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Elisabeth Kübler-Ross zum 100. Geburtstag

«Der Tod existiert nicht»

Médico psiquiatra y profesora universitaria, Elisabeth Kübler-Ross acompañó a más de 200 enfermos incurables en la fase final de su vida, brindándoles apoyo y consuelo. Los conocimientos obtenidos durante estos encuentros dieron origen a numerosas publicaciones científicas, que a su vez motivaron a otros científicos a ocuparse del tema. 

Als Kind sah sie einen alten Bauern im Kreis seiner Familie friedlich sterben. Seitdem ließ sie das Thema vom würdigen Sterben nicht mehr los. Elisabeth Kübler-Ross machte die Beschäftigung  mit diesem Thema zu ihrem Lebenswerk. 

Elisabeth Kübler-Ross: sterben ist lediglich ein Übergang

Im Jahr 1965 begann sie als junge Psychiaterin eine Arbeit auszuüben, der ihre Kollegen systematisch aus dem Weg gingen. Sie betreute im Hospital Billings in Chicago Sterbende, darunter zahlreiche Kinder, die schwere Unfälle erlitten hatten oder sich im Endstadium einer Krebserkrankung befanden. Die meisten Ärzte  überließen die hoffnungslosen Fälle ihrem Schicksal und damit ihrer Einsamkeit. Kü-bler-Ross dagegen führte mit den Patienten lange Gespräche, schnitt mit ihnen offen das Tabuthema Tod an, hörte ihnen aufmerksam zu und spendete ihnen Trost. Dabei kam sie zu ungeahnten Erkenntnissen, die sie 1969 zu einem Buch verarbeitete: «On Death and Dying» (auf Deutsch «Interviews mit Sterbenden», 1971), das millionenfach in 20 Sprachen erschien.

Kübler-Ross klassifizierte die fünf Phasen, die der Sterbende in der Regel durchmacht, vom Nicht-wahrhaben-Wollen (Denial) bis zur Annahme (Acceptance). Darüber hinaus erforschte sie das Phänomen der Nahtoderfahrung. Wiederholt berichteten ihr Kranke, die über einen gewissen Zeitraum für klinisch tot erklärt worden waren, dass sie sich in einer höheren Di-mension aufgehalten hätten. 

Alle Aussagen der Rückkehrer stimmten überein

Erstaunlich dabei war, dass sämtliche Aussagen in bestimmten Punkten genau übereinstimmten, egal ob es sich bei dem Patienten um ein dreijähriges Kind oder um einen sehr alten Menschen handelte. Zunächst fiel allen ein bisher nie erlebtes Wohlbefinden auf. Dann lief ihr gesamtes Leben wie im Zeitraffer an ihnen vorbei, anschließend passierten sie einen Tunnel, an dessen Ende eine liebevolle Lichtgestalt auf sie wartete. 

Dieses Muster erscheint übrigens in verschiedenen Kulturen. Das «Tibetische Totenbuch» (8. Jahrhundert) etwa schildert in seinem ersten Teil, dem Tschikhai-Bardo, den Sterbeprozess, der mit der Wahrnehmung eines «klaren Lichts» endet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts schuf Hieronymus Bosch sein Gemälde «Aufstieg der Seligen», das Verstorbene zeigt, die von Engeln zu einem riesigen röhrenartigen Gebilde geführt werden, an dessen Ausgang gleißende Helligkeit leuchtet.

Kübler-Ross war damals nicht die einzige Wissenschaftlerin, die sich mit dieser Themenstellung befasste. Ihr Kollege Raymond Moody veröffentlichte 1975 das Buch «Life After Life» («Leben nach dem Tod»), zu dem sie ein anerkennendes Vorwort schrieb. Der Band wurde ein Bestseller. 

Die zahlreichen, verblüffend übereinstimmenden Aussagen ihrer Patienten ermutigten sie zu der Äußerung, dass der Sterbeprozess lediglich ein Wandel sei und dass somit der Tod nicht existiere: «Der Tod ist nur Übergang von diesem Leben zu einer anderen Existenz, in der es keinen Schmerz und keine Angst mehr gibt.» Ferner sei ein Weiterleben nach dem Sterben «wissenschaftlich bewiesen», was in Forscherkreisen für Entrüstung sorgte. Dabei bezog sie sich auf übereinstimmende Mitteilungen von sterbenden Kindern: «Bevor sie sterben, werden sie ganz, ganz ruhig und verklärt. (…) Und dann sagen alle diese Kinder, jetzt ist alles in Ordnung, meine Mami und der Peter warten schon auf mich. Ich weiß in dem Moment, dass die Mutter in der Unfallstation gestorben ist, aber Peter, der Bruder, wurde in ein anderes Krankenhaus eingeliefert. (…) Und dann gehe ich ans Telefon und bekomme vom anderen Krankenhaus die Meldung: ,Ich möchte Ihnen nur mitteilen, dass der Peter vor 10 Minuten gestorben ist.’»  

«Aufstieg der Seligen», Gemälde von Hierony-mus Bosch (ca. 1505-1515)

Psychiaterin, Professorin, Sterbebegleiterin

Elisabeth Kübler wurde vor 100 Jahren, am 8. Juli 1926, als Drillingsschwester in Zürich geboren. An der Universität Zürich studierte sie Medizin, um danach mit ihrem Ehemann Emanuel Ross in die USA umzusiedeln. 1965 wurde sie Assistenzprofessorin für Psychiatrie an der University of Chicago. Gleichzeitig folgte sie ihrer eigentlichen Berufung, der Begleitung Sterbender, die sie in Zusammenarbeit mit Seelsorgern durchführte und die zu ihrer Lebensaufgabe wurde, mit der sie sich bis zu ihrem Tod im August 2004 befasste.

Kübler-Ross schrieb insgesamt 24 Bücher, die in 44 Sprachen erschienen. 20 Universitäten verliehen ihr Ehrendoktortitel. Kern ihrer Beschäftigung und ihrer Forschungen ist der 

rücksichtsvolle Umgang mit Sterbenden, der zum Ziel hat, ihnen zu helfen, diese schwere Phase nach Möglichkeit zu erleichtern und sie mit Würde zu ertragen. Mit ihrer aufopferungsvollen Begleitung Sterbender und den Erkenntnissen, die sie dabei erlangte, leistete sie Pionierarbeit, die etliche seriöse Wissenschaftler anspornten, sich mit dem schwierigen Thema zu beschäftigen.      

In einem Schweizer Fernsehsender äußerte sie in einem Gespräch: «Der Moment des Todes ist ja ein ganz einmaliges, schönes, befreiendes Erlebnis, ohne Angst, ohne Nöte. (…) 

Man löst sich von seinem Körper, genau wie ein Schmetterling aus einem Kokon kommt. Man ist sich bewusst über den Körper, der im Bett liegt oder auf der Straße bei dem Autounfall, man beobachtet das ganz objektiv, ohne Angst, ohne Schmerzen, ohne Heimweh, kann keine negativen Gefühle haben und man merkt dann, dass man wieder vollkommen ist.»

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