Die einzigartige Geschichte der deutschen Besiedlung
La historia de la colonización alemana del lago Llanquihue es el tema central del documental de Miguel Hechenleitner. La película, investigada y filmada durante cerca de dos años, aborda la vida de las primeras generaciones de colonos y muestra, al mismo tiempo, el papel decisivo que desempeñó la navegación en el desarrollo de la región.
Zu seinem Film ließ sich Miguel Hechenleitner von den Büchern Emilio Helds inspirieren: «Ich entdeckte darin bewegende wahre Geschichten und außergewöhnliche Leistungen, die in den Geschichtsbüchern der Schule nicht erzählt wurden – und natürlich auch die Geschichte der Schifffahrt, die meiner Meinung nach erzählt werden musste.»

Miguel Hechenleitner ist Absolvent der Pontificia Universidad Católica de Chile mit einem Abschluss in Bildender Kunst. Zu seinen Projekten zählt die dokumentarische Begleitung der letzten Kawésqar in Puerto Edén. Darüber hinaus realisierte er Foto- und audiovisuelle Arbeiten in Marokko, Barcelona und Chile.
Foto
Birgit Krumbach
Für Recherchen und Dreharbeiten benötigte Hechenleitner rund zwei Jahre. Unterstützung durch Institutionen oder private Sponsoren habe es nicht gegeben. Um die Interviews und Filmaufnahmen durchführen zu können, mussten alle Mitarbeiter in die Region ziehen.
Im Mittelpunkt des Films stehen die Erinnerungen von Nachfahren der Siedler sowie von Menschen, die bis heute mit der Schifffahrt auf dem Llanquihue-See verbunden sind. Der Dokumentarfilm ordnet die deutsche Einwanderung in ihren historischen Zusammenhang ein. Dazu gehören das chilenische Einwanderungsgesetz von 1845 und die politischen Umbrüche in Europa nach der Revolution von 1848: «Viele der Siedler ab 1852 waren vorwiegend einfache Menschen mit handwerklichen Berufen. Sie kamen in der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf größere Freiheit, eine friedliche Zukunft für ihre Familien und vor allem auf eigenes Land – etwas, das in ihrer Heimat kaum möglich war, wo sie zudem hohe Abgaben an die Grundbesitzer entrichten mussten.»
Bei seinen Recherchen beeindruckten den Filmemacher besonders die Herausforderungen der ersten deutschen Einwanderer: «Sie glaubten, fruchtbares Ackerland vorzufinden, mussten zunächst aber unter Quila-Bambus in sumpfigen Wäldern leben.» Ebenso überraschend sei für ihn die Bodenspekulation in Valdivia gewesen.
Hechenleitner möchte mit dem Mythos aufräumen, dass «die Besiedlung – zumindest in den ersten drei Siedlergenerationen – von gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägt gewesen sei». Er betont, dass sie sich grundlegend von anderen Prozessen der Besiedlung, etwa in Patagonien, wo die Selk’nam lebten, unterschied. Der Verlauf der Einwanderung am Llanquihue-See sei «einzigartig» gewesen: «Zwischen den Siedlern und den „Einheimischen“ – in Anführungszeichen, weil sie aus Chiloé stammten – entstanden enge Beziehungen und gegenseitige Unterstützung, von denen beide Seiten profitierten. Als die Siedler eintrafen, waren die Ufer des Llanquihue-Sees unbewohnt, da die indigenen Bevölkerungsgruppen bereits zuvor sicherere Gebiete außerhalb des Seebeckens aufgesucht hatten.»
Diese gegenseitige Unterstützung sei sogar überlebenswichtig gewesen. Hechenleitner verweist auf Berichte, wonach die Siedler ohne die Unterstützung der Chiloten nicht überlebt hätten. Als Vicente Pérez Rosales Melipulli besuchte, habe er die Einwanderer in äußerst schlechtem Zustand vorgefunden. «Sie mussten sogar die Kartoffeln wieder ausgraben, die sie kurz zuvor gepflanzt hatten, um nicht zu verhungern.»
Zusammenfassend stellt Miguel Hechenleitner fest: «Es sind unsere Wurzeln. Wer seine Geschichte kennt, versteht besser, wer er ist, und lernt die Leistungen seiner Vorfahren zu schätzen.»
Für die musikalische Gestaltung wählte der Dokumentarfilmer das Werk «Pulso de la Vida» der russischen Künstlerin Victoria Foust.



