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Porträt – Carlos Torres 

Unternehmer, Wissenschaftler, Universitätsrektor

Mit Leidenschaft für Wissen und Wandel

Quien habla con Carlos Torres Fuchslocher se da cuenta rápidamente de que no se deja encasillar en un solo papel. Ingeniero, científico, empresario, directivo universitario y, más recientemente, rector de la Universidad de Talca: todas estas etapas forman parte de su trayectoria profesional. Sin embargo, detrás de todo ello hay una persona que siempre ha mantenido viva su curiosidad y que entiende la formación como un proceso que dura toda la vida.

Geboren wurde Carlos Torres in Ancud auf der Insel Chiloé. Seine Kindheit erinnert er als unbeschwert: «Mit den Kindern aus der Nachbarschaft spielten wir Murmeln und bauten Blasrohre aus Papier.» Gemeinsam mit dem älteren seiner beiden Brüder – er hat außerdem noch einen jüngeren – half er den Eltern im Haushalt und besuchte Verwandte im Süden Chiles. Mit zehn Jahren änderte sich sein Alltag grundlegend: Die beiden Brüder wechselten als Internatsschüler an das Jesuitenkolleg San Francisco Javier in Puerto Montt.

Carlos‘ Eltern waren beide Medizintechnologen. Während seine Mutter ihrem Beruf treu blieb, widmete sich der Vater anderen unternehmerischen Aktivitäten. Besonders prägend sind für Carlos die deutschen Wurzeln der Familie mütterlicherseits. Sie stammen von den Familien Fuchslocher und Mann ab, deren Vorfahren Mitte des 19. Jahrhunderts nach Chile auswanderten. Einer davon war Karl Julius Fuchslocher aus Esslingen am Neckar. Die Familiengeschichte ist bis heute ein wichtiger Teil seiner Identität und erklärt auch seine spätere enge Verbindung zu Deutschland.

Nach dem Schulabschluss entschied er sich für ein Studium des Maschinenbaus an der Universidad Técnica Federico Santa María. Gleichzeitig verspürte er schon während des Studiums den Wunsch nach einer umfassenderen Bildung. Er wollte seinen Horizont erweitern, andere Kulturen kennenlernen und neue Perspektiven gewinnen. Deshalb begann er neben dem Studium Englisch und Deutsch zu lernen. Dies führte ihn schließlich nach Deutschland, zu einer Promotion in Entwicklungsökonomie an der Universität Leipzig. Das Thema seiner Dissertation lautete «Entwicklung technologieintensiver Zulieferer in ressourcenbasierten Volkswirtschaften» – für ihn war dies die ideale Verbindung zwischen technischer Ausbildung und gesellschaftlicher Fragestellung. 

Sein beruflicher Weg verlief anschließend ebenso vielseitig wie sein Studium. Zu den wichtigsten Stationen zählt zunächst ein eigenes Unternehmen, das er gemeinsam mit einem deutschen und einem chilenischen Partner gründete: Das Trio handelte mit Obst und Gemüse innerhalb Chiles und exportierte Wein nach Deutschland.

Eine weitere prägende Erfahrung war

seine Tätigkeit als Dozent im Rahmen eines

internationalen Programms der Universität

Leipzig. Hier unterrichtete er an der Hanoi University of Technology in Vietnam

– eine Zeit, die er bis heute als außergewöhnlich bereichernd beschreibt.
2010 folgte eine Herausforderung ganz anderer Art. Nach dem schweren Erdbeben in Chile wurde er eingeladen, den Wiederaufbau der Universidad de Talca zu koordinieren. Mehr als 50 Projekte mussten gleichzeitig koordiniert werden – die Aufgabe verlangte Organisationstalent, Führungsstärke und strategisches Denken. Gleichzeitig eröffnete sie ihm den Zugang zum Hochschulmanagement.

Zwölf Jahre später wurde er zum Rektor der Universität gewählt. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählt er die Einführung eines professionellen Managementsystems, die digitale Transformation, die Entwicklung eines innovativen Bildungsmodells sowie die finanzielle Stärkung. Darüber hinaus setzte er sich für bessere Karriereperspektiven von mehr als 380 Professorinnen und Professoren ein. Als Vertreter des chilenischen Rektorenrates beteiligte er sich daneben an der Einführung staatlich regulierter Studiengebühren und an der Diskussion neuer Modelle zur Studienfinanzierung. 

Nach dem Ende seiner Amtszeit kehrte er in diesem Jahr in die Wissenschaft zurück. Derzeit arbeitet er an mehreren Projekten: dem Aufbau eines Labors für Biomasse-Brennstoffe und Verbrennungstechnologien, der Entwicklung von KI-Agenten für Anwendungen in den Bereichen Qualitätsmanagement, geistiges Eigentum und Bildung sowie an einer neuen Forschungslinie zum Management von Hochschulen.

Privat ist Carlos Torres seit vielen Jahren mit María Luisa Del Campo Hitschfeld verbunden. Das Paar hat drei Söhne im Alter von 12, 16 und 18 Jahren. In der Freizeit stehen Trekkingtouren und gemeinsames Kochen auf dem Programm. «Die asiatische Küche gehört zu meinen Favoriten. Von den deutschen Vorfahren hat die Familie aber auch die Liebe zum Backen übernommen. Himbeer- oder Apfelkuchen stehen regelmäßig auf dem Tisch.»

Und sein Lebensmotto? Es klingt schlicht, beschreibt aber seinen bisherigen Weg erstaunlich treffend: «Ich mag es, wenn etwas perfekt wird. Noch lieber ist mir allerdings, wenn es überhaupt gemacht wird.».

Foto: privat

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