Autorin
Liebeserklärung an Patagonien
Ha vivido en Santiago y en Alemania, pero no cambia la aldea que la vio crecer por nada en el mundo. Puyuhuapi es el lugar soñado de Luisa Ludwig, que conoce como la palma de su mano y cuya historia relató en un exitoso libro que ya ha publicado en tres idiomas.
Luisa Ludwig wurde in Puerto Montt geboren und wuchs in Puyuhuapi auf. An der Deutschen Schule in Valdivia machte sie ihren Schulabschluss und zog mit 18 Jahren nach Deutschland. «Sprachen lernt man natürlich am besten da, wo sie gesprochen werden», meint Luisa Ludwig, was für sie der Hauptgrund war, Südchile zu verlassen. In Deutschland studierte sie Englisch und Russisch. Anschließend absolvierte sie ein Psychologiestudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitete danach sieben Jahre an der Städtischen Erziehungsberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Bremen, wo sie Familien betreute.

Im Jahr 1986 kehrte sie aus familiären Gründen nach Chile zurück. Es sei für sie «eine Notlösung» gewesen, dass sie nach Santiago zog, erklärt Luisa Ludwig. «Die Santiaguiner werden es mir verzeihen», sagt sie, «aber wer in Aysén geboren wurde, der ist da dermaßen verwurzelt, dass er kaum anders kann, als zurückzukehren.»
An der Deutschen Schule Santiago begann sie im pädagogischen Bereich zu arbeiten. Ihre Aufgabe war es, Schüler der Oberstufe bei der Berufswahl zu beraten. Als das Goethe-Institut ihr eine Halbtagesstelle als Hilfsbibliothekarin anbot, nahm sie diese gerne an. Gut zehn Jahre war sie an der Einrichtung tätig, wo sie, neben der eigentlichen Bibliotheksarbeit für das Kulturprogramm des Instituts, für die Deutsche Botschaft und Ministerien übersetzte und dolmetschte.
Danach erfolgte die langersehnte Rückkehr in ihre Heimatregion. Aus Interesse an der eng mit ihrer Familie verbundenen Geschichte des Orts begann sie in Puyuhuapi und der Umgebung über dieses Thema zu recherchieren. Während dieser Gespräche wurde sie schließlich ermutigt, als schreibgewandte Person doch die Geschichte der Ortschaft zu Papier zu bringen. Luisa Ludwig war von der Idee angetan und führte alsbald Gespräche mit den damals noch lebenden Einwanderern – mit der ursprünglichen Absicht, das daraus entstehende Material einem Geschichtswissenschaftler zur Aufarbeitung zu übergeben. «Den habe ich nie gefunden, also habe ich gedacht, lieber mache ich das selbst», erinnert sie sich.
Sie ordnete die Interviews chronologisch, sammelte Fotos zur Illustration des Bandes und gab 2011 eine erste Auflage heraus. Bereits 2014 erschien die zweite Auflage und 2015 veröffentlichte sie eine deutsche Fassung, die im vergangenen Jahr auch in Deutschland nachgedruckt wurde. 2017 erschien eine englische Übersetzung, bei der Luisa Ludwigs Ehemann James Falkowski, der aus den USA stammt, sie unterstützte.
James lernte sie in Coyhaique kennen, als er dort Urlaub machte. Danach folgte eine Fernbeziehung, die mehrere Jahre währte, bis er sich vor zwei Jahrzehnten dazu entschloss, endgültig nach Chile zu ziehen. In dem vierstöckigen, denkmalgeschützten Wohnhaus der Familie Ludwig in Puyuhuapi führten Luisa und ihr Mann einen Gasthof.
«Puyuhuapi war Waldhagen – ein Dorf in Patagonien mit deutschen Wurzeln» beziehungsweise «Puyuhuapi, Curanto y Kuchen» ist der Titel des erfolgreichen Buches, das noch einmal, im vergangenen Jahr, in zwei Auflagen herauskam: auf Deutsch und auf Spanisch. Die vielen Auflagen belegen das große Interesse an dem Buch. «Die Geschichte ist ausgesprochen gut», erklärt sich Luisa Ludwig den Erfolg. «Und wenn man eine tolle Geschichte hat und nicht allzu viele Fehler macht, dann muss sich das irgendwie verkaufen.»
Als sie mit dem Fernsehkommentator Raúl Sohr, der während seiner Sendungen Bücher zu besprechen und zu empfehlen pflegt, ins Gespräch kam, bot er ihr an, das Buch vorzustellen, fügte jedoch hinzu: «Aber wenn Du Geld verdienen willst, verkauf es selbst, weil die großen Unternehmen immer nur zwei Exemplare haben wollen.» Luisa Ludwig folgte dem Rat und stellt seitdem das Buch in Puyuhuapi aus, mit dem Ergebnis, dass es sich langsam, aber regelmäßig verkauft. Es handelt sich bei dem Werk um einen sogenannten «Longseller», ein Buch, das immer Interessenten finden wird.
Zudem ist «Puyuhuapi war Waldhagen» regional bekannt als ein Modell, wie man Ortsgeschichte darstellen kann. Die Gesamt-
auflage in drei Sprachen beläuft sich inzwischen auf rund 5.000 Exemplare, was nach chilenischen Maßstäben als sehr gut gilt.
Der Ort Puyuhuapi zählt heute rund 800 Einwohner. Auffallend ist, wie Luisa Ludwig meint, «dass so eine kleine Siedlung gegenwärtig junge Leute im Alter zwischen 30 und 40 Jahren anzieht, die dort leben wollen und sich riesig anstrengen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern». Nach einer Zeit, in der es schien, dass der Ort aussterben würde, haben diese Ehepaare die Gegend mit ihrem Nachwuchs wiederbelebt. «Das ist für uns eine unglaubliche Freude, denn so erneuert sich Puyuhuapi in einem sehr positiven Sinn», stellt sie fest.
Mittlerweile haben die Eheleute Falkowski-Ludwig die Gaststätte aufgegeben: «Jetzt reicht’s», findet Luisa Ludwig, und meint damit nicht nur das Frühaufstehen und Feuer machen, denn überhaupt: «Fremdenverkehr ist sehr anstrengend!» Seitdem ist sie dennoch ständig aktiv – von der Organisation von Hundesterilisationen bis zu ihren zahlreichen Hobbys wie Lesen, Wandern, Theater, Film und Chorgesang.
Vor allem genießt sie ihren einzigartigen Heimatort: «Chile ist überall schön und Patagonien ist besonders schön. Unsere Landschaft ist fantastisch. Puyuhuapi ist mein Ort; er ist weder besser noch schlechter als andere, aber er ist eben meiner.»
Foto: privat



