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Thursday, 18. June 2026
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Porträt – Walter Stooss

Schulleiter der Schweizer Schule

«Lernen mit Kopf, Herz und Hand»

Durante seis años, Walter Stooss dirigió el Colegio Suizo de Santiago, un período marcado por la pandemia y grandes desafíos. Hubo que improvisar constantemente, pero al mismo tiempo el suizo vivió cómo la comunidad escolar se unía cada vez más, una base que sigue siendo fundamental para el trabajo del colegio hasta hoy.

Rückblickend ist für Walter Stooss ein Moment besonders präsent: «Sicherlich werde ich mich immer an meinen Start in Chile im Februar 2020 erinnern.» Kaum angekommen, spitzte sich die Lage zu: «In meiner ersten Woche an der Schule erreichten uns die Nachrichten über den Ausbruch von Covid in Italien. Mir war bald klar, dass diese Herausforderung auch in Südamerika ankommen würde.»

Diese Vorahnung bewahrheitete sich schneller als erwartet. Innerhalb kürzester Zeit musste die Schule komplett neu organisiert werden. «Also galt es, in möglichst kurzer Zeit die Voraussetzungen für Online-Unterricht zu schaffen.» Für den damals neuen Schulleiter der Schweizer Schule bedeutete das auch, sich rasch ein Netzwerk aufzubauen: «Da ich neu im Land war, suchte ich Unterstützung bei Lehrpersonen, Eltern- und Schülerrat sowie bei Spezialisten. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden tragfähige Strukturen, Kommissionen, mit denen wir die zwei Jahre gemeinsam die Schule durch diesen Sturm führten.»

Der Schulleiter erzählt: «Die Schule war leer, der Unterricht fand vollständig online statt, und es brauchte ein gutes Quäntchen Improvisationsgabe, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.» Dennoch wurde «kein einziger Schultag verpasst», was den hohen Einsatz aller Beteiligten unterstreicht. «Die Krise schweißte die Schulgemeinschaft zusammen», bilanziert er.

Neben der internen Zusammenarbeit hebt Walter Stooss auch die gute Kooperation mit verschiedenen Institutionen hervor, wie mit der Schweizer Botschaft, den Deutschen Schulen in Chile, den Schweizer Schulen in Lateinamerika sowie mit dem Eltern- und Schülerrat und dem Schulvorstand: «Man steht nie allein, und das ist sehr beruhigend.»

Die letzten Jahre seiner Amtszeit standen «im Zeichen der Konsolidierung und der Steigerung der Qualität». Dabei gelang es, hohe Standards zu erreichen: «Inzwischen haben wir exzellente Resultate auf allen Ebenen, ohne die ganzheitliche Förderung zu vernachlässigen.»

Gleichzeitig blieben für ihn besondere Erlebnisse in der Schweizer Schule wichtig: «Persönlich bin ich vor allem stolz auf unsere Volleyballerinnen und Volleyballer, mit denen ich viele schöne Momente erleben und Erfolge feiern durfte.»

In seiner pädagogischen Haltung bleibt der Schulleiter von der Schweizer Tradition geprägt: «Ganz im Sinne der Philosophie Pestalozzis – Lernen mit Kopf, Herz und Hand –, die wir an der Schule leben.» Ihm geht es um mehr als reines Wissen: «Das Erwerben von Fähigkeiten und Fertigkeiten, Soft Skills und praktische Anwendungen steht im Vordergrund.»

Besonders eindrücklich beschreibt er die Schulgemeinschaft und die große Solidarität, die er erlebt hat: «Da wir während der Pandemie eine Reduktion der Kosten hatten, konnten wir dies als Schulgeldermäßigung an die Familien weitergeben. Die Eltern entschieden sich jedoch, aus diesem Geld einen Fonds für Familien der Schule zu schaffen, die stark betroffen waren. Dieser freiwillige Verzicht zugunsten anderer hat mich tief beeindruckt.»

Die Natur spielte auch in Chile für ihn eine große Rolle: «Die Nähe zum Meer und zu den Bergen sowie die unterschiedlichen Regionen luden immer wieder zu Entdeckungsreisen ein. Auch unser Garten war eine wunderbare Oase.» Er und seine Frau bereisten mit einem kleinen Camper Chile vom Süden bis in den Norden: «Besonders fasziniert haben mich der Regenwald in der Region Los Ríos und die blühende Wüste im Norden.»

Zu den eindrücklichsten Erinnerungen zählt für ihn eine Begegnung im Norden Chiles: «Am Morgen, als wir unseren Kaffee kochten, sahen wir einen geschmeidigen Mann mit einem Bündel auf dem Rücken durch die Klippen rennen. Wir winkten ihm zu, und er kam zu uns. Er war kein junger Mann, sondern 80 Jahre alt! Jeden Tag rennt er durch die Klippen, sammelt Algen und Cochayuyo, bündelt sie und legt sie am Weg ab. Sein Neffe holt sie später mit dem Pickup ab und verkauft sie. So kann er seine Rente aufbessern und in der Natur bleiben. Noch nie habe ich so viel Energie bei einem älteren Menschen gesehen.»

Seine Arbeit beschreibt er als «sehr angenehm und erfüllend. Junge Menschen zu fördern, ist eine besonders befriedigende Aufgabe. Zudem habe ich ein großartiges Team erlebt, das Herausforderungen kompetent und engagiert meistert».

Auf die Frage, woran er sich nach sechs Jahren besonders erinnert, sagt er: «Ganz sicher an die vielen netten Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Zum Glück verliert man diese Kontakte nicht, wenn man sie pflegt.»

Walter Stooss richtet seinen Blick jetzt nach vorne. Lateinamerika bleibt für ihn ein zen-
traler Teil seines Lebens: «Der Kontinent ist zu meiner zweiten Heimat geworden.» Künftig wird er seine Zeit aufteilen: «Einen Teil des Jahres werden wir in unserem Haus in Floria-
nópolis in Brasilien verbringen, den anderen als Großeltern bei unseren Enkeln in Bern.»

Zum Abschied formuliert der Ende Mai scheidende Schulleiter seinen Wunsch für die Zukunft der Schule: «Ich wünsche der Schule, dass sie den eingeschlagenen Weg weitergehen kann.» Dabei sieht er weiterhin Herausforderungen: «Die Erwartungen von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen mit lokalen Vorschriften in Einklang zu bringen, bleibt anspruchsvoll. Auch die Balance zwischen Tradition und Innovation, das Zusammenführen der chilenischen und der Schweizer Kultur wird sicher täglich intensiv diskutiert werden.». 

Foto: privat

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