Der Pfälzer Pionier der deutschen Polarforschung
Georg Balthasar von Neumayer fue uno de los más destacados geofísicos, meteorólogos y exploradores polares alemanes del siglo XIX. Su obra estuvo dedicada a dos grandes objetivos: promover la navegación marítima alemana mediante el conocimiento científico y fomentar la exploración de las regiones polares. Como pionero de la navegación moderna y de la investigación polar, realizó importantes contribuciones al estudio de los océanos y de las regiones polares.

Georg Balthasar Neumayer wurde am 21. Juni 1826 im pfälzischen Kirchheimbolanden geboren und entwickelte schon früh ein großes Interesse für Mathematik und Naturwissenschaften. Nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften in München arbeitete er als Assistent an der Universität und an der Königlichen Sternwarte Bogenhausen. Dort beschäftigte er sich mit Astronomie, Erdmagnetismus und meteorologischen Beobachtungen. 1850 promovierte er über den Einfluss von Naturkräften auf Chronometer und Kompasse auf eisernen Schiffen. Mit dieser Arbeit verband er seine wissenschaftlichen Interessen mit der praktischen Navigation und legte den Grundstein für seine späteren Forschungen auf den Gebieten der Meereskunde und des Erdmagnetismus.
Neumayers großer Traum war eine Laufbahn zur See. Nachdem mehrere Bewerbungen bei verschiedenen Marinen erfolglos geblieben waren, heuerte er 1850 als einfacher Matrose auf der Hamburger Bark «Louise» an und segelte nach Brasilien. Die Reise nutzte er, um praktische Erfahrungen in der Navigation zu sammeln und seine Studien zum Erdmagnetismus zu vertiefen. Nach seiner Rückkehr erwarb er 1851 an der Hamburger Navigationsschule des Astronomen Carl Christian Rümker das Steuermannspatent und war dort zeitweise selbst als Lehrer tätig.

Angeregt durch die Schriften des Nationalökonomen Friedrich List und des amerikanischen Hydrographen Matthew Fontaine Maury verfolgte Neumayer das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Seefahrt nutzbar zu machen.
Vom Matrosen zum Observatoriumsdirektor
In den ersten Apriltagen des Jahres 1852 heuerte Neumayer als Matrose auf einem Handelsschiff, der Brigg «Reiherstieg», auf deren Jungfernreise nach Australien an. Er nutzte seinen Aufenthalt für wissenschaftliche Beobachtungen und erdmagnetische Messungen. In Melbourne warb er erfolgreich für die Gründung eines geophysikalisch-astronomischen Observatoriums und gewann dafür die Unterstützung bedeutender Wissenschaftler wie Alexander von Humboldt und Michael Faraday. Mit finanzieller Hilfe des bayerischen Königs Maximilian II. konnte er 1858 das Flagstaff-Observatorium in Melbourne errichten.

Georg von Neumayer entwickelte im 19. Jahrhundert eine ungewöhnliche Methode zur Erforschung der Meeresströmungen. Ab 1864 ließ er Tausende versiegelte Flaschen ins Meer werfen. Jede enthielt einen Zettel mit der Bitte, den Fundort und das Datum zu notieren und diese Informationen an die Norddeutsche beziehungsweise später die Deutsche Seewarte in Hamburg zu melden. Von den rund 6.500 ausgesetzten Flaschen wurden mehr als 650 wiedergefunden. Mithilfe dieser Rückmeldungen konnte Neumayer die Wege der Flaschen nachverfolgen und erstmals Meeresströmungen systematisch kartieren. Seine Untersuchungen trugen dazu bei, wichtige Strömungen wie den Golfstrom besser zu verstehen.
Als Direktor des Observatoriums von 1859 bis 1864 baute Neumayer ein Netz von Beobachtungsstationen auf, führte Forschungsreisen durch und sammelte wichtige Daten zu Erdmagnetismus, Wetter und Geografie Australiens. Darüber hinaus engagierte er sich für die Verbesserung der Seeschifffahrt, indem er Wetterbeobachtungen und nautische Aufzeichnungen fördern ließ. Zugleich wurde er zu einer wichtigen Persönlichkeit der deutschen Gemeinschaft in Melbourne und setzte sich für die Erforschung der Polarregionen ein. 1864 kehrte er nach Europa zurück.
An der Spitze der deutschen Meeres- und Polarforschung
Nach seiner Rückkehr aus Australien widmete sich Georg Neumayer der Auswertung seiner umfangreichen Messdaten und setzte sich für den Aufbau einer zentralen wissenschaftlichen Einrichtung für Schifffahrt, Meteorologie und Hydrographie ein. Auf einem Geographenkongress in Frankfurt am Main stellte er 1865 seine Pläne für eine deutsche Seewarte vor, die Wetterbeobachtung, Navigation und Meeresforschung miteinander verbinden sollte. Gleichzeitig warb er für die Erforschung der Antarktis.
In den folgenden Jahren entwickelte Neumayer neue Verfahren zur Untersuchung von Kompassabweichungen auf Schiffen und wurde zu einem der führenden Experten für maritime Meteorologie und Erdmagnetismus. Nach der Reichsgründung setzte er sich gemeinsam mit Wilhelm von Freeden für den Ausbau der Deutschen Seewarte in Hamburg zu einem Reichsinstitut ein. 1872 wurde er Hydrograph der Kaiserlichen Admiralität und wirkte maßgeblich an der Planung der Forschungsreise der Korvette «Gazelle» mit, die wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über die südlichen Meere lieferte.
1875 übernahm Neumayer die Leitung der Deutschen Seewarte in Hamburg, die er bis 1903 zu einem international angesehenen Forschungs- und Wetterinstitut ausbaute. Mit seinem Einsatz für die Meereskunde, die Wetterforschung und die Polarexploration wurde er zu einer der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Wissenschaft des 19. Jahrhunderts.
Der Wegbereiter der deutschen Antarktisforschung
Während seiner Zeit als Direktor der Deutschen Seewarte in Hamburg widmete sich Georg von Neumayer vor allem der Polar- und Klimaforschung. Er förderte den wissenschaftlichen Nachwuchs – darunter auch den späteren Südpolentdecker Roald Amundsen, der bei ihm erdmagnetische Messungen erlernte. Als Vorsitzender der Internationalen Polarkommission setzte sich Neumayer für die internationale Zusammenarbeit in der Polarforschung ein und trug maßgeblich dazu bei, dass Deutschland am ersten Internationalen Polarjahr 1882/83 teilnahm.
Sein großes Ziel blieb die Erforschung der Antarktis. Jahrzehntelang warb er für eine deutsche Antarktisexpedition und erreichte schließlich 1899 die Bewilligung der notwendigen Mittel durch den Reichstag. An der ersten deutschen Antarktisexpedition unter Erich von Drygalski (1901–1903) war er als Vorsitzender der Deutschen Kommission für Südpolarforschung maßgeblich beteiligt.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Neumayer zahlreiche Auszeichnungen. 1899 wurde er Präsident der Leopoldina, ein Jahr später verlieh ihm der bayerische König den persönlichen Adelstitel. Nach seinem Ruhestand 1903 kehrte er in seine pfälzische Heimat zurück, gründete die Georg-von-Neumayer-Stiftung zur Förderung der Naturwissenschaften und verbrachte dort seinen Lebensabend. Er starb am 24. Mai 1909 im Alter von 82 Jahren in Neustadt an der Haardt.
Anlässlich seines 200. Geburtstags zeigt das Landesbibliothekszentrum Speyer vom 6. Mai bis 29. August die Ausstellung «Georg von Neumayer zum 200. Geburtstag – Seine Werke und seine Netzwerke»..
Quellen: Reinhard A. Krause, «Polar- und Meeresforschung. Georg von Neumayer (1826-1909): Nestor der Meeres – und Polarforschung». Anmerkungen zu Leben und Werk anlässlich seines 175. Geburtstags», in: Deutsches Schifffahrtsarchiv 24 (2001); Claus Priesner: «Neumayer, Georg von», in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 19, 1999, S. 154–156.



