Geschäftsführer von Schindler Chile
Der Weltbürger aus dem Ruhrgebiet
Una vida entre continentes, culturas y etapas profesionales: desde la región del Ruhr, pasando por España y Suiza, hasta América Latina, Alfredo Morate ha ido construyendo su camino allí donde surgían nuevos desafíos y oportunidades. Hoy, el ejecutivo vive en Santiago y dirige las operaciones en Chile y Uruguay de Schindler, uno de los principales proveedores de ascensores y escaleras mecánicas a nivel mundial. Además, forma parte del directorio de la Cámara ChilenoSuiza de Comercio.

«Ich habe eine Nomadenseele – die Welt ist meine Heimat», sagt Alfredo Morate über sich selbst. Fernweh sei für ihn kein gelegentliches Gefühl, sondern ein ständiger Begleiter: «Ich komme nie ganz an – und ich gehe nie ganz weg.»
Vielleicht war ihm dieser Lebensweg schon früh vorgezeichnet. Seine Eltern zogen Anfang der 1960er Jahre aus Spanien nach Dortmund, wo Alfredo Morate geboren wurde und aufwuchs. Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann und einem Studium der Elektrotechnik verließ er Deutschland im Alter von 28 Jahren – und kehrte nicht mehr dauerhaft zurück. «Das Leben ist eine Reise: Man weiß, wo der Weg anfängt, aber nie, wohin er führt», meint er.
Heute blickt Alfredo Morate auf mehr als drei Jahrzehnte internationaler Berufserfahrung zurück. Sein Weg führte ihn durch unterschiedliche Branchen – von Industrieversicherungen über die Automobillogistik bis hin zur Aufzugs- und Fahrtreppenindustrie, in der er heute tätig ist. Dabei lernte er verschiedene Unternehmensrealitäten kennen – von familiär geprägten Betrieben bis hin zu global agierenden Konzernen – und sammelte zugleich prägende Erfahrungen an sehr unterschiedlichen Orten in Europa und Amerika: Barcelona, Mexiko, Dallas, Madrid und Luzern.
Zu Schindler, einem weltweit führenden Anbieter von Aufzügen und Fahrtreppen, kam Morate vor inzwischen 23 Jahren. Zunächst übernahm er von Madrid aus leitende Funktionen im europäischen Geschäft, später wechselte er an den Hauptsitz des Schindler Konzerns in der Schweiz. Dort verantwortete er globale Programme in den Bereichen Kundenmanagement, Strategie und operative Exzellenz. Anschließend zog es ihn nach Mexiko, von wo aus er das Servicegeschäft des Konzerns in Lateinamerika ausbaute – eine Aufgabe, die sowohl strategisches Denken als auch kulturelle Sensibilität in der Umsetzung erforderte.
Seit 2018 lebt Alfredo Morate in Santiago. Hier leitet er Schindler Chile und ist gleichzeitig auch für Uruguay verantwortlich.
Morate sieht für Schindler, das vor über 150 Jahren in der Schweiz gegründet wurde und seit mehr als 110 Jahren in Chile präsent ist, großes Zukunftspotenzial: «Die Bevölkerung Chiles ist in den letzten 30 Jahren um rund 50 Prozent auf etwa 20 Millionen Menschen gewachsen. 90 Prozent davon leben in Städten, rund 40 Prozent allein im Großraum Santiago. Bereits ein Fünftel der Bevölkerung ist heute 60 Jahre oder älter.
Chiles Städte werden sich zunehmend vertikal verdichten. Barrierefreier Zugang und Bewegungsfreiheit innerhalb vernetzter, intelligenter und nachhaltiger Gebäude werden wichtiger denn je. All das bedeutet, dass die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen weiter steigen wird. Innovationen werden sich vor allem auf höhere Energieeffizienz und geringere Umweltbelastung konzentrieren, aber auch auf nahtlosen, effizienten und komfortablen Transport. Kurz gesagt: Ohne moderne Aufzugstechnik gibt es keine funktionierende Großstadt.»
Gleichzeitig ist es eine seiner wesentlichen Aufgaben, die Wahrnehmung des Unternehmens weiter zu verbessern. «Wir sind klarer Marktführer in Chile, jedoch eher eine stille Marke», sagt er. «Die meisten Menschen nutzen täglich einen Schindler Aufzug oder eine Schindler Fahrtreppe, aber die meisten nehmen gar nicht wahr, dass es ein Schindler ist.» Das solle sich ändern: «Wir wollen in Chile zu den Topreferenzen für urbane Mobilität werden – daran arbeiten wir gezielt.»
Chile selbst begegnet er mit einer Mischung aus Zuneigung und Realismus. Die Bürokratie mache Unternehmen das Leben nicht immer leicht: «Viele Normen, viele Regeln, viel Aufwand für Prozesse, die wenig Wert schaffen. Als Land könnten wir agiler sein.» Persönlich fühle er sich jedoch sehr wohl. «Die Menschen sind offen, herzlich, und es ist leicht, Kontakte zu knüpfen – besonders, wenn man ein gutes Asado zu schätzen weiß.»
Neben seiner Arbeit hat der Manager viele Interessen. Besonders die Welt des Weinbaus fasziniert ihn. Auch schwere Motorräder gehören zu seinen Leidenschaften, ebenso Musik. «In meiner Jugend war ich sogar Mitglied einer Band.» Früher spielte er außerdem Handball und Rugby. Heute sorgen vor allem seine beiden Boxerhunde für Bewegung. «Die halten mich ganz schön auf Trab», sagt er lachend.
Die Frage nach seiner Heimat beantwortet er mit einer Gegenfrage: «Was ist Heimat?» Zwar besucht er hin und wieder einen guten Schulfreund in Dortmund, doch die Stadt habe sich für ihn verändert. «Auch wenn Kirche und Rathaus noch da sind – es fühlt sich fremd an.» Häufiger reist er nach Spanien, wo seine beiden erwachsenen Söhne leben.
Und doch bleibt für ihn eine tiefe Verbundenheit zu Deutschland: «Ich bin dem Land bis heute dankbar für das, was es mir mitgegeben hat: Verantwortungsgefühl, Aufrichtigkeit und Disziplin – das war meine Grundverkabelung, egal, wo auf der Welt ich hinkam.» Besonders die direkte, offene und herzliche Art der Ruhrpottler, die auch auf ihn abgefärbt habe, sei ihm im Leben immer zugutegekommen. Ganz angekommen ist der Weltenbummler vielleicht noch immer nicht. «Die Welt ist groß – warum sollte man nur an einem Ort bleiben?», sagt er. Dann fügt er nachdenklich hinzu: «Aber langsam werde ich bodenständiger.» Dazu beigetragen haben seine chilenische Partnerin und das Land selbst: «Chile ist wirklich ein wunderschönes Land.».



