Trilogie

Von Walter Krumbach

Die Hauptfigur der Trilogie, der Symbologe der Harvard-Universität Robert Langdon (Tom Hanks), verwickelt sich in den drei Filmen ungewollt in die Machenschaften geheimer Organisationen. Sein Wissen über Zeichen und Symbole erlaubt ihm, Zusammenhänge zu knüpfen und Verborgenes aufzudecken. Dabei kommt Hochinteressantes, aber auch an den Haaren Herbeigezogenes heraus, wie zum Beispiel im ersten Film, dem «Da-Vinci-Code», wo Langdon zur Erkenntnis kommt, dass Maria Magdalena Jesus Christus‘ Ehefrau war und sie eine gemeinsame Tochter hatten.

Freilich wurden die geschichtlichen Fakten, auf denen die Filme fußen, seriös recherchiert, wie Regisseur Ron Howard in einem beigefügten Interview versichert. Der Zuschauer erfährt viel über geheime Brüderschaften wie die Illuminati, die Gralsritter oder den Opus Dei. Dan Browns Romanvorlagen, die von katholischer und anglikanischer Seite als Häresie, Ketzerei, «historischer Unsinn» und als «ein Haufen Quatsch» (Alec Knight, Dekan der anglikanischen Kathedrale) abgetan wurden, garantieren Spannung. Zudem wurde an ausgesuchten Originalschauplätzen wie Venedig, Florenz, dem Petersplatz in Rom, Istanbul und vielen anderen gedreht. Im zweiten Film wohnt der Zuschauer einer Papstwahl (Konklave) in einer für die Produktion eigens aufwändig nachgebauten Sixtinischen Kapelle bei.

Nun sind die drei Filme im praktischen Pappschuber zum Sonderpreis erschienen. Die von Salvatore Toninos Kamera eingefangenen historischen Schauplätze werden auf der Blu-ray prächtig wiedergegeben. Andere, wie die Sixtinische Kapelle, konnten eigens für den Dreh präzise nachgebildet werden. Die Darsteller des Camerlengo, der Kardinäle und der Päpstlichen Schweizergarde erhielten sorgfältig geschneiderte Kostüme, und die Bemühung um Echtheit ging so weit, dass die Schweizergardisten unter sich waschechtes Schwyzerdütsch sprechen.

Die zahlreichen Extras übermitteln viel Information über Symbolismus in der Geschichte, besonders in Bezug auf die Katholische Kirche. Der Zuschauer erfährt in «Visionen der Hölle», wie Dante Alighieris Inferno in Filmbilder umgesetzt wurde, und «‘Inferno‘ rund um die Welt» veranschaulicht die Zusammenarbeit des international zusammengewürfelten Schauspielerensembles. Nicht besonders glaubwürdig ist dabei, wie der Regisseur seine Darsteller und diese sich gegenseitig überschwänglich loben. War das nötig, fragt man sich, wo man doch weiß, dass in diesem Gewerbe das Konkurrenzdenken ausgeprägt ist wie kaum woanders.

Trotzdem hat man seinen Spaß an den drei Filmwerken. Es mag sein, dass dem Zuschauer etliches vorgeflunkert wird, aber niveauvoll, unterhaltsam und spannungsreich ist es trotzdem.

 

«The Da Vinci Code – Sakrileg», «Illuminati», «Inferno», USA, 2006-2016. Regie: Ron Howard. Produktion: John Calley, Brian Grazer. Drehbuch: Akiva Goldsman, David Koepp. Musik: Hans Zimmer. Kamera: Salvatore Totino. Schnitt: Daniel P. Hanley. Mit: Tom Hanks, Audrey Tautou, Paul Bettany, Jürgen Prochnow, Ewan McGregor, Ayelet Zurrer, Armin Müller-Stahl, Felicity Jones, Sidse Babett Knudsen. Spieldauer: 423 Min.

Bild                 ****                                                                          
Ton                 ****
Darbietung   ****
Extras            ***

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