Leiter von Advantage Austria
«Die einzige Konstante ist die ständige Bewegung»
Desde agosto de 2025, Martin Woller dirige el Centro de Comercio Exterior de Advantage Austria en Santiago y es responsable de Chile, Perú y Bolivia. Tras desempeñarse profesionalmente en África, Asia y Europa, ahora descubre por primera vez América Latina.
Martin Woller stammt aus dem Waldviertel in Niederösterreich, einer grünen und dünn besiedelten Region mit Wäldern, Teichen, Granitlandschaften und kleinen Ortschaften. So verschieden das Waldviertel und die Region Santiago auf den ersten Blick erscheinen, verbindet beide für den neuen Leiter des Außenwirtschaftscenters von Advantage Austria doch eines: die Nähe zur Natur und die Möglichkeit, Abstand vom Alltag zu gewinnen.

Seine Heimat beschreibt Martin als einen «naturbelassenen Ort der Ruhe». Gerade nach Jahren in Großstädten rund um den Globus schätzt er die Rückkehr umso mehr. «Ein paar Tage der Entschleunigung daheim sind ein toller Kontrast», sagt er.
Der Wunsch, international zu arbeiten, entstand bereits während seiner Schulzeit an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Krems. Begegnungen mit Austauschschülern und erste Auslandserfahrungen weckten sein Interesse an anderen Ländern und Kulturen. Das Studium an der Fachhochschule Kufstein Tirol verstärkte diese Neugier. Längere Aufenthalte führten ihn damals schon unter anderem nach Südafrika, Kanada und in die Schweiz.
Dass er schließlich zur österreichischen Außenwirtschaft kam, war nach eigener Aussage zunächst Zufall: «Ich habe die Stellenanzeige gesehen und gedacht: Das wäre doch spannend.» Die Einschätzung bestätigte sich. Besonders reizvoll findet er bis heute die Möglichkeit, über längere Zeit in verschiedenen Ländern zu leben, ihre Kulturen kennenzulernen und mit Menschen vor Ort zusammenzuarbeiten.
Der Niederösterreicher bezeichnet sich selbst als einen «Nomaden der Außenwirtschaft Austria». Allein zwischen 2009 und 2015 lebte er in sechs verschiedenen Städten. Zu seinen bisherigen Stationen gehören Nigeria, China, Libyen und Ägypten – Länder mit sehr unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen.
Aus diesen Erfahrungen hat er vor allem eine Erkenntnis mitgenommen: «Nur weil etwas an einem Ort funktioniert, heißt das nicht, dass es auch an einem anderen funktioniert. Und umgekehrt bedeutet ein Misserfolg an einem Ort nicht, dass etwas nirgendwo funktionieren kann.» Vorgefertigte Lösungen seien im internationalen Geschäft daher selten erfolgreich.
«Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft» gehören für Martin Woller zu den wichtigsten Voraussetzungen seiner Arbeit. «Die einzige Konstante ist die ständige Bewegung – geografisch wie kulturell.» Man müsse bereit sein, sich immer wieder neu auf Länder, Menschen und Themen einzustellen.
Das gelte auch für fachliche Fragen: «Niemand weiß alles. Eine schnelle Einarbeitung in Themen und Prozesse ist deshalb essenziell – egal, ob es um lokale Besonderheiten oder eine neue Technologie geht.» Entscheidend sei dabei die Zusammenarbeit im jeweiligen Außenwirtschaftscenter. «Das Fachwissen und die Kontakte liegen bei den Experten vor Ort. Die erfolgreiche Arbeit im kleinen Team ist der Schlüssel zum Erfolg.»
Nach den Jahren in Afrika und Asien ist Lateinamerika für ihn Neuland. Seine ersten Monate in Santiago beschreibt er als «super interessant». Er habe viele neue Eindrücke gewonnen und lerne weiterhin täglich hinzu. Dabei entdeckt er auch die Gemeinsamkeiten zwischen sehr unterschiedlichen Ländern: «Überall findet man wunderschöne Plätze und lernt tolle Menschen kennen.»
Aus seiner Sicht verfügt Chile über hervorragende Rahmenbedingungen für Firmen: «Als eine der liberalsten Volkswirtschaften der Welt bietet es österreichischen Unternehmen viele Chancen, insbesondere in den Bereichen Bergbau, Energiewirtschaft, Land- und Forstwirtschaft und Umwelttechnik.»
Mit seinem Team möchte er möglichst viele österreichische Unternehmen dazu bewegen, in den chilenischen Markt einzutreten oder ihr bestehendes Engagement auszubauen. Dabei sieht er mehrere günstige Entwicklungen, die österreichischen Anbietern neue Türen öffnen könnten: «Die neue Aufbruchstimmung im Land, der weltweite Wunsch nach einer stärkeren Diversifizierung von Märkten und Lieferketten sowie die Energiewende und die wachsende Nachfrage nach kritischen Mineralien.»
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Bergbau. «Der chilenische Bergbau entwickelt sich stetig weiter – bei Digitalisierung, Automatisierung, Nachhaltigkeit und Sicherheit», erklärt Martin Woller.
Österreichische Unternehmen könnten dazu innovative Produkte, Technologien, Dienstleistungen und umfassende Lösungen beitragen. Dabei gehe es nicht allein um den Verkauf einzelner Anlagen, sondern um langfristige Partnerschaften und gemeinsame nachhaltige Erfolge.
Auch der Sicherheits- und Luftfahrtbereich gewinnt an Bedeutung. Im April nahm Advantage Austria mit zehn österreichischen Unternehmen an der Luftfahrt- und Sicherheitsmesse FIDAE in Santiago teil, wo der Manager feststellte: «Österreich bietet hier neutrale Technologien und Systeme an, die angesichts der angespannten geopolitischen Lage für viele Länder interessant sind.»
Ausgleich zu seinem internationalen Berufsalltag findet Martin Woller vor allem beim Wandern, Skifahren oder Tennis. «Sport ist mein Hausmittel zum Abschalten und damit ein wichtiger Energielieferant», sagt er.
Die landschaftliche Vielfalt Chiles fasziniert ihn und als Österreicher fühlt er sich besonders von der Bergwelt der Anden angezogen. Welche Orte und Touren er in den kommenden Jahren noch entdecken möchte? «Die Liste ist schon lang und wird durch neue Empfehlungen immer länger», sagt er. Ein «Luxusproblem» – und zugleich ein weiterer Grund, sich auf seine weitere Zeit in Chile zu freuen.
Foto: privat



