«Wir möchten eine offene und einladende Botschaft sein»
El constitucionalista Jorge Sandrock, exdirector de la Fundación Hanns Seidel para Chile y del Proyecto Regional para América Latina, fue nombrado por el presidente José Antonio Kast como nuevo embajador de Chile en Alemania. El abogado germano-chileno asumió sus funciones el 8 de junio en la Embajada de Chile en Berlín. En entrevista con Cóndor, aborda los desafíos de su nueva misión y las perspectivas para las relaciones entre Chile y Alemania.

Sie übernehmen erstmals das Amt eines Botschafters. Was bedeutet diese Ernennung für Sie persönlich?
Chile als Botschafter zu vertreten, bedeutet selbstverständlich eine riesige Ehre. In meinem Fall hat mir Präsident José Antonio Kast mit der Ernennung zum chilenischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland dennoch eine dreifache Ehre erwiesen: Erstens, als Botschafter im wichtigsten Land der Europäischen Union; zweitens, als Vertreter Chiles im Herkunftsland seiner Familie; und drittens, als Repräsentant Chiles in einem Land, mit dem ich tiefe persönliche und familiäre Bindungen habe.
Welche Rolle spielt die chilenische Gemeinschaft in Deutschland für Ihre Arbeit?
Jede Chilenin, jeder Chilene im Ausland repräsentiert unser Land. Unsere Landsleute sind in verschiedenen Bereichen erfolgreich oder leisten einen Beitrag zu ihren Gastgesellschaften. Wir möchten eine offene und einladende Botschaft sein. Die Zusammenarbeit mit der chilenischen Gemeinschaft und ihre Unterstützung erleichtern und stärken unsere Arbeit.
Warum ist Deutschland für Chile ein wichtiger Partner? Mit welchen Erwartungen reisen Sie nach Berlin?
Es ist schwer, ein anderes Land zu finden, mit dem Chile eine so umfassende und vielfältige bilaterale Agenda pflegt: Im Wirtschaftsbereich ist Deutschland Chiles größter Handelspartner in der
Europäischen Union. Im politischen Bereich bestehen langjährige Beziehungen durch die Aktivitäten der Konrad-Adenauer-, Friedrich-Ebert-, Heinrich-Böll- und Hanns-Seidel-Stiftung. Wissenschaftliche Kooperation wird durch das Fraunhofer-Institut und die Eso-Sternwarte gewährleistet, technische Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Darüber hinaus besteht seit Jahrzehnten ein fruchtbarer akademischer Austausch mit dem DAAD und der Universität Heidelberg sowie seit dem letzten Jahr mit der Föderation Sächsischer Universitäten, zusätzlich zu zahlreichen
Abkommen zwischen chilenischen und deutschen Universitäten. Deutschland ist auch im Bereich der Bildungszusammenarbeit durch die Unterstützung der deutschen Schulen, Insalco und LBI sowie im Bereich des Kulturaustauschs durch das Goethe-Institut stark vertreten. Auch in Verteidigungsfragen und der Polizeiausbildung besteht eine intensive Zusammenarbeit.
Wie man sieht, handelt es sich um eine sehr umfangreiche und vielfältige Agenda. Die Erwartung ist, sie weiter ausbauen und vertiefen zu können.
Wo sehen Sie die größten Chancen für eine Vertiefung der deutsch-chilenischen Beziehungen? Welche globalen Herausforderungen sollten beide Länder gemeinsam angehen?
Chile und Deutschland teilen gemeinsame kulturelle Wurzeln sowie eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. Darüber hinaus kann man viele gemeinsame Prinzipien und Interessen erkennen. Beide Länder sind strategische Partner bei der Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte, des Freihandels und der offenen Märkte, sowie des Multilateralismus und einer regelbasierten internationalen Ordnung.
Diese Grundsätze sollten auch weiterhin die deutsch-chilenische Beziehung leiten und prägen.
Gibt es Städte oder Regionen, die Sie besonders gerne kennenlernen möchten? Worauf freuen Sie sich in Deutschland am meisten?
Ich hatte das große Privileg, Deutschland durch meinen Sudienaufenthalt dort und später durch meine Arbeit
sehr gut kennenzulernen. Aber natürlich gibt es noch viele Orte, die ich der Liste hinzufügen möchte. Auf jeden Fall hoffe ich immer, nach Heidelberg, Bayern und in die Alpen zurückzukehren.
Welche Aspekte der chilenischen Kultur oder anderer Bereiche möchten Sie den Deutschen näherbringen?
Die Frankfurter Buchmesse 2027, auf der Chile Ehrengast ist, bietet uns eine einzigartige Gelegenheit, unsere Literatur zu präsentieren. Wir hoffen, dass viele Werke chilenischer Autoren ins Deutsche übersetzt werden und dass dieses Interesse anhält, sodass wir auch in Zukunft chilenische Werke übersetzen können. Darüber hinaus sollen wir unser Land in seinen vielen Facetten zeigen: als Reiseziel, als Handelspartner sowie als strategischer und zuverlässiger Verbündeter.
Die Fragen stellte Silvia Kählert.



