Eine Verbindung fürs Leben
Lo que comenzó en 1991 con cinco estudiantes reunidas en un café de Valdivia es hoy una institución consolidada de la comunidad chileno-alemana. Desde hace 35 años, la Mädchenschaft Amankay une a jóvenes durante sus estudios universitarios y mucho más allá de esa etapa. Con motivo de su aniversario, la agrupación repasa su historia, sus tradiciones y su papel para las nuevas generaciones.
Die Geschichte der Mädchenschaft Amankay beginnt 1991, als fünf Studentinnen der Universidad Austral de Chile, der Eintönigkeit des Lebens in Studentenunterkünften überdrüssig, nach einer Alternative suchten.


In diesem Jahr begannen Astrid Tamm, Angela Rendel, Ingrid Schauenberg, Leonor von Baer und Ingrid von Baer, sich regelmäßig im Café Dinos in Valdivia zu treffen. Sie kannten die Erfahrungen der ersten Organisation dieser Art in Chile, der Mädchenschaft Erika Michaelsen Koch in Santiago, und beschlossen, eine eigene Vereinigung zu gründen. Auf der Suche nach einer neuen Form des studentischen Zusammenlebens entstanden Vorstand und Satzung und schließlich der Name: Amankay.
Im Haus von «Tante Anita»
Ihr erstes Domizil fand die Mädchenschaft Amankay im zweiten Stock der Lutherischen Kirche in Valdivia. Offiziell nahm sie am 20. August 1991 ihre Aktivitäten auf. Beim Stiftungsfest der Burschenschaft Montania in Concepción wurde sie von den anderen Verbindungen anerkannt.
Von da an wuchs Amankay. 1992 zog die Mädchenschaft zunächst in den zweiten Stock eines historischen Hauses von «Tante Anita» in der García Reyes 440 und erwarb später auch das Erdgeschoss. Nach einer langen Spenden- und Finanzierungskampagne gelang es 1995, mit großem Einsatz das heutige Haus in der Carampangue 355 zu erwerben. Es verfügt über drei Stockwerke und einen Keller. 2006 wurde das Nachbarhaus hinzugekauft, wodurch sich die Wohnbedingungen für die Mitglieder weiter verbesserten.

55 «Gnädige Damen» und zehn Aktive
Unsere Institution nimmt junge Frauen aus dem ganzen Land auf. Zunächst durchlaufen sie einige Monate eine Probezeit. Werden sie anschließend von allen aktiven Mitgliedern des Hauses aufgenommen, können sie zu «Amankayas» und damit zu offiziellen Mitgliedern unserer Institution werden.

Nach Abschluss ihres Studiums wechseln viele in den Kreis der passiven Mitglieder. Heute gehören diesem 55 «Gnädige Damen» an, die die zehn Aktiven mit Rat und Erfahrung unterstützen. Jedes aktive Mitglied übernimmt Aufgaben für das gemeinschaftliche Leben im Haus – von der Pflege des Gartens bis zur Organisation der täglichen Mahlzeiten. Die größte Verantwortung trägt der Vorstand.
Im Laufe der Jahre haben sich feste Aktivitäten etabliert. Dazu gehören die monatlichen Internversammlungen und Knospenversammlungen für die Bewohnerinnen des Hauses. Zweimal pro Semester finden außerdem Hauptversammlungen statt, an denen interne und externe Mitglieder teilnehmen. Dabei werden die finanzielle und organisatorische Situation der Institution besprochen und wichtige Entscheidungen gemeinsam getroffen. Bei diesen Treffen hält jeweils eine Teilnehmerin einen Vortrag über ein kulturelles Thema, das sie interessiert und das das Wissen aller bereichern kann.


Darüber hinaus veranstalten wir Sommer- und Wintertreffen an verschiedenen Orten, meist im Süden Chiles. An diesen nehmen auch Mitglieder der beiden anderen Mädchenschaften Chiles teil.
Deutschsein heute
Als Amankayas sind wir stolz darauf, einer Institution anzugehören, die das Erbe der deutschen Kultur in Chile fördert und lebendig hält. Viele unserer Mitglieder stammen von deutschen Einwanderern ab. Trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven verbindet uns das Interesse daran, dieses Erbe zu bewahren und in die heutige Zeit zu übertragen.
Wir glauben, dass sich diese Kultur am besten durch künstlerische, soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten bewahren lässt, die das Gemeinschaftsgefühl stärken und uns ermöglichen, gemeinsam weiterzuwachsen. Wir möchten engagierte, verantwortungsbewusste und selbstständige Frauen fördern, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen – getragen von den Idealen, die 1991 zur Gründung unserer Institution führten und uns bis heute begleiten.
Wir entwickeln dieses Projekt in der Überzeugung weiter, dass Traditionen lebendig zu halten auch bedeutet, sie an die heutige Zeit anzupassen, die Beziehungen zwischen den Generationen zu stärken und einen positiven Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.

Bierfest Valdivia
Das Bierfest Valdivia bringt verschiedene Organisationen der Stadt zusammen. Anfangs unterstützten wir die Erste Feuerwehrkompanie von Valdivia, die für den Verkauf von Speisen und Getränken an die Besucher zuständig war.
2009 gab uns die Cervecería Kunstmann die Möglichkeit, den Wettbewerb zur Wahl der «Bierkönigin» zu organisieren. Eine ausgewählte Jury bewertete die Kandidatinnen bei verschiedenen von uns organisierten Aktivitäten, darunter Fotoshootings, Interviews und Wettbewerbe.
Ein Jahr später eröffneten wir einen eigenen Stand, an dem wir Süßspeisen verkauften und Fotos im deutschen Stil anboten. Besucher konnten sich in traditionelle deutsche Trachten kleiden und sich vor einer Alpenkulisse fotografieren lassen.

2025 schlossen wir eine neue Vereinbarung mit der Cervecería Kunstmann, wodurch sich einiges änderte. So verkaufen wir heute keine Speisen mehr, sondern deutsche Souvenirs und Artikel rund um das Bierfest sowie Lederhosen und Dirndl. Auch der Wettbewerb wurde verändert: Statt einer Bierkönigin wird nun ein Paar – König und Königin einer Institution – gewählt. Wir organisieren die Wettbewerbe und betreuen die Teilnehmer.
35. Gründungsfest der Mädchenschaft Amankay
Am 18. Juni feierten wir mit großer Freude das Jubiläum unserer Institution. Rund 80 Personen kamen zusammen, um 35 Jahre Geschichte, Freundschaft und Tradition zu würdigen.
Die Feier fand an Bord der «Marqués de Mancera» statt. Während der Fahrt über den Calle-Calle-Fluss in Valdivia genossen die Gäste einen unvergesslichen Abend. Musik, Gespräche, gemeinsames Lachen und viele Erinnerungen sorgten für eine fröhliche Stimmung auf Feier.
Der Abend spiegelte den Geist unserer Institution wider: die Verbundenheit zwischen den Generationen, die Pflege der Freundschaften und den Stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Alle Gäste trugen zu einer herzlichen und festlichen Atmosphäre bei und machten das Jubiläum zu einem besonderen Erlebnis.
Es war zweifellos ein unvergesslicher Abend, der uns motiviert, die Geschichte unserer Institution noch viele Jahre gemeinsam weiterzuschreiben.

Die Mädchenschaft Amankay heute
Heute ist unsere Institution weiterhin ein Ort der Begegnung, persönlichen Entwicklung und Freundschaft. Auch wenn derzeit nur wenige Amankayas im Haus wohnen, setzen wir uns mit demselben Engagement dafür ein, die Werte und Traditionen lebendig zu halten, die unserer Gemeinschaft seit 35 Jahren ihre Identität verleihen.
Wir sind überzeugt, dass sich eine Institution nicht über die Zahl ihrer Mitglieder definiert, sondern über das Engagement der Menschen, die ihr angehören. Deshalb bemühen wir uns um eine aktive, lebendige und geeinte Gemeinschaft. Wir organisieren Aktivitäten, pflegen unsere Beziehungen und führen Traditionen fort, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Gleichzeitig möchten wir neuen Mitgliedern einen offenen und einladenden Ort bieten, an dem Respekt, Freundschaft, Verantwortung und Teamarbeit die Grundlagen des Zusammenlebens bilden. Jede Amankaya soll hier einen Ort finden, an dem sie sich entwickeln, wertvolle Beziehungen aufbauen und zum Wachstum der Gemeinschaft beitragen kann.

Wir blicken mit Zuversicht in die Zukunft. Solange sich unsere Mitglieder für die Institution engagieren, werden ihre Werte und ihr besonderer Charakter fortbestehen. Diese Gemeinschaft lebendig zu halten, ist eine gemeinsame Aufgabe, die wir mit Stolz übernehmen. Jeder Beitrag stärkt das Erbe, das uns anvertraut wurde und das wir an künftige Generationen von Amankayas weitergeben möchten.
Wer mehr über die Mädchenschaft Amankay erfahren oder Mitglied werden möchte, kann sich an Laura Icaran, Schriftwartin der Amankay, wenden:
m.amankay.valdivia@gmail.com
Text und Fotos: Mädchenschaft Amankay



