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Philippi-Bestand erhält höchsten Denkmalschutz

Universidad Austral de Chile in Valdivia

El Consejo de Monumentos Nacionales declaró por unanimidad Monumento Histórico Nacional el fondo documental del naturalista alemán Rudolph Amandus Philippi. El fondo reúne cerca de 10.000 documentos redactados o recopilados por Philippi entre 1820 y 1904. Actualmente se encuentra resguardado en el Archivo Histórico y Patrimonial de la Dirección Museológica de la Universidad Austral de Chile (UACh), en Valdivia.

Das Museo de la Exploración Rudolph Amandus Philippi in Valdivia, das sich dem Leben und Werk des Naturwissenschaftlers widmet

Die Universidad Austral de Chile bezeichnet die Auszeichnung als einen Meilenstein für ihre Museumsdirektion und deren Arbeit bei der Erhaltung, Erforschung und Vermittlung des dokumentarischen Kulturerbes. Der Rektor der Universidad Austral de Chile, Egon Montecinos, betonte, die Erklärung mache den Philippi-Bestand zu einem «Kulturgut von nationaler Bedeutung, dessen Wichtigkeit den universitären Bereich überschreitet und das formell in das kulturelle Gedächtnis des Landes aufgenommen wird».

Internationale Anerkennung und moderne Archivarbeit

Pedro Araya, Direktor der Museumsleitung der Universidad Austral de Chile, hob hervor, dass der Bestand bereits internationale Anerkennungen erhalten hat. Im Jahr 2024 war der Philippi-Bestand in das Unesco-Register «Memory of the World» für Lateinamerika und die Karibik aufgenommen worden. Dies belege die Bedeutung des Bestands, der in einem der modernsten Museumsdepots im Süden Chiles aufbewahrt werde. Dort befindet sich außerdem ein Ausstellungsbereich, in dem die wichtigsten Dokumente präsentiert werden.

Die Museumsleitung hat durch viele Maßnahmen zur Erhaltung, Ordnung, Erschließung, Digitalisierung und Verbreitung des Bestands beigetragen. Dazu gehört unter anderem das durch den Kulturerbefonds finanzierte Projekt «Archivische Erschließung und Aufwertung des Dokumentenbestands Rudolph Philippi».

Zeichnungen Philippis von Muschelschalen von Weichtieren und…

Die Ernennung würdigt zugleich die besondere Rolle von Archiven als Bewahrer des kulturellen Gedächtnisses. Historische Denkmäler werden meist mit Gebäuden oder denkmalgeschützten Orten verbunden. Die Auszeichnung zeigt jedoch, dass auch Dokumentenbestände als Nationale Historische Denkmäler anerkannt werden können. Der Archivar der Museumsdirektion der UACh, Roberto Bosshardt, erklärte: «Dies würdigt nicht nur den historischen Wert des Bestands, sondern auch die archivfachliche Arbeit, die seine Erhaltung, Erschließung und Zugänglichkeit ermöglicht hat. Der Philippi-Bestand ist nicht nur ein Zeugnis der Persönlichkeit Rudolph Amandus Philippis; er zeigt, wie wissenschaftliches Wissen in Chile im 19. Jahrhundert entstand, welche intellektuellen Netzwerke bestanden und auf welche Weise das Staatsgebiet erforscht und verstanden wurde.»

Der Bestand vereint Dokumente, die der deutsche Naturforscher Rudolph Amandus Philippi zwischen 1820 und 1904 verfasste und sammelte. Er umfasst rund 9.200 Blätter, die auf 29 Archivkartons, 87 Mappen, 64 Hefte und 157 kleine Notizhefte verteilt sind. 

Rudolph Amandus Philippi – Naturforscher und Entdecker

Der Dokumentenbestand ist nicht nur für die Geschichte der Naturwissenschaften in Chile sehr bedeutsam, sondern steht auch in engem Zusammenhang mit dem öffentlichen und privaten Leben des Naturforschers, Hochschullehrers, Wissenschaftlers und Beamten. Die Sammlung umfasst eine große Vielfalt an Dokumenten, darunter Korrespondenz, Terminkalender, Reisetagebücher, wissenschaftliche Beschreibungen, Aufsätze, Berichte, Notizen, Aquarelle, Skizzen, Lithografien, Fotografien, Pläne und Karten.

…einem Schmetterling und anderen Insekten: Bis heute sind sie eine wichtige Quelle für die Artenbestimmung, die Erforschung der Biodiversität und die Geschichte der Naturwissenschaften.

Rudolph Amandus Philippi (1808–1904) kam 1851 nach Chile. Nach seiner Ankunft trat er in die Universidad de Chile ein, wo er Botanik und Zoologie sowie Naturwissenschaften am Instituto Nacional lehrte. Er übernahm die Leitung des Nationalmuseums, des späteren Museo Nacional de Historia Natural, ein Amt, das er bis 1897 ausübte. Während dieser Zeit führte er Forschungen in den Bereichen Botanik, Zoologie, Paläontologie und Geografie durch.

Zu seinen bedeutendsten Forschungsreisen zählt die Expedition in die Atacama-Wüste, die er zwischen 1853 und 1854 im Auftrag der chilenischen Regierung unternahm. Dabei sammelte er Erkenntnisse über die Geografie, Geologie, Flora, Fauna und natürlichen Ressourcen des Nordens Chiles, deren Ergebnisse später im Werk «Viaje al desierto de Atacama» veröffentlicht wurden. Diese Expedition ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der wissenschaftlichen und territorialen Dimension seines Vermächtnisses.

Persönliche Objekte des deutschen Forschers im Museo de la Exploración Rudolph Amandus Philippi
Fotos: Universidad Austral de Chile

Die Dokumente befanden sich über viele Jahre im Besitz der Familie Philippi und wurden größtenteils in den 1970er und 1980er Jahren der Universidad Austral de Chile geschenkt. Zwar befinden sich weitere einschlägige Dokumente im Besitz der Familie und anderer Institutionen, doch der in Valdivia verwahrte Bestand gilt als der umfangreichste und vollständigste bekannte Nachlass Rudolph Amandus Philippis.

Wo Philippis Erbe zu sehen ist

Wer sich näher für Leben und Werk Rudolph Amandus Philippis interessiert, findet im Museo de la Exploración Rudolph Amandus Philippi in Valdivia einen Teil seiner wissenschaftlichen Sammlungen, persönliche Gegenstände, Zeichnungen, Aquarelle und weitere historische Objekte. Darüber hinaus ist bis zum 31. Juli im Centro Cultural Sofía Hott Schwalm der Deutschen Schule Osorno eine vom DCB organisierte Ausstellung über Rudolph Amandus Philippi zu sehen.

Quellen: Presse DIRCOM UACh; www.monumentos.gob.cl

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