HomeMagazinGeschichteZum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung

Zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung

Vom Steuerstreit zur Staatsgründung

El 4 de julio de 1776, 13 colonias británicas declararon su independencia y sentaron así las bases de los Estados Unidos de América. Tras la victoria en la Guerra de Independencia, la joven república adoptó en 1789 su Constitución, vigente hasta hoy, y el general revolucionario George Washington fue elegido primer presidente del país.

(sik, PD) Der Weg zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten nahm seinen Anfang im Siebenjährigen Krieg (1756–1763), in dem Großbritannien und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika kämpften. Die britischen Kolonisten unterstützten dabei die Krone gegen Frankreich. Zwar gewann Großbritannien den Krieg und erhielt im Frieden von Paris 1763 große französische Gebiete in Nordamerika, doch der militärische Erfolg hatte seinen Preis: Der Staat war hoch verschuldet.

Die Freiheitsstatue im Hafen von New York gilt als weltweites Symbol für Freiheit und erinnert mit der Datumsinschrift «4. Juli 1776» an die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

Um die Kriegskosten zu decken, beschloss die britische Regierung, ihre 13 nordamerikanischen Kolonien stärker zu besteuern. Für die Kolonisten war dies jedoch nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern vor allem eine Frage der politischen Mitbestimmung. Da sie keine Vertreter im britischen Parlament hatten, lehnten sie die neuen Abgaben ab. Ihr Protest brachte den bis heute berühmten Leitspruch hervor: «No taxation without representation» – keine Besteuerung ohne politische Vertretung.

Proteste gegen London

1765 führte London den sogenannten «Stamp Act» ein, der auf nahezu alle gedruckten Dokumente eine Steuer erhob. Es folgten weitere Zölle auf Waren wie Glas, Papier und Tee. Die Proteste wurden immer heftiger. 1770 kam es in Boston zu einem Zusammenstoß zwischen britischen Soldaten und Demonstranten, bei dem fünf Kolonisten getötet wurden. Das als Boston-Massaker bekannt gewordene Ereignis verschärfte die Spannungen zusätzlich.

Den entscheidenden Wen-depunkt markierte die Boston Tea Party am 16. Dezember 1773. Aus Protest gegen die britische Teesteuer und das Handelsmonopol der East India Company warfen als Mohawk-Indianer verkleidete Kolonisten 342 Kisten Tee in den Hafen von Boston. Großbritannien reagierte mit harten Strafmaßnahmen: Der Hafen wurde geschlossen, die Selbstverwaltung der Kolonie Massachusetts eingeschränkt und die militärische Kontrolle verstärkt. Statt die Kolonien einzuschüchtern, führte dies jedoch zu größerem Zusammenhalt.

Vom Widerstand zum Krieg

1774 trafen sich Vertreter von zwölf der dreizehn Kolonien zum Ersten Kontinentalkongress in Philadelphia. Zu diesem Zeitpunkt forderten die meisten noch keine vollständige Unabhängigkeit, sondern die Wiederherstellung ihrer Rechte als britische Untertanen. Als König Georg III. auf ihre Forderungen nicht einging, eskalierte der Konflikt.

Gettysburg gilt als Wendepunkt im Amerikanischen Bürgerkrieg – die Nordstaaten gewannen, viele sehen darin die zweite Geburt der USA. Noch heute ist das Schlachtfeld von 1863, der Gettysburg National Military Park, ein wichtiger und viel besuchter Symbolort.

Am 19. April 1775 fielen bei Lexington und Concord die ersten Schüsse des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Kurz darauf trat der Zweite Kontinentalkongress zusammen, stellte eine gemeinsame Armee auf und ernannte George Washington zu ihrem Oberbefehlshaber.

Anfang 1776 veröffentlichte der englische Publizist Thomas Paine seine Schrift «Common Sense», in der er die vollständige Trennung von Großbritannien forderte. 

Das Werk beeinflusste die öffentliche Meinung und bereitete den Boden für den nächsten historischen Schritt.

Die Erklärung vom 4. Juli

Am 2. Juli 1776 beschloss der Kontinentalkongress die Unabhängigkeit der dreizehn Kolonien von Großbritannien. Zwei Tage später, am 4. Juli 1776, verabschiedete dieser schließlich die von Thomas Jefferson verfasste Unab-hängigkeitserklärung. Darin erklärten die dreizehn Kolonien ihre Loslösung von Großbritannien und verkündeten, dass alle Menschen mit unveräußerlichen Rechten geboren seien, darunter das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. In der politischen Realität galten diese Rechte jedoch vor allem für weiße Männer. Frauen, Sklaven und viele andere Bevölkerungsgruppen waren weitgehend ausgeschlossen. Ein Passus, in dem Jefferson den Sklavenhandel scharf verurteilte, wurde vor der Verabschiedung aus dem Entwurf gestrichen. Die Sklaverei wurde in den Vereinigten Staaten erst 1865 mit dem 13. Verfassungszusatz abgeschafft.

Anerkennung seit 1783

Mit dieser Erklärung war die Unabhängigkeit allerdings noch nicht errungen, sie musste erkämpft werden. Der Krieg dauerte weitere sieben Jahre an. Erst nach dem entscheidenden Sieg der amerikanischen und französischen Truppen bei Yorktown im Jahr 1781 erkannte Großbritannien im Frieden von Paris 1783 die Vereinigten Staaten offiziell als unabhängigen Staat an. Fast 80 Jahre später wurde Gettysburg (1863) zur entscheidenden Schlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs, der unter anderem zur Abschaffung der Sklaverei führte.

Anmeldung zum Cóndor-Newsletter

Wir senden Ihnen den regelmäßig erscheinenden Newsletter mit unseren Textempfehlungen zu.

- Werbung -

Mehr Lesen