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Thursday, 18. June 2026
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Konzerttournee durch Baden-Württemberg und Bayern

Singkreis Arturo Junge begeistert deutsches Publikum

Durante dos semanas, el coro Singkreis Arturo Junge realizó una extensa gira de conciertos por Alemania. Bajo la dirección de Karin Friedli, los 36 integrantes presentaron un programa variado, con momentos destacados en la Wieskirche y en la catedral de St. Blasien 

Die Idee zu dieser Konzerttournee des Singkreises Arturo Junge vom 31. März bis zum 14. April entstand bereits im vergangenen Jahr. Auf die Einladung des Festspielchors St. Blasien hin, der von Olaf Nießing geleitet wird, entwickelte sich ein ambitioniertes Projekt, das vor allem dank des Engagements vieler Chormitglieder umgesetzt werden konnte. 

Der Singkreis Arturo Junge im Martinsmünster, der Pfarrkirche von Lauingen an der Schwäbischen Alb

«Ein Jahr unermüdliche Arbeit»

Bei ihrem Rückblick hebt Chorleiterin Karin Friedli neben den musikalischen Erfolgen die intensive Vorbereitung hervor: «Der Chor hat ein Jahr lang unermüdlich gearbeitet, sowohl musikalisch als auch organisatorisch. Das gesamte Organisationsteam, das vollständig aus Mitgliedern des Singkreises bestand, hat eine bewundernswerte Leistung erbracht, um diese bereichernde Reise für alle möglich zu machen.» Die Tournee habe nicht nur die künstlerische Qualität gesteigert, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb des Chors gestärkt.

Unternehmen, Privatpersonen und Spender bei den vom Singkreis Arturo Junge organisierten Benefizkonzerten unterstützten die Tournee. Im Rahmen des «Gesetzes für kulturelle Spenden» wurde das Projekt schließlich in ein Förderprogramm aufgenommen, sodass dadurch ein kleiner Teil der Reise finanziert werden konnte. Der Deutsch-Chilenische Bund half bei der Organisation des Ticketkaufs. Abgesehen vom Aufenthalt in St. Blasien mussten die meisten Konzerte sowie ein Großteil der Unterkünfte von Chile aus geplant werden.

«Misa Criolla» und die Deutsche Messe

Musikalisch wurde die Tournee zu einem vollen Erfolg. In drei Konzerten trat der Singkreis gemeinsam mit deutschen Chören auf. Obwohl zunächst getrennt geprobt wurde, fanden die Ensembles bei gemeinsamen Generalproben schnell zusammen. Besonders beeindruckend waren für die Musiker und das Publikum die Aufführungen der «Misa Criolla» im Dom St. Blasien und die Deutsche Messe in Hohenheim bei Stuttgart, die auch in der lokalen Presse große Beachtung fanden.

Bei dem Konzert in St. Blasien stellten sich der Festspielchor der Kirche und der chilenische Chor zunächst mit eigenen Beiträgen vor. Während der deutsche Chor Werke von Bruckner und Rheinberger präsentierte, brachte der Singkreis Arturo Junge südamerikanische Stücke mit rhythmischem und zugleich besinnlichem Charakter zur Aufführung.

Aufführung der «Misa Criolla» in Hohenheim-Stuttgart
Fotos: privat

Im Zentrum des Abends stand schließlich die «Misa Criolla» des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez, ein Werk, das liturgische Texte mit rhythmischen Traditionen verschiedener Regionen Südamerikas verbindet. Die Aufführung beeindruckte durch ihre klangliche Vielfalt, getragen von Chor, Solisten und Instrumentalisten mit Gitarre, Bandurria, Trommel, Panflöte und weiteren Instrumenten. Die unterschiedlichen Sätze – vom meditativen «Kyrie» bis zum lebendigen «Gloria» – entfalteten eine eindringliche Wirkung. Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Applaus.

«Überwältigend, beinahe spirituell und unvergesslich»

Auch Karin Friedli blickt begeistert auf die Reise zurück. Sie war bereits mehrmals als Solistin und Chorsängerin in Deutschland unterwegs, aber nun erstmals auch als Chorleiterin. Besonders bewegend seien die Begegnungen mit anderen Ensembles gewesen: «Es entstand eine Verbindung mit zunächst fremden Menschen, die sich jedoch in der Musik wiederfanden.» Die Reaktion des Publikums habe sie tief beeindruckt: «Selbst die größten Kirchen waren voller Zuhörer. Obwohl es in Deutschland üblich ist, zwischen den einzelnen Werken nicht zu applaudieren, reagierte das Publikum spontan und begeistert – sogar während einzelner Sätze der „Misa Criolla.”»

Ein emotionaler Höhepunkt war der Auftritt in der oberbayerischen Wieskirche, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. «Das Erlebnis war überwältigend, beinahe spirituell und unvergesslich», sagt Chormitglied Walter Weber.

Auch das Abschlusskonzert in Stuttgart, gemeinsam mit dem Chor der Universität Hohenheim, bleibt in besonderer Erinnerung. Friedli lobt die Zusammenarbeit: «Der Chor und sein Dirigent arbeiteten äußerst professionell, und das musikalische wie auch energetische Ergebnis war beeindruckend.»

Das Repertoire des Chors verband Musik mit literarischen und historischen Elementen. Karin Friedli erklärt, dass die Grundlage des Programms Texte der chilenischen Opernsängerin und Schriftstellerin Claudia Lepe bildeten: «Die in Zehnzeilern verfassten Texte erzählten eine musikalische Reise – die Auswanderung aus Deutschland, die Ankunft in Amerika und die Ansiedlung in Chile. Die Texte wurden auf Spanisch und Deutsch gelesen und legten zudem einen besonderen Schwerpunkt auf die wertvolle Arbeit der früheren Chorleiter Arturo Junge und Waldo Aránguiz.»

Künftige Kooperationen

Die Reise führte zudem zu neuen internationalen Kontakten. Bereits für Oktober ist ein Gegenbesuch geplant: Der Festspielchor St. Blasien wird nach Chile reisen. Darüber hinaus entstanden Verbindungen zum Chor der Universität Hohenheim sowie zu dem Orchester der Musikerin Gabriela Ortíz, die in Deutschland lebt.

Für alle Beteiligten bleibt die Deutschlandtournee eine prägende Erfahrung. «Musik ist eine universelle Sprache, die uns verbindet», fasst Karin Friedli zusammen.

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