HomeMagazinValdivia, gestern und heute 

Valdivia, gestern und heute 

Städteserie Teil 5

Von Monica Kunstmann

Valdivia es una de las ciudades con mayor riqueza histórica de Chile. Desde su fundación en 1552, ha vivido catástrofes naturales, guerras, períodos de auge y crisis económicas, así como la inmigración alemana, que marcó profundamente la identidad de la ciudad y contribuyó a la creación de la Universidad Austral de Chile, hoy uno de los principales motores económicos de Valdivia. Un recorrido por el agitado pasado de la ciudad y su evolución hasta nuestros días.

Santa María La Blanca wurde am 9. Februar 1552 von Pedro de Valdivia gegründet, und gehört somit zu den ersten 30 Stadtgründungen der Spanier auf unserem Kontinent.

foto: Kaworukoneru, CC BY-SA 3.0

Die Lage war strategisch äußerst günstig, denn die Spanier mussten ihre Hoheitsansprüche im Süden des Kontinents verteidigen, und ein Stützpunkt an einer großen und geschützten Bucht passte genau. Außerdem war das Vordringen ins Hinterland durch ein weites Flussnetz gewährleistet. Für die Seefahrt war es der erste Ort nach der Magellanstraße beziehungsweise Kap Hoorn, wo die Schiffe wieder Süßwasser und Verpflegung an Bord nehmen konnten.

Die Stadt liegt auf dem 41. südlichen Breitengrad, zu vergleichen mit Neapel auf der nördlichen Halbkugel. Allerdings ist der Einfluss des kalten Humboldtstroms dafür verantwortlich, dass das Klima kühl und feucht, aber doch sehr milde ist. Bei durchschnittlichen Niederschlägen von 2.500 Millimetern fallen die Temperaturen in Valdivia nur selten unter 0 Grad. Dies führt dazu, dass der berühmte gemäßigte Regenwald, die «Selva Valdiviana», ein einzigartiges Naturwunder darstellt.

Der Stadtgründer Pedro de Valdivia (1497-1553)

Naturgewalten und Zerstörung 

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Stadt eine Reihe von Katastrophen erlebt. Erdbeben, Seebeben, große Stadtbrände und von Menschen verursachte Katastrophen haben Valdivia immer wieder heimgesucht.

Valdivia ist Austragungsort von unter anderem Radsportwettbewerben.
foto: Drb808, CC BY-SA 4.0

Das große Erbeben von 1575 soll, ähnlich dem von 1960, den Ausfluss des Lago Riñihue verschüttet haben, was nach dem Durchbruch des angestauten Sees eine sintflutartige Überschwemmung zur Folge hatte.

Zwei Jahrzehnte später wurde die im Entstehen begriffene Siedlung aufgegeben, nachdem der große Aufstand der Urbevölkerung 1598 die Stadt zerstörte. Diese Tatsache ermutigte die Feinde der spanischen Krone, diese südlichen Gebiete an sich zu bringen, und so landeten auch die Holländer in Valdivia, aber sie wurden bald von den Huilliches vertrieben, indem diese ihnen die Versorgung verweigerten. 

Daraufhin wurden die Spanier wieder aktiv, befestigten nun die ganze Bucht von Corral und bauten die Stadt Valdivia wieder auf. Trotzdem blieben die Gebiete um die Stadt herum noch unter der Herrschaft der Huilliche, und erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts geriet die Region endgültig unter spanische Herrschaft.

Valdivia wurde direkt vom Virreinato del Perú verwaltet.

Sicht auf Valdivia im Jahr 1890

Der Weg in die Unabhängigkeit 

Die Unabhängigkeit Chiles 1810 brachte viel Unruhe und sogar eine Art Bürgerkrieg für Valdivia, in dem verschiedene Verwaltungsversuche einander ablösten.

Im Sommer 1820 eroberte Lord Thomas Cochrane im Auftrag der chilenischen Regierung die Stadt Valdivia endgültig für Chile – in einem geglückten Überfall vom Meer aus. Von keiner von den vielen Festungsanlagen der Bucht von Corral ist jemals ein Schuss abgefeuert worden.

Am 19. Januar 1826 wurde zwischen Ramón Freire und dem spanischen General Quintanilla der Friede von Tantauco unterzeichnet, der unter anderem den Rückzug der Spanier und das eventuelle Verbleiben und den Besitz einiger spanischer Militärangehöriger regelte.

Nach und nach zogen die Spanier ab, der wichtige Militärstützpunkt wurde aufgegeben und die restliche, sehr dezimierte Bevölkerung war der Vergessenheit, Isolierung und Armut ausgeliefert.

Der valdivianische Regenwald zählt zu den bedeutendsten Ökoregionen Südchiles.
foto: Albh, CC BY-SA 3.0

Deutsche Einwanderung und wirtschaftliche Blüte

Bis endlich die Regierung beschloss, neue Einwanderer anzuwerben, um das Land südlich der unzugänglichen Araucanía zu besiedeln und zu entwickeln. 

Vereinzelte Deutsche waren schon hier sesshaft geworden, zum Beispiel Guillermo Frick und Franz Kindermann, und man wusste, dass die Deutschen fleißige und brave Menschen sein sollten. 

Valdivia in den1940er Jahren

So kam es, dass die auf etwa 3.000 Einwohner geschrumpfte Stadt in zwei bis drei Jahren ebenso viele neue Einwanderer verkraften musste. 

Über die deutsche Einwanderung in Valdivia ist viel geschrieben worden und auch Namen wie Philippi, Anwandter und sein «Schwur», und viele andere, sind allgemein bekannt. Eine neue Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs begann.

Um die Jahrhundertwende war Valdivia eine Stadt, in der Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie blühten. Die Mühen und Entbehrungen der alten Zeit waren vorbei. Der Salpeterboom im Norden verschaffte ganz Chile einen schwindelerregenden Aufschwung.

Der Niedergang als Hafenstadt

Doch dann kam 1914 die Eröffnung des Panamakanals.

Das war für Valdivia ein harter Schlag. Als Hafenstadt auf der Route über die Magellanstraße, die Westküste hinauf bis nach Kalifornien verlor Valdivia nun schnell an Bedeutung. Die Folgen davon zogen sich über viele Jahre hinweg hin und es begann für Valdivia eine wirtschaftlich schwierige Zeit.

Die jungen Menschen fanden kein Fortkommen mehr, nicht genügend Ausbildungschancen und Zukunftsperspektiven. Immer mehr Bewohner verließen ihre Heimatstadt und kamen auch nicht wieder. 

Das deutsche Erbe im heutigen Valdivia

Heute zählt Valdivia rund 180.000 Einwohner. Das Erbe der deutschen Einwanderer ist vielerorts noch sichtbar – sei es auf den Speisekarten mit Rotkohl, Kuchen und Apfelstrudel oder in der bis heute lebendigen Biertradition.

Das Deutsche Krankenhaus, die heutige Clínica Alemana, der deutsche Sportverein, heute Club Deportivo Phoenix, die deutsche Kirche, Iglesia Evangélica Luterana, der deutsche Verein, Club de La Unión, und natürlich die Deutsche Schule, das Instituto Alemán Carlos Anwandter – heute der wichtigste Träger der deutschen Kultur in Valdivia – all das ist heute zwar anders, aber auf die Einwanderer zurückzuführen.

Aber nicht zu vergessen ist die Sociedad Amigos del Arte, die hauptsächlich von deutschstämmigen Bürgern getragen wurde, und aus der 1954 die Universidad Austral de Chile hervorgegangen ist.

Angeführt von Dr. Eduardo Morales schlossen sich Valdivianer Bürger zusammen – viele von ihnen deutschstämmig – und damit war die damals wahnwitzige Idee zur Gründung einer Universität geboren. Viele wohlhabende Bürger schenkten Häuser, Landbesitz und Geld, um diese Idee umzusetzen. Man glaubte fest daran, dass es gelingen würde. Heute kann man die Einsatzbereitschaft, den Idealismus und das Durchsetzungsvermögen der Gründer gar nicht hoch genug schätzen.

Es sollten vor allem Agraringenieure, Tiermediziner, Forstingenieure und Ärzte ausgebildet werden. Für viele Frauen ergab sich zum ersten Mal die Chance, eine Ausbildung zur Lehrerin, Krankenschwester oder Hebamme zu machen, ohne einen teuren Aufenthalt in einer entfernten Stadt bezahlen zu müssen. Musik, Malerei, Theater durften natürlich auch nicht fehlen.

Das Erdbeben von 1960 

Nach dem Erdbeben 1960

Das große Erdbeben im Jahr 1960 war dann ein neuer Schicksalsschlag für die geplagte Stadt, von dem sie sich auch diesmal schwer erholte. Der Rest der einst bedeutenden Industrie brach endgültig zusammen. Nur wenige Betriebe konnten überleben. Dazu gehört die Mühle Collico beziehungsweise Molinos Kunstmann, die in diesem Jahr ihr beachtliches 173-jähriges Bestehen feiert. Man könnte auch sagen, dass in der Kunstmann-Brauerei die Biertradition der Familie Anwandter zu neuem Leben erweckt wurde. 

Zu erwähnen ist außerdem die Werft Asenav der Familie Kossmann, die bis heute an die lange industrielle und unternehmerische Tradition erinnert, die deutsche Einwanderer in Valdivia begründeten. 

Eine Stadt mit hoher Lebensqualität

Valdivia ist heute eine «Wunschstadt», nach der sich viele Menschen sehnen, besonders wegen ihrer guten Lebensqualität. 

Die Natur rundherum ist wunderbar, im Handumdrehen ist man in der herrlichsten Landschaft. Die Flüsse bieten Abwechslung durch verschiedene Sportarten und andere Freizeitaktivitäten. Valdivia zieht viele interessante und interessierte Menschen an. Das Ausbildungsangebot ist reichlich und das kulturelle Leben abwechslungsreich.

Valdivia heute
foto: Kaworukoneru, CC BY-SA 3.0

Valdivia versteht sich heute als eine Stadt des Umweltbewusstseins, der Kultur, des Wissens und des Tourismus. Daran wird bei der Stadtverwaltung besonders stark gearbeitet. Aber es fehlt an mehr Investitionen und Entwicklungsimpulsen, damit eine «nachhaltige Wunschstadt» auch Wirklichkeit wird.

Anmeldung zum Cóndor-Newsletter

Wir senden Ihnen den regelmäßig erscheinenden Newsletter mit unseren Textempfehlungen zu.

- Werbung -

Mehr Lesen