Hay trayectorias vitales que parecen estar marcadas desde muy temprano. En el caso del Contraalmirante Harald Sievers Zimmerling, la fascinación por el mar comenzó ya en la infancia, al contemplar los barcos, el puerto y el trabajo de la Armada chilena. Tras cursar sus estudios en el Colegio Alemán de Valparaíso, ya en el primer año de secundaria se decidió por un camino poco habitual: ingresar en la Escuela Naval «Arturo Prat».
«Seit meiner Kindheit hat mich der Beitrag, den die Marine für das Land leistet, beeindruckt. Die Armada steht für den Schutz der nationalen Souveränität und hatte für mich immer eine besondere Bedeutung», erinnert sich Harald Sievers. Auch sein Vater hatte einige Jahre bei der Marine gedient und ihm oft von dieser Zeit erzählt – von der Ausbildung, den Kameradschaften und den Freundschaften, die ein Leben lang hielten. Mit dem Eintritt in die Marine begann für Harald Sievers eine fast fünf Jahrzehnte dauernde berufliche Reise, die ihn von den nördlichen Gewässern Chiles bis in die Antarktis sowie nach Rapa Nui und Juan Fernández führte.

U-Boot-Offizier, Antarktisfahrten und Ausbildungsaufgaben
Eine besondere Rolle spielte dabei seine Spezialisierung als U-Boot-Offizier. Mehr als zehn Jahre verbrachte er an Bord von Tauchbooten und übernahm 2005 und 2006 das Kommando über die SS Simpson. Diese
Zeit habe ihn besonders geprägt, sagt er, denn «das Leben unter Wasser erfordert höchste Konzentration, Teamarbeit und Vertrauen zwischen den Besatzungsmitgliedern.» Doch nicht nur die Welt der U-Boote gehörte zu seiner Laufbahn. Als Kommandant des Bergungsschiffes ATF Leucotón mit Stationierung in Punta Arenas unternahm er mehrere Fahrten in die Antarktis und durch die südlichen Kanäle Chiles – Regionen, in denen Naturgewalten und menschliche Verantwortung unmittelbar aufeinandertreffen. Auch seine Aufgaben an Land waren bedeutend: In den Jahren 1992 und 1993 war er Offizier an der Escuela Naval «Arturo Prat», später leitete er die Escuela de Submarinos. Von 2007 bis 2008 arbeitete er als stellvertretender Leiter der chilenischen Marinemission in England. Weitere Stationen waren unter anderem die Leitung der Academia Nacional de Estudios Políticos Estratégicos sowie Aufgaben im Generalstab der Marine.

Hafenlotse mit Herz und Seele
Nach 35 Jahren Dienstzeit in der Armada begann 2014 ein neues Kapitel für Harald Sievers, nunmehr Konteradmiral im Ruhestand: der Wechsel zum «Práctico Autorizado de Puerto», also zum Hafenlotsen. Für diesen Beruf brachte er ideale Voraussetzungen mit – jahrzehntelange Erfahrung auf See, nautisches Wissen und die Fähigkeit, auch in komplexen Situationen ruhig zu entscheiden. «Die Manöver in Häfen sind immer anspruchsvoll und risikoreich, weil viele Menschen und Einsatzmittel beteiligt sind. Glücklicherweise musste ich keine wirklich gefährlichen Situationen erleben.» Dafür gab es viele menschliche Begegnungen und humorvolle Momente. Nach besonders gelungenen Manövern spendierte er den Leinenführern gerne ein «Completo» oder einen Hamburger – eine kleine Geste, die bei den Teams natürlich gut ankam.Eine besondere Episode blieb ihm ebenfalls in Erinnerung: Eine junge Besatzungsangehörige einer Lotsenbarkasse fragte ihn einmal, ob sie ihn für ein TikTok-Video filmen dürfe. Er stimmte zu – ohne zu ahnen, dass das Video schnell sehr viele Zuschauer erreichen und die Zahl ihrer Follower deutlich steigen würde.
Ruhestand mit Beratungspotenzial

Im Juni 2026 endete nun auch diese berufliche Etappe. Nach insgesamt 47 Arbeitsjahren – 35 davon bei der Marine und 12 als Hafenlotse – begann für Harald Sievers der Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Ximena Ibarra wollte er zunächst Zeit mit der Familie verbringen: mit Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln. Eine besondere Reise führte ihn dabei auch nach Föhr, die nordfriesische Insel, auf der eine seiner Urgroßmütter geboren wurde. Ganz auf das Meer verzichten will er jedoch nicht. Seine Erfahrung möchte er künftig gerne weitergeben – etwa als Berater für Unternehmen aus dem maritimen Bereich.
Familiengeschichte
Die Geschichte der Familien Sievers und Zimmerling ist eng mit der deutschen Einwanderung nach Chile verbunden. So kam die Familie Czischke Kamischke bereits 1854 nach Südamerika und ließ sich in der Nähe von Valdivia nieder. 1860 folgte die Familie Wicke, die später in Rengo heimisch wurde. Besonders stolz erzählt Harald Sievers von Conrad Wicke, einem Vorfahren mit Promotion in Mathematik, Chemie und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. Ein schöner Zufall dabei: Haralds Tochter Denise Sievers erwarb ebenfalls einen Doktortitel an der Universität Göttingen. Der erste Sievers in Chile war der Buchhalter Hugo Heinrich Karl Sievers, der 1887 aus Hamburg einwanderte. Er heiratete die in Copiapó geborene Emma Wicke; die Familie verband sich damit mit zwei deutschen Einwandererlinien. Ihr ältester Sohn Kurt heiratete Amalia Czischke, und deren Sohn Hellmuth Sievers war Haralds Vater. Sein Großvater mütterlicherseits, Alfredo Zimmerling, arbeitete bei einer Versicherungsgesellschaft in Valparaíso und betrieb außerdem einen Obst- und Gemüseladen. Erna Möller, die Großmutter Haralds, wurde in Argentinien geboren, offenbar in Neuquén. Aus dieser Ehe ging Haralds Mutter Emmy Zimmerling hervor. Über Generationen hinweg blieb und bleibt die Verbindung zu Chile und zur deutschen Herkunft bestehen.



