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Thursday, 18. June 2026
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Porträt – Dina Mex

Unternehmensberaterin

«Nachhaltigkeit ist ein strategisches Werkzeug»

El éxito económico y la sostenibilidad están estrechamente ligados para Dina Mex. Desde hace más de 20 años, la consultora trabaja para sacar la sostenibilidad de su nicho e integrarla como un instrumento estratégico en las empresas. A través de su firma de consultoría Kolibrí, su labor internacional en la Chapter Zero Alliance y su trabajo con directorios, impulsa una gestión empresarial sostenible en Chile. Su familia es propietaria de Cuadernos Torre, empresa fundada hace 137 años por su bisabuelo.

«Ich stamme aus einer traditionsreichen Unternehmerfamilie, und das hat mich tief geprägt», sagt Dina Mex. Dort erhielt sie auch ihre ersten Einblicke in die Wirtschaft – direkt vor Ort: «Schon als Kind begleitete ich meinen Großvater in Fabriken und meinen Vater bei seiner Arbeit auf dem Land.» Diese frühen Erfahrungen haben auch ihre Einstellung beeinflusst. «Ich habe eine echte Nähe zu den Menschen entwickelt – zu dem, was sie erleben, zu ihrem Stolz auf ihre Arbeit und zur Würde der verschiedenen Berufe.»

Gleichzeitig entwickelte sie früh ein Verständnis für größere Zusammenhänge. «Ich habe verstanden, dass ein Unternehmen nie isoliert existiert, sondern immer in Beziehung zu Menschen, Regionen, Ressourcen und Gemeinschaften steht.» Diese ganzheitliche Perspektive bildet die Grundlage ihres Denkens – ergänzt durch den Einfluss ihrer deutschen Wurzeln: «Werte wie Genauigkeit, Beständigkeit, langfristiges Denken und Verlässlichkeit sind wichtig für mich.»

Diese Verbindung aus Empathie und analytischer Disziplin führte sie früh zum Thema Nachhaltigkeit – lange bevor es breite Aufmerksamkeit erhielt. Anfang der 2000er Jahre traf sie eine wegweisende Entscheidung: Sie absolvierte an der Universität Barcelona den weltweit ersten Masterstudiengang in Corporate Social Responsibility. «Für mich war das kein Trend, sondern eine Möglichkeit, Unternehmen umfassender zu verstehen – als Teil eines größeren Systems.»

Ihr beruflicher Weg ist seither von einem klaren Ziel geprägt: Brücken zu bauen. «Ich habe Welten verbunden, die lange getrennt gedacht wurden: Unternehmen und Umwelt, Strategie und Nachhaltigkeit, Risiken und Wertschöpfung.» Für sie ist Nachhaltigkeit kein moralisches Zusatzthema, sondern ein wirtschaftlicher Faktor. «Eine meiner wichtigsten Aufgaben war es, Nachhaltigkeit in die Sprache von Risiken und Chancen zu übersetzen. Unternehmer denken genau so.»

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet sie an dieser Schnittstelle. Ihre Motivation ist dabei unverändert: «Unternehmen sind Teil eines größeren Systems. Wenn sie diese Zusammenhänge nicht verstehen, werden sie langfristig fragiler – auch wenn sie kurzfristig erfolgreich erscheinen.» Nachhaltigkeit ist für sie daher kein Zusatz, sondern ein strategisches Werkzeug: «Heute ist sie ein konkretes Instrument, um bessere Entscheidungen zu treffen.»

Innovation spielt dabei eine zentrale Rolle. «Ein Projekt ist dann wirklich innovativ, wenn es echten Mehrwert für ein vernetztes System schafft», erklärt sie. Es gehe nicht um Technologie um ihrer selbst willen, sondern um deren Wirkung. Dies verdeutlicht sie mit einem Beispiel aus dem Bergbau: «Prozesse zu entwickeln, die vollständig mit Meerwasser arbeiten, ohne Entsalzung – das ist echte Innovation im Dienst der Nachhaltigkeit.»

Mit der Gründung ihrer Beratungsfirma Kolibrí hat sie diese Überzeugung in die Praxis umgesetzt. Ihr Ziel: Nachhaltigkeit fest in der Unternehmensführung zu verankern. «Es fehlte lange ein Bindeglied – jemand, der Nachhaltigkeit mit der strategischen Perspektive von Unternehmen verbindet.» Besonders wichtig ist ihr dabei die Rolle der Führungsgremien: «Nachhaltigkeit muss auf Vorstandsebene verankert sein. Nur dann wird sie Teil von Strategie, Investitionen und Risikomanagement.»
Neben ihrer Beratungstätigkeit engagiert sie sich international als Global Ambassador der Chapter Zero Alliance, einem Netzwerk zur Förderung besserer Klimagovernance in Unternehmen. Zudem ist sie Mitautorin des «Directors’ Duties Navigator – Chile 2026», der die Verantwortung von Führungskräften im Kontext von Nachhaltigkeit konkretisiert. «Mich interessiert besonders, wie wir vom allgemeinen Diskurs zu klaren Kriterien für Entscheidungen kommen.» Darüber hinaus leitete sie drei Jahre lang das erste Governance-in-Sustainability-Programm für Unternehmensdirektorinnen und -direktoren am Instituto de Directores de Chile.
Auch für die kommenden Jahre ist sie überzeugt, dass die Anpassung an den Klimawandel in Chile eines der zentralen Themen sein wird. Besonders relevant seien Innovationen in den Bereichen Wasser, Energie und Ressourcennutzung. Auch technologische Entwicklungen spielen dabei eine wichtige Rolle: «Quantencomputing wird unsere Fähigkeit revolutionieren, komplexe Systeme zu verstehen und bessere Entscheidungen zu treffen.»
Gleichzeitig warnt sie vor vereinfachten Lösungen. «Nachhaltigkeit erfordert eine kontextbezogene Perspektive. Was in einer Region funktioniert, muss nicht automatisch in einer anderen passen.» Unternehmen müssten lernen, ihre Abhängigkeit von der Natur und ihre Auswirkungen auf sie gleichzeitig zu verstehen. «Diese doppelte Ausrichtung  – Einfluss und Abhängigkeit – wird immer wichtiger.» Das bedeute für moderne Führungskräfte «systemisches Denken, die Fähigkeit, Risiken früh zu erkennen, und den Mut, langfristig zu entscheiden.»
Sie selbst motiviert vor allem die Möglichkeit, «an Entscheidungen mitzuwirken, die wirklich etwas bewegen. Wenn Unternehmen ihre Perspektive verändern, verändert sich auch ihre Beziehung zur Zukunft».

Ausgleich findet die dreifache Mutter und zweifache Großmutter beim Skifahren im Winter, beim Wandern im Sommer oder bei kreativen Tätigkeiten wie Gartenarbeit, Keramik und Aquarellmalerei. «Diese Momente helfen mir, Abstand zu gewinnen und Dinge klarer zu sehen.»

Foto: privat

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