HomeMagazinGeschichteDie Bayreuther Festspiele und ihre Atmosphäre

Die Bayreuther Festspiele und ihre Atmosphäre

Von Claudio Ortiz

En 2026, el célebre Festival de Bayreuth adquiere un significado muy especial: hace 150 años se inauguró el Festspielhaus de Bayreuth con el estreno mundial de «El anillo del nibelungo», de Richard Wagner. Con motivo de este aniversario, echamos una mirada a la creación de este teatro único y a las ideas de Richard Wagner que, hasta el día de hoy, han convertido a Bayreuth en uno de los festivales de ópera más importantes del mundo.

Auch wenn die Bayreuther Festspiele offiziell jedes Jahr am 25. Juli eröffnet werden, beginnen die Vorbereitungen bereits Wochen zuvor. Seit Mitte Juni wird im Festspielhaus intensiv für die Opernproduktionen geprobt, die bis Ende August auf dem Spielplan stehen. 

Ein Theater für Wagners Vision

Richard Wagner kämpfte dafür, dass sein Bühnenfestspiel «Der Ring des Nibelungen» in einem eigens dafür errichteten Theater aufgeführt werde – an einem abgelegenen Ort, fern vom Lärm der Welt und weit entfernt von den Ablenkungen und Belastungen der Großstadt. Nach titanischen Anstrengungen und dank der großzügigen und unverzichtbaren Unterstützung König Ludwigs II. (siehe Cóndor 4682) gelang ihm dieses Vorhaben. Als Standort wurde die fränkische Stadt Bayreuth in Bayern gewählt.

Mit großer Weitsicht schrieb der österreichische Musikkritiker Eduard Hanslick, der bedeutendste zeitgenössische Kritiker Wagners, über den Bau des Bayreuther Festspielhauses und die Uraufführung des «Der Ring des Nibelungen» im Jahr 1876: «Wenn das Bayreuther Theater, das auf Anordnung Richard Wagners ausschließlich zur Aufführung seiner Werke erbaut und durch private Beiträge finanziert wurde, tatsächlich Wirklichkeit werden sollte, wie es jetzt wahrscheinlich erscheint, so könnte allein diese Tatsache als eines der bemerkenswertesten Ereignisse der gesamten Kunstgeschichte gelten und als der größte persönliche Erfolg, von dem ein Komponist jemals zu träumen wagte.»

Hanslick fährt fort: «Es ist ein merkwürdiges Ereignis in der Geschichte der Kunst und Kultur: ein musikalisches Drama, das sich über mehrere Abende erstreckt, der Bau eines eigenen Theaters dafür und der Zug von Tausenden aus halb Europa in eine abgelegene, halb vergessene Stadt, deren Name nun unauslöschlich in die Geschichte der Kunst eingezeichnet ist.»

Diese Worte wurden vor genau 150 Jahren geschrieben. Es ist faszinierend zu sehen, in welchem Maß Wagner mit seiner Vision Recht behalten hat – und das ausgerechnet in einem Theater, das ausschließlich dafür geschaffen wurde, den Blick des Publikums auf die Bühne zu lenken, sei es aufgrund sorgfältiger Planung oder künstlerischer Intuition. 

Was macht Bayreuth für das Publikum so besonders? 

Im Jahr 1998 führte die Universität Bayreuth eine soziokulturelle Studie mit dem Titel «Pilgerfahrt ins Ich. Die Richard-Wagner-Festspiele und ihr Publikum» durch. Sie basiert auf Befragungen von Hunderten von Personen ab 25 Jahren aus den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Schichten, die auf die eine oder andere Weise mit Bayreuth und seinen Festspielen verbunden waren: Opernbesucher, Mitarbeiter aus Hotellerie, Gastronomie, Transportwesen und Geschäften. Dabei wurden unter vielen anderen Aspekten das Bildungsniveau der Befragten, die emotionale und kulturelle Bedeutung ihres 

«Dortseins» und vieles mehr analysiert. 

Im Folgenden einige Stimmen aus dem Publikum: Ein Ehepaar kommentierte: «Wir sehen Wagner-Opern nicht nur hier, sondern überall, wohin wir gehen, aber hier gestaltet sich der gesamte Aufenthalt rund um das Werk Wagners. Man steht auf und geht abends schlafen, und der ganze Tag ist nur Wagner.» 

Eine stärker religiös geprägte, aber in ihrem Kontext nicht weniger treffende Einschätzung lautete: «Als ich zum ersten Mal hier war, hat mich die Atmosphäre, die man hier atmet, gefesselt … Es ist mehr oder weniger wie ein altes Kloster, das heißt unendlich auf einen Punkt konzentriert. Und seit 120 Jahren bildet es einen Fluchtpunkt, in dem sich alles bündelt, so wie sich in einem Kloster alles auf das Lob Gottes konzentriert … Es gibt eine Aura um diesen Ort, die wirklich so dicht ist, dass das Opernerlebnis hier immer völlig anders ist als das, das man zu Hause hat. Außerdem entfernt man sich von der Welt.» 

Diese Eindrücke machen deutlich, weshalb Bayreuth mit seiner außergewöhnlichen Atmosphäre für viele Besucher zu einem einzigartigen Erlebnis wird.

«Bayreuther Ruf» und andere Rituale

Eines der schönsten und charakteristischsten Rituale ist der umgangssprachlich sogenannte «Bayreuther Ruf» beziehungsweise «Pausenruf» oder «Festspielruf» – eine von Richard Wagner selbst eingeführte Fanfare zur Ankündigung des Beginns der Oper und jedes einzelnen Aktes. Auf der Internetseite der Bayreuther Festspiele ist zu lesen: «Eine Viertelstunde vor Vorstellungsbeginn betreten die Pausenmusiker erstmals den Balkon des Festspielhauses. Dort eröffnen sie mit einer eigens komponierten Fanfare den Abend – meist mit einem Motiv aus dem nächsten Akt. Ein besonderer Moment, der genauso neu und aufregend war, wie die Festspiele selbst und bis heute die Vorfreude spürbar macht.»

Interessant ist auch, dass sich der erwähnte Balkon über dem sogenannten Königsbau des Festspielhauses befindet. Dabei handelt es sich um einen Vorbau in der Mitte der Fassade mit einem eigenen Zugang zu einem abgeschlossenen Bereich des Festspielhauses. Er wurde 1882 eigens errichtet, damit König Ludwig II. von Bayern das Theater betreten konnte – ein Zugang, den er kurioserweise nie benutzte. Dadurch erhielt der Königsbau letztlich mehr symbolische und architektonische Bedeutung als eine tatsächliche Nutzung durch den König.

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