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Thursday, 18. June 2026
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Osorno – dreimal gegründet, von vielen Kulturen geprägt

Städte-Serie Teil 5

Von Alex Wendler

Osorno es una ciudad con una historia excepcionalmente compleja y diversa. Fundada tres veces, destruida en varias ocasiones y constantemente repoblada, su desarrollo refleja el encuentro de distintas culturas y épocas: desde las primeras comunidades indígenas mapuche-huilliche, pasando por el período colonial español, hasta la inmigración alemana del siglo XIX. Hasta hoy, estas diversas influencias siguen siendo visibles tanto en la arquitectura urbana como en la identidad cultural de la región.

Früheste Besiedlung und indigene Geschichte

Casa Hollstein – Deutsches Erbe in Südchile
Die Casa Hollstein in Osorno in der Region Los Lagos ist ein historisches Gebäude deutscher Einwanderer in Südchile. Beim zwischen 1900 und 1910 vom deutschstämmigen Landwirtschaftsunternehmer Guillermo Hollstein Klickmann errichteten Haus ist bemerkenswert, dass es ohne Architekten entstand – wie viele Häuser der deutschen Einwanderer jener Zeit wurde es nur auf Grundlage handwerklicher Erfahrung und traditioneller Baukenntnisse errichtet. 
foto: Yaneth Barrientos Cárcamo, CC BY-SA 3.0

Osorno wurde dreimal gegründet. Vielleicht sogar öfter, je nachdem, wie man die Geschichte erzählt.

García Hurtado de Mendoza, Gründer der Stadt Osorno

Das erste Mal im Jahr 1553. Das zweite Mal durch García Hurtado de Mendoza am 27. März 1558 – ein Datum, das Osorno als seinen Jahrestag festgelegt hat –, und das dritte Mal im Jahr 1796 unter Ambrosio O’Higgins, der diese Ehre nicht Tomás de Figueroa überlassen wollte, welcher seinerseits bereits 1793 die Wiedergründung Osornos erklärt hatte. Oder der königliche Erlass von 1794 – eine weitere mögliche Wiedergründung Osornos.

Dies ist natürlich aus einer hispanistischen Perspektive betrachtet, denn unabhängig von den spanischen Gründungen waren die Ländereien des Tals zwischen dem Río de Las Canoas – oder Rahue – und dem Damas – oder Cudileufu – seit Tausenden von Jahren besiedelt, wie die «Huella de Pilauco» beweist, die laut Studien der Universidad Austral de Chile ein Alter von 15.600 Jahren aufweist.

Plaza de Armas de Osorno mit der Kathedrale de San Mateo
foto: Rodrigo Quezada, Plaza de Osorno, CC BY-SA 2.0

Doch eine Spur allein ist noch keine Stadtgründung. Dennoch gibt es eine Kontinuität in der Nutzung des Raumes, belegt durch archäologische Funde, die aufgrund ihrer Siedlungsdichte auf indigene dorfartige Anfänge des «Lebo de Chauracabí» schließen lassen – ein indigener Siedlungsraum, der bereits vor der spanischen Stadtgründung im Gebiet des heutigen Osorno existierte.

Die spanische Gründung und Blütezeit

Die Spanier entschieden sich, sich an diesem Ort niederzulassen, weil er Eigenschaften vereinte wie die Schiffbarkeit der Flüsse, landwirtschaftliche Flächen, Goldwaschplätze und eine zahlreiche indigene Bevölkerung, die in das Encomienda-System eingegliedert werden konnte.

Dieses erste San Mateo de Osorno aus der Zeit der Eroberung entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte des Königreichs, mit zahlreichen Klöstern, Kirchen, Münzgießereien, einem königlichen Krankenhaus, Ziegel- und Dachziegelfabriken sowie Gebäuden der Behörden wie dem Cabildo, dem Regierungssitz und dem Gefängnis. Ende des 16. Jahrhunderts erreichte die Stadt eine Bevölkerung von etwa 1.000 Einwohnern aus Spaniern und Mestizen.

Zerstörung der Stadt und Flucht der Bewohner

Doch die Katastrophe für die spanischen Waffen von Curalaba im Jahr 1598 und der von Pelantaro angeführte Mapuche-Aufstand führten zur Zerstörung der «Sieben Städte des Südens» – darunter Osorno im Jahr 1604 – und zwangen die «Osorneses» – die Bewohner der ersten Stadt – und ihre Verbündeten, die «Indios Reyunos», nach Süden zu fliehen, wo sie sich in Carelmapu sowie auf den Inseln Chiloé und Quinchao niederließen.

Gedenkmonument für die Schlacht El Toro am 6. März 1820
foto: Catalina Guerrero, CC BY-SA 3.0

Die Ruinen Osornos wurden aufgegeben und blieben fast zwei Jahrhunderte lang verlassen. Die Nachkommen der «Osorneses» in Chiloé vergaßen die Stadt nicht, doch für andere Spanier im wiedergegründeten Valdivia und weiter entfernt – in Chile oder sogar in Spanien selbst –  begann man, das historische Osorno mit der sagenhaften Ciudad de los Césares zu verwechseln, jenem südlichen «El Dorado» der Fantasie der Eroberer.

Rückkehr der Spanier und Vertrag von Las Canoas

So begannen die kolonialen Behörden ab Mitte des 18. Jahrhunderts erneut darüber nachzudenken, das «Butahuillimapu» zu besetzen – sei es, um eine Straße zu bauen, die Valdivia und Chiloé verbinden sollte, durch Evangelisierung oder Eroberung, oder um die sagenhaften «Césares» von Osorno zu finden. Der fortschreitende spanische Vormarsch auf das Gebiet der Huilliche, sichtbar in den franziskanischen Missionen von Río Bueno, Daglipulli und Trumao, dem Bau des Camino Real und der Errichtung von Haciendas nördlich des Río Bueno, führte 1792 zu einer letzten Widerstandsbewegung des Huilliche-Volkes.

Spanier und Huilliche-Indigenen unterzeichnen den Vertrag von Las Canoas.
foto: Nelson Hernández, Franco Ignacio y Juan Pablo, CC BY-SA 4.0

Trotz ihres anfänglichen Erfolges führte die brutale Repression, die von Valdivia aus durch Hauptmann Tomás de Figueroa ausgeübt wurde, 1793 zur Unterzeichnung des Vertrags von Las Canoas, der in den Ruinen Osornos geschlossen wurde. Darin traten die Huilliche die Gebiete zwischen dem Zusammenfluss der Flüsse Rahue und Damas bis hin zur Kordillere an die spanische Krone für die Wiedergründung Osornos ab.

Die Wiedergründung durch Ambrosio O’Higgins

Ambrosio O’Higgins, seit 1787 Gouverneur Chiles, erkannte die Gelegenheit, seine Karriere in der spanischen Kolonialverwaltung voranzutreiben, und obwohl die Stadt bereits durch Figueroa wiedergegründet worden war, entschied er sich, mit königlicher Genehmigung im Jahr 1794 einen formellen Wiederbesiedlungsprozess anzuführen, der 1796 mit einer Zeremonie abgeschlossen wurde.

Ambrosio O‘Higgins sorgte für die Neugründung von Osorno.

Dieser Akt brachte Ambrosio O’Higgins den Titel des Marqués de Osorno ein; zudem wurde er mit dem Vizekönigreich Peru belohnt. Da Osorno sein «Augenstern» war, nahm der Vizekönig Osorno gewissermaßen mit sich: Von 1798 bis 1801 unterstand Osorno direkt Lima und nicht Santiago, um den Erfolg seines Wiederaufbaus zu sichern, der Männern wie Juan Mackenna anvertraut wurde.

Doch nach dem Tod Ambrosio O’Higgins im Jahr 1800 und nachdem Juan Mackenna 1808 seine Aufgaben als Intendant beendet hatte, erfüllten sich O’Higgins Befürchtungen über die Vernachlässigung seines Projekts durch die Behörden in San-
tiago: Die Wiederbesiedlung war beendet, und ohne Unterstützung der Behörden verfiel die Stadt allmählich.

Unabhängigkeit und schwierige Republikjahre

Das Haus Schüller wurde 1923 vom Ingenieur Enrique Schüller erbaut. 2004 schenkte Sofía Hott das Gebäude dem Instituto Alemán de Osorno, damit dort ein Kulturzentrum eingerichtet werden konnte. Seitdem trägt das Haus den Namen «Centro Cultural Sofía Hott».

Angesichts der Bemühungen der Krone zugunsten ihrer südlichen Untertanen ist es nicht verwunderlich, dass die südlichen Provinzen dem Unabhängigkeitsprozess, der 1810 im fernen Santiago begann, mit gewissem Misstrauen begegneten und später den Großteil der Reihen der royalistischen Armee bildeten.

Osorno wurde erst 1820 im Gefecht von El Toro von den patriotischen Streitkräften erobert, was den Beginn der Geschichte eines republikanischen Osorno markierte. Dies republikanische Osorno war verarmt, verwüstet durch die Härten der Unabhängigkeitskriege, kaum besiedelt, dem die späteren Katastrophen des Ausbruchs des Vulkans Osorno und die Erdbeben der 1830er Jahre beinahe den Todesstoß versetzt hätten.

Deutsche Einwanderung und wirtschaftlicher Aufschwung

Angesichts dieser Situation in den südlichen Gebieten wurde 1845 das Gesetz zur selektiven Einwanderung verabschiedet, das den Beginn der deutschen Kolonisation in Chile markierte.

Die ersten Deutschen, die sich in Osorno niederließen, waren Teilnehmer des privaten Einwanderungsprojekts von Bernhard Eunom Philippi, die 1846 mit der «Catalina» ankamen. Nach dem Scheitern dieses Versuchs ließen sich die Familien Aubel, Hollstein, Ide, Ruch und Klix in Osorno nieder.

Die Deutsche Schule im Jahr 1872 (Zeichnung von Alex Wendler)

Zu jener Zeit war Osorno nur noch ein Schatten dessen, was es zum Zeitpunkt seiner Wiedergründung gewesen war, mit Häusern, die zwischen den moosbewachsenen Steinen des alten Osorno standen. Dennoch zeigten sich bereits um 1850 erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung und einer Wiederbelebung des Geistes der Stadt.

Die deutschen Siedler, die sich in Osorno niederließen, waren von Beruf Landwirte, die beschlossen, die Wege ins Landesinnere zu nehmen, sei es, um die verstreuten Parzellen zu übernehmen, die vom Kolonisationsagenten vergeben worden waren, oder um Land zu kaufen und eigene Güter zu gründen.

Architektur, Kultur und deutsch-chilenischer Einfluss

Die Ankunft der Deutschen verlieh der Stadt Dynamik. Es entstanden Industrien rund um die landwirtschaftlichen Produkte der Region, die über das Flusssystem des Río Bueno exportiert wurden. Die Deutschen gründeten nicht nur private Unternehmen, sondern belebten auch zahlreiche Institutionen und beteiligten sich oder übernahmen die Führung beim Bau von In-
frastruktur und öffentlichen Gebäuden.

Eine der ersten Institutionen, die die Deutschen gründeten, war ihre Schule: das Deutsche Institut Osorno im Jahr 1854, da es in Osorno bis dahin nur eine Schule gab, die 1847 von der franziskanischen Religionsgemeinschaft gegründet worden war, und eine Schule für Mädchen, die 1855 entstand.

Es folgten der Deutsche Club im Jahr 1862 und viele weitere Institutionen, von denen mehrere im Umfeld der Schule entstanden – manchmal sogar im wörtlichen Sinne, da sowohl die Lutherische Kirche als auch die Feuerwache der zweiten Feuerwehrkompanie im Schulhof errichtet wurden –, ebenso wie verschiedene Musik-, Sport- und Wandervereine und viele andere Vereinigungen.

Die Stadt veränderte ihr Erscheinungsbild und ihre Architektur. Mit der Ankunft der Deutschen – und einer stillen Migration aus Chiloé, die oft vergessen wird – entwickelte sich Osorno zu einem der Orte, an denen die deutsch-chilenische Architektur entstand, die so typisch für den Süden war. Noch heute finden sich in der Calle Mackenna Beispiele dafür, wie etwa das Haus Schüller, in dem sich heute das Kulturzentrum Sofía Hott befindet.

Neuausrichtung der Wirtschaft im 20. Jahrhundert

Die protektionistischen Gesetze des Deutschen Kaiserreichs Ende des 19. Jahrhunderts sowie das Alkoholgesetz von 1902 waren zwei schwere Schläge für die lokale Wirtschaft Osornos und die deutsch-chilenische Industrie, die sich im Süden des Landes entwickelt hatte und auf Mühlen, Gerbereien, Brauereien und Brennereien beruhte.

Die heutige Deutsche Schule von Osorno

Dies führte dazu, dass die Wirtschaft Osornos neu ausgerichtet werden musste. Mit der Entwicklung der Kühlhäuser und der Verbesserung der Transportmittel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Viehzucht- und Milchproduktion wirtschaftlich rentabel – Bereiche, die bis heute Teil der Identität Osornos sind.

Eine Stadt mit vielen Kulturen

Osorno, dreimal gegründet und so viele Male besiedelt von verschiedenen Menschen und Völkern unter unterschiedlichen Umständen, ist das Ergebnis all dieser vielfältigen Erfahrungen: der prähistorischen Bewohner, der Mapuche-Huilliche, Spanier, Osornesen, Kreolen und Mestizen, Osorninos, Chiloten, Baskisch-Franzosen, Deutschen, Syrern, Libanesen und vieler anderer.

Seine Geschichte ist tief, so wie sein vom Damas und Rahue bewässertes Land, und es gäbe noch viel mehr über diese Stadt und ihre Geschichte zu erzählen als diese kurzen Zeilen.

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