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Porträt – Josefina Quintano

Abiturientin der Deutschen Schule Santiago und Architekturstudentin

Talent auf vielen Bühnen

Josefina Quintano Branes destaca por su talento y versatilidad. En el Colegio Alemán de Santiago obtuvo excelentes resultados en el Abitur y, al mismo tiempo, fue la protagonista del musical escolar. Hoy canaliza toda esa creatividad en sus estudios de Arquitectura en la Pontificia Universidad Católica de Chile.

Josefina Quintano wurde 2007 in Santiago geboren und zog bereits als Siebenjährige für ein Jahr mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie hat zwar keine deutschsprachigen Vorfahren, aber ihre Eltern sprechen Deutsch. «Außerdem hat der regelmäßige Kontakt mit deutschen Lehrern an der Schule und die Vorbereitung auf das Abitur meine Sicht auf die Welt beeinflusst», erklärt sie. Durch den Blick aus zwei kulturellen Perspektiven habe sie einzigartige Erfahrungen gesammelt und wertvolle Erkenntnisse gewonnen.

Einen entscheidenden Einfluss auf Josefina hatten vor allem ihre Eltern. «Beide sind sehr engagiert und haben mir beigebracht, fleißig, geduldig und neugierig zu sein – und vor allem Freude am Lernen und Entdecken zu haben.» Auch ihre Schwester und ihre Freunde spielen eine wichtige Rolle für sie: «Sie unterstützen mich immer und sind für mich eine große Inspiration.» Zu ihren Vorbildern zählen unter anderem ihr Lieblingscomiczeichner Liniers, Persönlichkeiten aus dem Theater sowie Moderatoren von Fernsehsendungen, die sie seit ihrer Kindheit kennt. «Wenn man sieht, wie jemand das macht, was er liebt, bekommt man die Energie, seine eigenen Ziele zu verfolgen», ist ihre Erfahrung.

Ihre Schulzeit an der Deutschen Schule Santiago beschreibt Josefina als entscheidend für ihre persönliche und akademische Entwicklung. «Die Schule hat mir eine sehr gute Wissensbasis gegeben, die ich heute im Alltag und im Studium anwenden kann.» Ihre Lernmethoden hängen vom Fach ab: «Bei Sprachen konzentriere ich mich vor allem auf Texte und versuche, die darin enthaltenen Ideen mit meinen eigenen Gedanken zu verbinden, um zu einem besseren Verständnis zu gelangen. Außerdem schaue ich gerne Videos auf Deutsch und Englisch, die meinen Interessen entsprechen.»

In Mathematik setzt sie vor allem auf regelmäßiges Üben und den Austausch mit Freunden, um offene Fragen zu klären. «Grundsätzlich ist es mir wichtig, die Inhalte wirklich zu verstehen, um sie anschließend anwenden zu können.»

Mit großem Einsatz und viel Disziplin legte sie an der Deutschen Schule Santiago das Abitur ab – und erzielte dabei ein ausgezeichnetes Ergebnis. «Das Abitur war eine richtige Achterbahn der Gefühle», sagt sie rückblickend. «Ich habe mit einem guten Abschneiden gerechnet, weil ich über Jahre hinweg konstant gearbeitet habe – und nach so viel Einsatz hat sich die Mühe schließlich ausgezahlt.» Besonders lagen ihr die sprachlichen Fächer und Geschichte: «Der kreative Teil dieser Fächer hat es mir ermöglicht, meine eigene Perspektive einzubringen, was mich zusätzlich motiviert hat.»

Sie betont außerdem, dass sie «Wissen als Bereicherung» sehe: «Auch wenn uns manche Fächer weniger liegen, nehmen wir oft mehr daraus mit als nur das, was für eine Prüfung notwendig ist.»

Doch Josefina überzeugte nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch auf der Bühne. Als Hauptdarstellerin des Schulmusicals der Deutschen Schule Santiago im Jahr 2024 stand sie im Rampenlicht und begeisterte das Publikum. Sie übernahm die Rolle der Mirabel in einer Adaption von «Encanto», nachdem sie bereits 2022 als Antagonistin in «Der König der Löwen» aufgetreten war. «Teil des Musicalteams zu sein, hat mich stark geprägt», sagt sie. «Es hat mir geholfen, die Person zu werden, die ich heute bin.»

Die Mitwirkung am Musical beschreibt sie als außergewöhnliche Erfahrung und Chance: «Jede Woche konnte ich mit engagierten Schülern und Lehrern zusammenarbeiten, die meine Leidenschaft für die Kunst teilen.» Die Arbeit auf der Bühne faszinierte sie besonders, vor allem «das Eintauchen in eine andere Welt». 

Neben dem Theater interessiert sich Josefina schon von klein an für Kunst – für Malerei, Musik, Theater und Kunstgeschichte. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Techniken – von Acryl und Aquarell bis hin zu Bleistiftzeichnungen. Außerdem begeistert sie sich auch für handwerklich-technische Projekte: «Ich liebe es, Räume und Erlebnisse durch Farben und Formen darzustellen.»

Zurzeit studiert Josefina Architektur an der Pontificia Universidad Católica de Chile – ein Fach, das ihre vielfältigen Interessen vereint. Das war auch ein Grund, warum sie dieses Studium wählte: «Es verbindet Kreativität und die Lösung komplexer Probleme miteinander. Außerdem kann man an Projekten arbeiten, die ganz unterschiedliche Bereiche umfassen.»

Ihren Weg selbst gestalten zu können, ist für Josefina von großer Bedeutung: «Das Wichtigste ist, die Freiheit zu haben, den eigenen Lebensweg selbst zu wählen.» Ihr persönliches Motto lautet: «Es kann immer noch besser werden.» Damit meint sie einerseits den Anspruch, sich ständig weiterzuentwickeln, über sich hinauszuwachsen und kreativ zu bleiben. Andererseits gehe es auch darum, den eigenen Einsatz wertzuschätzen: «Manchmal haben wir schon genug erreicht, auch wenn nicht alles perfekt ist. Wichtig ist, dass wir immer unser Bestes geben.»

foto: privat

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