Über 100 Jahre Tradition mit Geschichte und Herz
Desde 1923, los distintivos de la Fiesta Nacional Suiza se cuentan entre las tradiciones más emblemáticas del Día Nacional de Suiza, celebrado cada 1 de agosto. Su venta permite apoyar cada año proyectos de interés público. Los suizos en el extranjero —entre ellos los clubes suizos de Chile— también participan regularmente en esta iniciativa. Carlos Stappung es uno de sus coleccionistas más apasionados.
«In der Schweiz gibt es einen Brauch, der bei anderen Völkern kaum verbreitet ist: die Art und Weise, wie der Nationalfeiertag begangen wird. Mit den Feierlichkeiten wird zugleich ein patriotisches Wohltätigkeitswerk verbunden, zu dem nicht nur die Landsleute in der Heimat beitragen, sondern auch jene, die fern von ihr leben», sagte der Schweizer Konsul Viktor Vogt in seiner Rede in Valdivia am 3. August 1932 zu dem Brauch, der bis heute in Chile und weltweit gepflegt wird.

Für einen guten Zweck
Schon vor über 90 Jahren diente dieser Brauch einem guten Zweck, wie Viktor Vogt erklärte: «Er kam in früheren Jahren beispielsweise den Kriegsinvaliden zugute, in einem anderen Jahr den Schweizer Schulen im Ausland, im vergangenen Jahr den armen Bergbewohnern und in diesem Jahr der Berufsausbildung von Kindern mit geringeren Möglichkeiten, damit sie für den Lebenskampf besser gerüstet sind.» Besonders freute sich der Konsul, mitteilen zu können, dass das Komitee aus der Sammlung des Jahres 1930 dem Waisenhaus «Providencia» in Traiguén eine Summe von 15.000 Schweizer Franken überwiesen hatte.

Wie schon damals gestaltet und vertreibt die Stiftung Pro Patria bis heute die Abzeichen. Während die Erlöse der Bundesfeier-Abzeichen früher vor allem sozialen und gemeinnützigen Projekten zugutekamen, unterstützt die Stiftung Pro Patria heute mit den Verkaufserlösen in erster Linie die Erhaltung des Schweizer Kulturerbes. Dazu gehören die Restaurierung historischer Bauwerke und die Pflege lebendiger Traditionen.
Es gab Jahre, in denen der Erlös der Bundesfeiersammlung speziell den Auslandschweizern zugutekam – beispielsweise 1938, 1953, 1959 und 1972. Damals war der Sammlungszweck ausdrücklich «Schweizer im Ausland» beziehungsweise das Auslandschweizer-Sekretariat der Neuen Helvetischen Gesellschaft.

Carlos Stappung – Leidenschaft für Schweizer Festabzeichen
Seit Jahrzehnten sammelt Carlos Stappung mit großer Begeisterung die 1.-August-Abzeichen. Seine Sammlung reicht bis ins Jahr 1925 zurück und gehört zu den umfangreichsten in Chile. «Es fehlen mir nur noch die Abzeichen von 1923 und 1924 – sie sind heute sehr teuer», erzählt er.
Mit dem Sammeln entwickelte sich eine Familientradition. «Ich habe mit den ersten Abzeichen angefangen, seit meine Eltern 1968 an den Schweizer Feiern teilnahmen. Die älteren kommen aus der Schweiz», sagt Stappung.


«Die Abzeichen kommen über die Schweizer Botschaft nach Chile und werden an die Schweizer Clubs verteilt und können dort erworben werden», erklärt Stappung. Die Schweizer Vereine in Santiago, Valparaíso, Concepción, Traiguén, Temuco, Valdivia, Osorno und Punta Arenas feiern jedes Jahr die Bundesfeier. Während der Feier tragen die Gäste das aktuelle 1.-August-Abzeichen. Für Carlos Stappung gehören die Insignien selbstverständlich zum Schweizer Nationalfeiertag – genauso wie für seine Familie. «Meine Kinder begleiten mich jedes Jahr zum Schweizer Fest und tragen ebenfalls ihr Abzeichen», erzählt er.

Die Insignie für den 1. August 2026 erinnert an den Schweizer Erfinder Georges de Mestral, der den Klettverschluss entwickelte. Der Ingenieur beobachtete bei Spaziergängen mit seinen Hunden in der Natur, dass die Früchte der Großen Klette am Fell der Tiere haften blieben. Unter dem Mikroskop stellte er fest, dass die Kletten über winzige elastische Haken verfügen, die sich nur schwer aus Fell oder Kleidung lösen lassen. Die Insignie verfügt selbst über einen Klettverschluss, kann als Schlüsselanhänger weiterverwendet werden und wurde von Menschen mit Behinderungen hergestellt. Das Abzeichen wird derzeit in Chile für rund 5.700 Pesos verkauft.
Für Carlos Stappung sind die Abzeichen weit mehr als Sammelobjekte. Jedes einzelne erzählt ein Stück Schweizer Geschichte und erinnert an den gemeinnützigen Gedanken, der seit über 100 Jahren mit dem Verkauf verbunden ist.
Ein fester Bestandteil der Bundesfeiern im Ausland ist zudem die Ansprache des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin an die «Fünfte Schweiz». «Die Botschaft wird in mehrere Sprachen übersetzt und in vielen Schweizer Clubs zu Beginn der Feier abgespielt oder verlesen», berichtet Stappung. Damit bleibe die Verbindung zur Heimat auch über Tausende Kilometer hinweg lebendig.
fotos: privat



