El ferrocarril en Alemania vive una evolución contradictoria: aunque es clave para la movilidad sostenible y la protección del clima, los retrasos, las obras y las líneas saturadas forman parte del día a día de muchos pasajeros. La histórica falla del sistema digital GSM-R en junio puso además de manifiesto la vulnerabilidad de la infraestructura ferroviaria. Por ello, el Gobierno federal y Deutsche Bahn han iniciado un amplio programa de modernización.
Deutschland investiert in den kommenden Jahren massiv in seine Verkehrsinfrastruktur. Von den bis 2029 vorgesehenen rund 166 Milliarden Euro fließen 107 Milliarden Euro in die Modernisierung des Schienennetzes.

Parallel dazu läuft ein längerfristiges Programm zur Generalsanierung von mehr als 4.000 Kilometern der wichtigsten deutschen Bahnstrecken, das bis Mitte der 2030er-Jahre reichen soll. Erneuert werden Gleise, Weichen, Brücken, Stellwerke und Bahnhöfe sowie die Elektrifizierung weiterer Bahnstrecken, zudem wird die digitale Leit- und Sicherungstechnik ausgebaut. Dafür sind mehrmonatige Vollsperrungen vorgesehen. Ziel ist es, die Kapazität des Netzes zu erhöhen und die Pünktlichkeit im Bahnverkehr langfristig zu verbessern.
Parallel dazu wächst der Wettbewerb auf der Schiene. Mit FlixTrain hat sich ein privater Anbieter im Fernverkehr etabliert. Das Unternehmen verbindet deutsche Großstädte mit vergleichsweise günstigen Fahrpreisen und investiert kräftig in seine Zukunft. Bis 2028 soll die Flotte mit 65 neuen Hochgeschwindigkeitszügen verdoppelt werden. Die neuen Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometer pro Stunde.
Ein Symbol für die Chancen, aber auch die Probleme des deutschen Bahnausbaus ist das Großprojekt Stuttgart 21. Der Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof wurde bereits in den 1990er Jahren geplant und sollte ursprünglich 2019 abgeschlossen sein. Inzwischen haben sich Termin und Kosten mehrfach erhöht. Nach einer erneuten Überprüfung teilte die Deutsche Bahn Ende Juni mit, dass die Inbetriebnahme nun erst Ende 2031 vorgesehen ist. Gleichzeitig steigen die Projektkosten auf rund 14,5 Milliarden Euro. Als Gründe nennt die Bahn unter anderem Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens, technische Änderungen sowie Mängel im bisherigen Projektmanagement. Bahnchefin Evelyn Palla räumte öffentlich erhebliche Versäumnisse bei Planung und Steuerung ein.
Ein historischer Ausfall des digitalen Bahnfunksystems GSM-R legte am 23. Juni den Zugverkehr in Deutschland für rund zwei Stunden nahezu vollständig lahm. Fern-, Regional-, S-Bahn- und Güterzüge mussten bundesweit anhalten, weil Leitstellen und Lokführer zeitweise nicht mehr miteinander kommunizieren konnten. Tausende Reisende waren betroffen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde der bislang beispiellose Vorfall vermutlich durch einen technischen Fehler während Wartungsarbeiten ausgelöst. Er verdeutlichte zugleich, wie stark der Bahnbetrieb heute von einer funktionierenden digitalen In-
frastruktur abhängt und verstärkte die Forderungen nach einer Modernisierung und höheren Ausfallsicherheit des deutschen Schienennetzes..
Quellen: dpa; www.bmv.de; www.deutschebahn.com.
Lectura: Der Hauptbahnhof Wuppertal ist Teil der Generalsanierung der
Bahnstrecke Köln–Wuppertal–Hagen, eine der wichtigsten Schienenverbindungen Deutschlands.
foto: dpa



