Abiturientin der Deutschen Schule Santiago
Immer Vollgas geben
«Da siempre el 100 por ciento»: esa es la filosofía de vida de Helena Canales. Por eso no sorprende que, en 2025, la joven de 18 años haya obtenido el mejor resultado del Abitur en el Colegio Alemán de Santiago, aunque ella misma no lo esperaba. También ha dado siempre el máximo como baterista y jugadora de baloncesto, y seguramente hará lo mismo en el próximo paso de su vida: estudiar Robótica o Ingeniería Aeroespacial en una universidad tecnológica de Alemania.
Helena Canales ist in Las Condes geboren und aufgewachsen, aber auch andere Orte haben ihre Kindheit geprägt: «Meine Großeltern leben in Viña del Mar, Valdivia und Pucón. Dort hat meine Familie sie mehrmals im Jahr besucht, und ich habe manchmal sogar die gesamten Ferien dort verbracht.»

Helenas Ururgroßvater war Deutscher. Bis heute sprechen ihre Mutter und Großeltern mütterlicherseits etwas Deutsch. «Das hat mir anfangs ein wenig geholfen, als ich begann, die Sprache zu lernen», stellt sie fest.
Auch Basketball begleitet Helena seit der ersten Klasse – eine Sportart, die sie vor allem wegen ihrer Dynamik, Technik und Teamarbeit begeistert. «Basketball hat mir Disziplin, Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein vermittelt», sagt sie.
Ihr Trainer Lucas Alliaga habe sie nicht nur in sportlicher Hinsicht unterstützt: «Er war immer bereit, mir Ratschläge zu geben, wenn ich sie gebraucht habe.» Er sei für sie «eine Art Wegweiser oder Mentor, ein Freund» gewesen». Auch seine Art und Weise, etwas zu erklären, waren für sie vorbildhaft: «Klar und direkt, was wirklich wichtig ist – nicht nur im Sport, sondern auch im Leben.»
Beim Basketballtraining erlebte Helena einen tiefen Einschnitt, der ihre Einstellung veränderte. «In der zehnten Klasse riss ich mir das Kreuzband und das Innenband im Knie. Von einem Tag auf den anderen fielen das tägliche Training und die Wettkämpfe weg. Plötzlich konnte ich nicht mehr laufen und war anfangs sogar auf einen Rollstuhl angewiesen», erzählt sie. Der lange Rehabilitationsprozess war für sie eine sehr schwierige Zeit, die ihr aber auch geholfen hat, eine neue Sichtweise zu entwickeln: «Mir wurde klar, dass Basketball zwar weiterhin eine meiner großen Leidenschaften ist, ich aber auch andere Fähigkeiten und Interessen habe, die ich weiterentwickeln kann. So kann ich auf unterschiedliche Weise einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.»
Helena nahm in der Deutschen Schule Santiago an mehreren internationalen Programmen teil: «Mein Schüleraustausch in Deutschland oder die Reise nach Taiwan zum Intelligent Ironman Creativity Contest haben es mir ermöglicht, verschiedene Kulturen und Weltanschauungen kennenzulernen und zu verstehen, wie Geschichte oder Geografie die Prioritäten jedes Landes und dessen Entwicklung beeinflussen.»
Außerdem habe ihr das Reisen und das Kennenlernen anderer Orte geholfen, mehr Unabhängigkeit und Neugier zu entwickeln: «Ich mag es, aus dem Alltag auszubrechen, neue Leute kennenzulernen und zu verstehen, wie die Dinge in anderen Kontexten funktionieren.»
Besonders der Austausch in Deutschland war für sie eine sehr schöne Erfahrung und sie erinnert sich gerne zurück: «Ich wohnte bei einer Freundin in Wiesbaden und in der Schule waren alle sehr nett zu mir. Ich habe dort mit der Zeit gemerkt, dass es mir viel besser gelingt, auf Deutsch zu schreiben und zu lesen.»
Helena gehört zu den Besten ihres Jahrgangs und hat das beste Abitur gemacht – ein Erfolg, der sie selbst überraschte: «Ehrlich gesagt habe ich das nicht erwartet. Ich habe mich genauso wie immer vorbereitet. Darum hätte ich nie gedacht, dass das Ergebnis so gut ausfallen würde.»
Worauf kommt es ihr beim Lernen und der Vorbereitung auf Prüfungen an? «Ich erstelle gerne Zusammenfassungen und Mindmaps zum gesamten Stoff. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mir Dinge besser merken kann, wenn ich sie aufschreibe, als wenn ich sie nur lese», erklärt sie. Entscheidend sei jedoch, den Stoff wirklich zu durchdringen: «Das Wichtigste ist, Inhalte zu verstehen und nicht nur auswendig zu lernen. Wenn man ein Konzept nicht mit eigenen Worten erklären kann, hat man es wahrscheinlich noch nicht ganz verstanden.»
Eine andere Herangehensweise, gerade wenn sie wenig Zeit hat, sind Zusammenfassungen als kleine Kurzgeschichten: «Wer die Hauptakteure waren, welche Konflikte es gab, wie sie sich entwickelten und welche Folgen sie hatten. So kann ich die Logik der Ereignisse besser verstehen und mich außerdem ganz auf das Wichtigste konzentrieren.»
Auch musikalisch ist sie aktiv: «Ich habe in der achten Klasse angefangen, Schlagzeug zu spielen. Bereits in der dritten Klasse war ich Mitglied im Batucada-Club, der Schulband. Ich liebe die Energie, die das Schlagzeug vermittelt, und es gibt mir die Möglichkeit, den Takt vorzugeben und die Band zu tragen.»
Von ihrem weiteren Weg nach der Schule hat Helena eine klare Vorstellung: «Ich möchte Robotik, Luft- und Raumfahrttechnik oder einen ähnlichen Studiengang belegen, idealerweise an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt in Bayern. Diese Art von Ingenieurwesen interessiert mich sehr, da sie Technologie, Kreativität und Problemlösung vereint.» Einer ihrer Träume ist es, bei Institutionen wie der ESA oder der NASA zu arbeiten. «Ich möchte gerne technologische Lösungen entwickeln, die Menschen helfen und die Gesellschaft verbessern.»
Mehrere deutsche Sprichwörter fallen Helena ein, wenn sie ihre Lebenseinstellung beschreiben soll. Dazu gehören: «Wer nichts wagt, gewinnt nichts» und «Alles geschieht aus einem bestimmten Grund». Am besten beschreibe sie aber: «Gib immer 100 Prozent» und «Sei immer ein guter Mensch». Sie fügt hinzu: «Das versuche ich bei allem, was ich tue, umzusetzen – auch bei den kleinsten Dingen.»
foto: privat



