Zweite Box im Mai erschienen
A comienzos de mayo salió a la venta el volumen 2 de las sonatas para piano de Ludwig van Beethoven, interpretadas por el pianista chileno Alfredo Perl. La grabación del sello Audite incluye algunas de las composiciones para piano más entrañables del genio de Bonn, como la «Waldstein», la «Claro de luna», la «Pastoral» y la «Appassionata».
Er begab sich schon einmal, in den 1990er Jahren, als junger Pianist, ins Tonstudio, um für das Label Arte Nova die Klaviersonaten Ludwig van Beethovens auf Tonträger zu bannen. Damals ließ er so manchen anspruchsvollen Musikliebhaber aufhorchen. Nun, nach 30-jähriger Reifezeit, entschloss Alfredo Perl sich, das große Projekt noch einmal in Angriff zu nehmen. Die erste Box erschien im August 2024 und die zweite, die Beethovens Schaffensperiode zwischen 1801 und 1814 überbrückt, ist seit Anfang Mai dieses Jahres auf dem Markt.

Schon das erste Werk dieser Serie, die Sonate Nr. 12, offenbart einen Pianisten, der souverän und mit beachtenswerter Leichtigkeit in die Tasten greift. Diese Eigenschaft behält er im Trauermarsch bei – den Beethoven bezeichnenderweise in leuchtendem Dur gesetzt hat – wobei Perl allerdings wiederholt kraftvoll aufbegehrt. Selbst das Andante con moto der Nr. 23, der berühmten «Appassionata», ein Satz, der als Sinnbild des Weltschmerzes gilt, spielt er zwar ernst und getragen, aber auffallend unschwer, wobei ein optimistischer Hoffnungsschimmer nicht zu überhören ist.
Perls Können manifestiert sich eindringlich in der «Mondscheinsonate», mit ihren drei grundverschiedenen Sätzen. Den ersten deutet er melancholisch-verträumt, das folgende Allegretto jugendlich-unbeschwert und das Presto agitato mit außerordentlicher Energie, über die er nie die Kontrolle verliert.
Im Eingangs-Largo-Allegro der Nr. 17 «Der Sturm» meldet sich eine ernste Gemütsverfassung an. Die wuchtigen, düsteren Ausbrüche signalisieren eine leidende Seele, ebenso das Adagio. Perls Umgang mit Gefühlen und Emotionen kommt hier grandios zum Ausdruck.
Die Bagatellen op. 33, die ja in ihrer exquisiten Vielfalt alles andere als unscheinbare Miniaturen sind, erarbeitet der Pianist mit lobenswerter Gründlichkeit und lässt sie mit Fantasie und Ideenreichtum prächtig aufblühen.
Die «Waldstein»-Sonate interpretiert Perl in zügigem Tempo, ohne dabei die großen Spannungsbögen aus dem Blick zu verlieren. Das folgende Adagio molto bietet dazu mit seiner Mattheit einen starken Kontrast. Im Allegretto moderato blüht er schwelgerisch auf. Beim heiklen Schluss-Prestissimo legt er schnell los, ist aber stets auf deutliche Artikulation bedacht.
In «Les Adieux» stellt Perl beim Ausarbeiten der Stimmungen «Lebewohl», «Abwesenheit» und «Wiedersehen» einen unmissverständlichen Sinn für Dramatik unter Beweis. Der Zyklus schließt mit der Bagatelle «Für Elise», die er mit Gefühl, beherzt, aber mit höflicher Zurückhaltung vorträgt.
Dankbar stellt man fest, dass weniger bekannte Werke, wie Variationen über eigene Themen sowie über «God Save the King» und «Rule Britannia» dem Sonatenzyklus beigefügt wurden, da sie das beethovensche Klavierwerk trefflich abrunden.
Alles in allem veranschaulicht die Produktion die Deutung eines Künstlers, der sich mit dem Stoff umfassend auseinandergesetzt hat. Dabei glückte es ihm, die Werke kongenial in Tonsprache umzusetzen. Ein großes Kompliment auch an die Tonmeisterinnen Maria Suschke und Renate Wolter-Seevers für das natürliche Klangbild und die trefflichen, bis in die letzte Nuance eingefangenen Dynamikabstufungen. Nicht zuletzt ein Dankeschön an das Label Audite, das in unserer, weiß Gott, nicht einfachen Zeit ein Projekt dieser Größe in Angriff genommen hat.



