«Bohemian Rhapsody» von Bryan Singer

Blu-Ray-Report
«Bohemian Rhapsody» von Bryan Singer

Von Walter Krumbach

Als am 24. November 1991 der Sänger und Komponist Freddie Mercury an den Folgen seiner Aids-Erkrankung 45-jährig verstarb, war er bereits eine Legende. Seine phänomenale künstlerische Begabung hatte ebenso Schlagzeilen gemacht wie die Exzesse, denen er sich in seinem Privatleben hingab. Der Film erzählt seine Lebensgeschichte, beginnend mit dem Einstieg 1970 in die Band «Smile», bis zu seiner Teilnahme an dem Wohltätigkeitskonzert «Live Aid» im Juli 1985. Eine bedeutende Rolle spielt im Streifen die Entstehung des Liedes «Bohemian Rhapsody» – der Filmtitel sagt es ja bereits –, eine geniale Eingebung Mercurys, die zum allergrößten Hit der Gruppe Queen wurde.

Der Werdegang der berühmten britischen Rockband und seinem Star Freddie Mercury wird wahrheitsgetreu-ungeschminkt beschrieben. Regisseur Bryan Singer konzentriert sich erfreulicherweise auf die künstlerische Entwicklung der Musikergruppe und ihres spiritus rector. Er weicht jeglicher reißerischen Ausbeutung des Stoffes aus (obwohl dafür Material im Überfluss vorhanden gewesen wäre) und behandelt den brisanten Stoff mit angemessener Zurückhaltung. Hier gilt‘s der Kunst!

Die Blu-ray-Disc fällt gleich zu Beginn durch ihre erstaunlich gute Auflösung und die natürlichen, kräftigen Farben auf. Klangfetischisten kommen auf ihre Kosten: Der Ton wird auf 7.1 Spuren wiedergegeben, was auch auf einer herkömmlichen 5.1-Anlage eine bemerkenswerte Raumklangwirkung erzeugt. Die Darsteller «musizieren» professionell, ihre Gestaltung des Queen-Stils ist sowohl musikalisch als auch darstellerisch absolut überzeugend. Rami Malek ist als Freddie Mercury in Körpersprache und Stimme eine Idealbesetzung.

Die Platte wartet mit mehreren Extras auf. Man kann sich zum Beispiel die ungeschnittene Filmfassung des Queen-Auftritts während des Live-Aid-Konzerts (in 7.1-Tonspur!) herunterladen. Die Dokumentation «Rami Malek: Becoming Freddie» berichtet von der Zusammenarbeit zwischen dem Schauspieler und Experten (Choreographen, Maskenbildner), um die schillernde Persönlichkeit Freddies, was Maske, Haartracht, Gebiss (!) und natürlich seinen Körperausdruck auf der Bühne anbetrifft, zu verinnerlichen.

In «The look and sound of Queen» erzählen die vier Hauptdarsteller, wie sie ihre Figuren anhand der historischen Vorlagen erarbeiteten. Brian May, der in Ehren ergraute Gitarrist der Band, ist dabei einer ihrer wertvollsten Berater. «Recreating Live Aid» schildert die Inszenierung des berühmten Wohltätigkeitskonzerts, von dem nötigen Umbau des Wembley-Stadions bis zur Vorbereitung der 300 Extras, die anschließend von Informatik-Technikern in eine riesenhafte Menschenmenge verwandelt werden. Verschiedene Trailer runden das Angebot ab.    

«Bohemian Rhapsody», USA, Großbritannien 2018. Regie: Bryan Singer. Produktion: Graham King. Drehbuch: Anthony McCarten. Musik: Queen, John Ottman. Kamera: Newton Thomas Sigel. Schnitt: John Ottman. Mit: Rami Malek, Lucy Boynton, Gwilym Lee, Ben Hardy, Joseph Mazzello. Spieldauer: 134 Min.

Bild                 *****                                                               
Ton                 *****
Darbietung    ****
Extras            *****

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