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Porträt – Matías Künsemüller

Vorsitzender des Clubs Manquehue

Deutsche Tradition für neue Generationen

Desde hace poco más de un año, el abogado Matías Künsemüller preside el Club Manquehue. El jurista chileno-alemán combina su actividad profesional con un fuerte compromiso voluntario. Marcado por las tradiciones de su familia, trabaja en equipo para preservar la identidad alemana del club y, al mismo tiempo, proyectarla hacia las futuras generaciones.

Die Übernahme des Vorsitzes des Clubs Manquehue hatte sich für Matías Künsemüller nach und nach ergeben. «Zum Vorsitzenden der Gymnastikabteilung des Clubs Manquehue wurde ich eher zufällig», erzählt er. «Der damalige Vorsitzende hatte gesundheitliche Probleme, und ich befand mich genau in dem Moment am richtigen Ort, um diese Verantwortung zu übernehmen.» Später sei er gefragt worden, ob er für den Vorstand kandidieren wolle. «Angesichts der Verantwortung, die mit der Zukunft eines Clubs wie des Manquehue verbunden ist, sagte ich zu.»

Die deutsch-chilenische Identität spielt für Matías Künsemüller seit seiner Kindheit eine zentrale Rolle. «Diese verdanke ich vor allem meinen Großeltern väterlicherseits», sagt er. «Als Kind wuchs ich in einem fröhlichen Umfeld auf, in dem auch Disziplin und Verantwortungsbewusstsein wichtige Werte waren.»

Die deutschen Traditionen prägen bis heute das Familienleben. «Meine Familie feiert noch immer den Nikolaustag, singt an Weihnachten ‹O Tannenbaum› und bei Geburtstagen ‹Hoch soll er leben›. So bleibt die Erinnerung an unsere Großväter lebendig.»

Zunächst besuchte er die Deutsche Schule Santiago. Seinen Schulabschluss machte er anschließend an der The Kent School, um seine Englischkenntnisse zu vertiefen.

Dass er Jura studieren würde, stand für ihn schon früh fest. «Ich kann mich nicht erinnern, jemals Zweifel daran gehabt zu haben, was ich studieren wollte», sagt Matías Künsemüller. «Mich haben die Geisteswissenschaften schon immer interessiert. Unter diesen Studienrichtungen zog mich vor allem die Rechtswissenschaft an, insbesondere wegen der Bedeutung der mündlichen Debatte.»

Heute ist er auf Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Fragen der Meinungsfreiheit spezialisiert. «Das Strafrecht gehört gewissermaßen zu meiner Familiengeschichte.» Gleichzeitig ist es für ihn «der mit Abstand spannendste Bereich der Rechtswissenschaft. Hier verteidigt man nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern oft auch die Freiheit von Menschen – das ist eine enorme Verantwortung.»

Sein Interesse an der Meinungsfreiheit entstand durch die Vertretung verschiedener Medien. «Freie und unabhängige Medien sind eine tragende Säule jeder Demokratie. Ohne sie kann man nicht von einem Rechtsstaat sprechen.» Gleichzeitig betont er, dass Freiheit immer mit Verantwortung verbunden sei: «Wer die Grenzen der Meinungsfreiheit überschreitet, muss für die Folgen seines Handelns einstehen.»

Nach ersten beruflichen Stationen in den Kanzleien von Arturo Fermandois und Alfredo Etcheberry gründete der Jurist vor fast 15 Jahren gemeinsam mit Jorge Ponce die Kanzlei PKG Abogados. Was er an der Selbstständigkeit besonders schätzt? «Die Selbstständigkeit bietet große Freiheit bei der Zeiteinteilung, verlangt aber zugleich ein hohes Maß an Verantwortung und Disziplin.»

Auch privat spielt der Club Manquehue für ihn und seine Familie eine große Rolle. Seine beiden Töchter trainieren dort nahezu täglich, seine Frau besucht regelmäßig das Fitnessstudio, und die Familie trifft sich häufig am Wochenende mit Freunden oder Verwandten zum Mittagessen im Club.

Die erste Zeit als Vorsitzender habe ihm vor allem eines gezeigt: «Die Leitung einer Institution wie dem Club Manquehue ist nur mit einem starken Team möglich.» Besonders hebt er das Engagement seiner Vorstandskollegen hervor. «Im Vorstand engagieren sich Persönlichkeiten mit hoher fachlicher Kompetenz, die bereit sind, Zeit mit ihrer Familie, für den Sport oder ihre Freizeit zu opfern – allein zum Wohl des Clubs.» Neben einem engagierten Vorstand verfüge der Club auch über «ein hervorragendes Verwaltungsteam unter der Leitung unseres Geschäftsführers, das den täglichen Betrieb sicherstellt».

Für Matías Künsemüller ist die Geschichte der Clubgründer von zentraler Bedeutung. «Unsere Entstehung als Club deutscher Wurzeln ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Identität», erklärt er und fügt hinzu: «Der Club Manquehue ist nach wie vor der Ort, an dem die deutschen Traditionen in Chile lebendig bleiben.» Deshalb habe der Club in den vergangenen Monaten mehr Veranstaltungen angeboten und zugleich die Beteiligung der Mitglieder erhöht.

Gleichzeitig sieht der Vorsitzende neue Herausforderungen. Neben den zahlreichen gesetzlichen Änderungen nennt er vor allem die Pflege der Vereinskultur. «Gegenseitiger Respekt gegenüber unseren Mitarbeitern, ein freundlicher Umgang miteinander und die sorgfältige Pflege der gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen gehören zu den Grundwerten unseres Clubs.» Solche Werte müssten immer wieder bewusst gelebt werden, damit «die Atmosphäre der Qualität und Herzlichkeit erhalten bleibt, die den Club Manquehue auszeichnet».

Besonders am Herzen liegt Matías Künsemüller die nächste Generation. «Eine der wichtigsten Herausforderungen besteht darin, junge Mitglieder langfristig an den Club zu binden.» Der demografische Wandel mache auch vor dem Club Manquehue nicht halt. Deshalb wünsche er sich, «dass sich insbesondere die jüngere Generation stärker einbringt – sei es durch die Teilnahme an Mitgliederversammlungen oder durch ein Engagement in den Vorständen der einzelnen Abteilungen und des Gesamtvorstands».

Wenn ihm neben Beruf und Ehrenamt Zeit bleibt, widmet er sich zwei großen Leidenschaften. «Nach meiner Familie stehen Sport und Musik an erster Stelle», sagt er. «Es gibt kaum etwas Schöneres, als mit Freunden ein Spiel zu bestreiten oder sich mit der Band zur Probe zu treffen. Das ist für mich die beste Form der Entspannung.»

Foto: privat

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