Wolle und Weitblick
Quien piensa en la inmensidad de la Patagonia suele imaginar montañas cubiertas de nieve, interminables estepas y grandes rebaños de ovejas. Lo que pocos saben es que una parte importante de la lana producida en esta región llega a los mercados internacionales a través de una empresa familiar con raíces alemanas que lleva más de siete décadas dedicada al comercio lanero: M. Vorwerk Comercio Global Ltda.

M. Vorwerk Comercio Global wird seit 2021 von Catalina Vorwerk geleitet, Agraringenieurin und Vertreterin der dritten Generation der Familie. Unter ihrer Führung hat sich die Firma zu einem wichtigen Akteur des chilenischen Wollmarktes entwickelt. Allein im Jahr
2024 exportierte sie nahezu zwei Millionen Kilogramm Rohwolle – vor allem nach China, dem mit Abstand größten Wollabnehmer der Welt.
Die Wurzeln des Unternehmens M. Vorwerk reichen mehr als 70 Jahre bis zu Federico Vorwerk zurück. Er kaufte Wolle in ganz Chile ein und belieferte damit die deutsche Textilindustrie. Damals war Europa noch das Zentrum der Wollverarbeitung. Sein Sohn Matías Vorwerk führte das Geschäft weiter, musste jedoch miterleben, wie sich große Teile der Textilindustrie nach Asien verlagerten. Das Unternehmen passte sich an die neuen Gegebenheiten an, handelte mit gewaschener Wolle aus Aysén und exportierte nach Deutschland und Ecuador. Gleichzeitig wurden Baumwolle und Wolltops (bereits verarbeitete Wollfasern, ein Zwischenschritt zwischen Rohwolle und Garn) aus Argentinien und Uruguay für die chilenische Textilindustrie importiert.

Mit dem fortschreitenden Niedergang der heimischen Textilbranche entwickelte die dritte Generation neue Geschäftsmodelle. Vor rund zehn Jahren öffnete sich der chinesische Markt für chilenische Rohwolle. Als die Tochter von Matías Vorwerk, Catalina, vor fünf Jahren ins Unternehmen einstieg, setzte sie zusätzlich auf Wolle aus der Region Magallanes. Heute konzentriert sich die Firma auf den Ankauf und Export von Wolle aus ganz Chile, insbesondere aus den südlichen Regionen Aysén und Magallanes.
China bestimmt den Weltmarkt
Wolle bleibt trotz der Konkurrenz moderner Kunstfasern ein begehrter Rohstoff. Nach Angaben der International Wool Textile Organization (IWTO) lag die weltweite Produktion zuletzt bei knapp zwei Milliarden Kilogramm pro Jahr. Zu den wichtigsten Produzenten zählen Australien, China, Neuseeland, Süd-afrika, Uruguay und Argentinien. Dabei spielt China eine doppelte Rolle: Das Land ist nicht nur einer der größten Produzenten, sondern vor allem der wichtigste Käufer weltweit. Rund 60 Prozent des internationalen Wollhandels gehen inzwischen in die Volksrepublik. Entsprechend stark hängt die Preisentwicklung von der chinesischen Wirtschaft ab
Naturprodukt mit Zukunft
Wolle wird heute für weit mehr verwendet als nur für Pullover. Sie findet sich in Decken, Teppichen, hochwertigen Strickwaren sowie in funktioneller Outdoor- und Sportbekleidung.
Ihre Stärken liegen auf der Hand: Wolle ist natürlich, vollständig biologisch abbaubar, langlebig und besitzt hervorragende Isolationseigenschaften. Dennoch macht sie weniger als ein Prozent aller weltweit verwendeten Textilfasern aus. Der Grund ist einfach: Wolle ist vergleichsweise teuer und wird häufig als hochwertiges Premiumprodukt vermarktet.
Das besondere Potenzial von Magallanes
Für internationale Käufer hat die Wolle aus Magallanes einen ausgezeichneten Ruf. Geschätzt werden insbesondere ihre schneeweiße Farbe und die guten Eigenschaften bei der Weiterverarbeitung. Um Qualität und Preis exakt bestimmen zu können, wird die Wolle durch die renommierte New Zealand Wool Testing Authority (NZWTA) zertifiziert. Dass die Wolle aus Chiles Süden gefragt ist, zeigt auch das Feedback der Kunden. Nach Angaben von M. Vorwerk Comercio Global konnten bislang für sämtliche angebotenen Partien Käufer gefunden werden – ein deutliches Zeichen für die anhaltende Nachfrage.
Zwischen Tradition und globalem Handel
Die Geschichte der Familie Vorwerk spiegelt zugleich die Entwicklung des internationalen Wollmarktes wider: vom Export nach Europa über die Verlagerung der Textilindus-

trie nach Asien bis hin zur heutigen Dominanz Chinas. Was geblieben ist, sind die Schafherden Patagoniens und ein Naturprodukt, das trotz aller Veränderungen seinen festen Platz auf den Weltmärkten behauptet.
Für Catalina Vorwerk und ihr Team ist die Wolle deshalb weit mehr als ein Rohstoff. Sie verbindet die Tradition dreier Generationen mit den Chancen eines globalen Marktes – und trägt ein Stück Patagonien in die Welt hinaus.
Vorwerk
Eine traditionsreiche Familiengeschichte
Die deutschstämmige Familie Vorwerk gehört zu den traditionsreichsten Unternehmerfamilien in Chile. Ihre Geschichte ist eng mit dem Handel zwischen Deutschland und Chile verbunden und reicht bis in die Jahre 1846/47 zurück, als das Hamburger Handelshaus Hochgreve & Vorwerk in Valparaíso aktiv wurde. 1860 entstand daraus die Firma Vorwerk & Co., die sich zu einem der bedeutenden deutsch-chilenischen Handelshäuser entwickelte. Einige Mitglieder der Familie Vorwerk arbeiteten damals bereits in der chilenischen Tochtergesellschaft des Hamburger Mutterunternehmens; sie alle kehrten jedoch nach wenigen Jahren in ihr Heimatland zurück. Arthur Vorwerk, Catalinas Urgroßvater, war 1924 das erste Mitglied der Familie, das von Hamburg nach Valparaíso auswanderte und dort bis zu seinem Tod blieb. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Santa Inés in Viña del Mar.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde Vorwerk zu einem wichtigen Akteur in verschiedenen Wirtschaftsbereichen Chiles. Das Unternehmen war unter anderem im Export von Kupfer und Salpeter tätig und beteiligte sich an Schifffahrts- und Handelsprojekten. Nach dem Niedergang des Salpetergeschäfts passte sich die Familie immer wieder an neue wirtschaftliche Bedingungen an und erschloss neue Geschäftsfelder.
Besonders eng ist die Familie mit dem Wollhandel verbunden. Bereits im 20. Jahrhundert exportierte Vorwerk Wolle aus Magallanes nach Europa. Aus dieser Tradition entstand später M. Vorwerk Comercio Global Ltda., das heute von der dritten Generation der Familie im Wollgeschäft weitergeführt wird. Das Unternehmen exportiert unter anderem Rohwolle aus Patagonien nach China und Südamerika sowie Naturprodukte wie Hagebutten, Kräuter und Trockenfrüchte.
Parallel dazu entwickelte sich Vorwerk y Cía. S.A. zu einem eigenständigen Unternehmenszweig, der internationale Technologiefirmen in Chile vertritt und Lösungen für Bergbau, Industrie, Kunststoffverarbeitung und Bargeldmanagement anbietet. Aktuell steht mit Maximilian Vorwerk die sechste Generation an der Spitze des Familienunternehmens Vorwerk y Cía., während Catalina Vorwerk, ebenfalls sechste Generation der Unternehmerfamilie des ursprünglichen Hamburger Handelhauses, die Geschäfte von M. Vorwerk Comercio Global leitet. Damit zählt die Familie Vorwerk zu den wenigen deutsch-chilenischen Unternehmerdynastien, die über mehrere Generationen hinweg ihre Verbindung zwischen Deutschland, Chile und den internationalen Märkten bewahrt haben.



