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Porträt – Charlotte Bleisch

Botschafterin der Schweiz in Chile 

Brücken bauen zwischen den Anden und den Alpen

Quien conoce a Charlotte Bleisch se da cuenta rápidamente de que, para ella, la diplomacia significa mucho más que el protocolo, las recepciones y las conversaciones políticas. Su trabajo se centra en la confianza, el diálogo y el esfuerzo por acercar a las personas. Desde diciembre 2025, esta diplomática suiza representa a su país como embajadora en Chile, un país en el que ve un gran potencial para una cooperación aún más estrecha entre ambas naciones.

Geboren wurde Charlotte Bleisch 1978 in Männedorf am Zürichsee. Einen minutiös geplanten Karriereweg habe sie nie verfolgt, erzählt sie. Vielmehr sei ihre Neugier auf das Völkerrecht und die Frage, wie Staaten trotz unterschiedlicher Interessen zusammenarbeiten können, zum Kompass ihrer beruflichen Laufbahn geworden. Der Eintritt in den diplomatischen Dienst sei deshalb weniger das Ergebnis eines Plans als vielmehr einer inneren Überzeugung gewesen.

Die erste Station im Ausland führte die junge Diplomatin nach Beirut – eine Stadt, die Gegensätze wie kaum eine andere in sich vereint. Zwischen Hoffnung und Krisen, kultureller Vielfalt und politischen Spannungen lernte sie früh, dass Diplomatie vor allem vom Zuhören lebt. Dort habe sie verstanden, dass nachhaltige Lösungen nur entstehen können, wenn Vertrauen wächst und unterschiedliche Sichtweisen ernst genommen werden.

Später führte sie ihre Laufbahn nach
Washington D.C., wo sie den Wechsel von der Obama- zur ersten Trump-Regierung unmittelbar miterlebte. Die politischen Umbrüche dieser Jahre machten ihr deutlich, wie stark innenpolitische Entwicklungen internatio-
nale Beziehungen beeinflussen können. Zu ihren verantwortungsvollsten Aufgaben gehörte dort die Betreuung des Schweizer Schutzmachtmandats der USA im Iran. Dieses Mandat unterstreicht die Rolle der Schweiz als neutrale Vermittlerin und verlangt ein Höchstmaß an Diskretion, Kontinuität und Glaubwürdigkeit – Eigenschaften, die das Selbstverständnis der Schweizer Diplomatie seit Jahrzehnten prägen.

Heute setzt Charlotte Bleisch in Chile klare Schwerpunkte. Forschung und Innovation, die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen sowie die Förderung eines nachhaltigen Bergbaus stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Gerade in diesen Bereichen erkennt sie außergewöhnliche Chancen für beide Länder. «Chile verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, die für die weltweite Energiewende unverzichtbar sind. Die Schweiz wiederum bringt Spitzentechnologie, Innovationskraft und langjährige Erfahrung in nachhaltigen Produktionsprozessen ein. Deshalb ergänzen sich beide Länder in idealer Weise», unterstreicht sie. «Während die Schweiz seit Jahren weltweit zu den innovationsstärksten Ländern zählt, bietet Chile mit seinen natürlichen Ressourcen und wissenschaftlichen Möglichkeiten beste Voraussetzungen für gemeinsame Projekte – ein wichtiger Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen.»

Wenn Charlotte Bleisch über ihr Heimatland spricht, verbindet sie die Schweiz vor allem mit den politischen und institutionellen Grundlagen, die aus ihrer Sicht einen gut funktionierenden Staat und eine leistungsfähige Wirtschaft ermöglichen. Dazu zählen insbesondere die direkte Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit, der Föderalismus und das Vertrauen in die Institutionen. 

«Unser Nationalfeiertag am 1. August erinnert an den Bundesbrief von 1291, jenes Bündnis der Urkantone, aus dem sich die Eidgenossenschaft entwickelte. Bis heute symbolisiert dieser Tag Freiheit, Eigenverantwortung und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden. In der ganzen Schweiz wird er mit Festansprachen, Musik, Feuerwerken und den traditionellen Höhenfeuern auf den Berggipfeln gefeiert – sichtbare Zeichen des Zusammenhalts über Kantons- und Sprachgrenzen hinweg», so die Botschafterin.

Doch Charlotte Bleisch blickt nicht nur auf die Geschichte ihres Landes, sondern vor allem nach vorn. Für ihre Amtszeit in Chile hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: Sie möchte Beziehungen schaffen, die Bestand haben. Netzwerke zwischen Unternehmen, Wissenschaft, Kultur und Politik sollen auch dann weiterwirken, wenn ihr diplomatischer Auftrag längst beendet ist. Für sie misst sich der Erfolg einer Botschafterin nicht allein an unterzeichneten Abkommen, sondern daran, ob Vertrauen entsteht und langfristige Partnerschaften wachsen.

Dass sie sich in Chile wohlfühlt, spürt man sofort. Beeindruckt zeigt sie sich von der landschaftlichen Vielfalt des Landes – von der Atacama-Wüste mit ihrem spektakulären Sternenhimmel bis zu den Gletschern Patagoniens. Ebenso schätzt sie die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen. Auch kulinarisch hat sie Chile längst entdeckt. Besonders gern genießt sie Ceviche, dessen Frische und Leichtigkeit für sie den Charakter des Landes widerspiegelt. «Ceviche stammt ja eigentlich aus Peru und gilt dort als Nationalgericht. Chile hat das Gericht aber übernommen und mit eigenen Fischarten und regionalen Vorlieben weiterentwickelt», stellt sie fest.

Bei aller Verantwortung hat sich Charlotte Bleisch eine Gelassenheit bewahrt, die sie selbst als ihr Lebensmotto beschreibt: «Die Dinge ernst nehmen, aber sich selbst nicht zu ernst.» Eine Haltung, die ihr in der Diplomatie ebenso hilft wie im Familienleben – und die vielleicht besser als jede diplomatische Formel erklärt, warum Brücken zwischen Menschen dort entstehen, wo Respekt, Offenheit und manchmal auch ein Lächeln den ersten Schritt machen.

Foto: privat

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