Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde Sankt Michael
«Hinsehen und Verantwortung übernehmen»
En febrero, el padre Roberto Díaz Castro asumió la comunidad católica de habla alemana San Miguel, en Providencia, sucediendo al padre Erich Hauck. Para esta nueva misión, el religioso verbitas aporta la experiencia adquirida en Austria, donde vivió durante diez años, estudió Teología en Mödling, cerca de Viena, y posteriormente se desempeñó como vicario parroquial y profesor de Religión en la capital austríaca.
Ende 2025 bot der Erzbischof von Santiago, Fernando Chomali, Pater Roberto Díaz an, die deutschsprachige katholische Gemeinde in Santiago zu übernehmen. Der Steyler Padre stellte sich der Aufgabe – obwohl sie eine große Herausforderung für ihn bedeutete, wie er betont: «Seit mehr als 30 Jahren hatte ich keine Heilige Messe mehr auf Deutsch gefeiert.» Heute betreut er die «Personalpfarrei» Sankt Michael in Providencia, das heißt, die Gemeindemitglieder kommen aus verschiedenen Teilen Santiagos sowie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Geboren wurde Roberto während der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Santiago. Sein Vater arbeitete fast sein gesamtes Leben als Lastwagenfahrer, seine Mutter war zunächst Hausfrau, nahm aber noch ein Studium auf, als Roberto bereits das Priesterseminar besuchte, und wurde Religionslehrerin. Gemeinsam mit zwei jüngeren Geschwistern wuchs er zunächst in Mapocho, Ecke Cumming auf, bevor die Familie nach El Pinar zog. Während der Militärdiktatur seien «die Pfarrgemeinden nahezu der einzige Ort der Begegnung und der gemeinsamen Aktivitäten gewesen. In meinem Fall bot mir auch die Ordensschule des Stadtteils die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und meine Fähigkeiten zu entfalten – sowohl im religiösen Bereich als auch im Geist der Brüderlichkeit, insbesondere im Umgang mit den ärmsten und am stärksten ausgegrenzten Menschen des Viertels».
Vor allem die Missionsschwestern vom Heiligen Geist waren für ihn als Schüler durch ihre aufopferungsvolle Arbeit und ihre tiefe Spiritualität ein Vorbild: «Sie weckten in mir den Wunsch, ebenfalls Missionar zu werden. Obwohl ich später das Instituto Nacional besuchte, behielt ich jene Berufung bei, die mich schließlich dazu führte, noch während der vierten Klasse der Oberstufe in die Kongregation der Steyler Missionare (Societas Verbi Divini) einzutreten.» Seine Eltern unterstützten ihn bei seinen Entscheidungen – «auch wenn sie Zweifel und Ängste hatten».
Das Noviziat half ihm, «den geistlichen Aspekt der religiösen und missionarischen Berufung zu vertiefen und die Kongregation, der ich beitrat, besser kennenzulernen. Es ging nun nicht mehr nur darum, Priester zu werden, sondern Ordensmann und Missionar zu sein, offen für die Welt und ihre Bedürfnisse». Nach den ersten Gelübden nahm er sein Studium an der Universidad Católica auf.
Ein völlig neuer Lebensabschnitt begann für den Studenten im Jahr 1986: Sein Orden entsandte ihn zum Theologiestudium an die Hochschule St. Gabriel in Mödling bei Wien. Der Anfang war alles andere als leicht. «Ich war mehr als einmal kurz davor, das Handtuch zu werfen», sagt er rückblickend. «Es fiel mir zunächst sehr schwer, mich in die Sprache, die Kultur und die österreichische Kirche einzufinden. Als mir das jedoch gelungen war, lernte ich all dies zu schätzen, genoss die Zeit dort und wurde Teil jener Gemeinschaft, in der ich lebte und in der ich mich als Chilene sehr herzlich aufgenommen fühlte.» Was ihn schließlich ermutigte, seinen Weg fortzusetzen, waren die Menschen: «Gerade die Freundschaften und die brüderliche Gemeinschaft halfen mir durchzuhalten und mich einer anderen, wertvollen Kultur zu öffnen.»
Nach seiner Diakonenweihe sammelte Roberto erste pastorale Erfahrungen in der Pfarre St. Josef in St. Pölten. 1991 wurde er in der Heilig-Geist-Kirche der Hochschule St. Gabriel zum Priester geweiht und wirkte anschließend als Kaplan in Wien sowie als Religionslehrer. Rückblickend sagt er: «Ich erkannte, dass das Menschliche in allen Kulturen sehr ähnlich ist. Trotz meiner Herkunft als Ausländer fühlte ich mich dort zu Hause.»
Besonders prägend waren für den jungen Geistlichen die ersten Priesterjahre – nicht zuletzt wegen der engen Gemeinschaft mit Jugendlichen, Laien und Ordensfrauen: «Mit vielen verbindet mich bis heute eine tiefe Freundschaft.»
Tief beeindruckt hat den Geistlichen eine Wallfahrt nach Mariazell. Vier Tage lang war die Gruppe zu Fuß unterwegs: «Wir gingen durch Wälder und Felder, übernachteten auf einfache Weise, aßen und beteten gemeinsam unterwegs und halfen einander, wenn die Müdigkeit groß wurde.»
Nach zehn Jahren kehrte Roberto Díaz 1995 nach Chile zurück. Heute beobachtet er, dass die katholische Kirche sowohl in Europa als auch in Chile vor großen Veränderungen steht: «Die Herausforderung besteht darin, zu den evangelischen Wurzeln unserer Berufung zurückzufinden und – vielleicht in kleineren, aber überzeugteren Gemeinschaften – Sauerteig in der Welt zu sein», erklärt er. Gleichzeitig beobachtet er, dass viele Menschen auf der Suche nach Spiritualität seien, auch wenn ihnen traditionelle Formen der Kirche fremd geworden sind. Padre Roberto selbst ist überzeugt davon, «dass das Evangelium Jesu ein Angebot ist, das sich lohnt und vielen Menschen mehr Freiheit und Tiefe in ihrem Leben, Kraft und Freude schenkt». Seine eigene Lebenseinstellung spiegelt sich in dem Satz des Evangeliums vom barmherzigen Samariter wider: «Ein Mensch, der sich entscheidet, dem Überfallenen und Verwundeten zum Nächsten zu werden, trifft damit eine Lebensentscheidung: lieber hinsehen und Verantwortung übernehmen, als den Blick abzuwenden oder einfach weiterzugehen.»
Als eines der größten Geschenke seines Lebens bezeichnet Roberto Díaz die Möglichkeit, dass er seine Mutter bis zu ihrem Tod begleiten durfte: «Es waren Jahre, die zugleich von großem Leid geprägt waren. Sie während ihrer Krankheit zu pflegen, war eine Zeit der Begegnung, die ich niemals vergessen werde und für die ich immer dankbar sein werde.»
Foto: privat



