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Tuesday, 13. January 2026
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Porträt – Jan Rusch

Industrieingenieur und Unternehmer

Wenn soziale Verantwortung und Unternehmertum Hand in Hand gehen

Como miembro del directorio de la CCAB durante muchos años, y también de la Fundación Gantz y de la AHK Chile, Jan Rusch ha asumido durante casi una década una responsabilidad activa en temas sociales. Es cofundador de la empresa GrupoTusMaquinas, en la que integra la suma de todas sus experiencias a lo largo de su trayectoria profesional y académica. Jan Rusch une de manera muy especial el espíritu emprendedor, la responsabilidad social y sus raíces chileno-alemanas.

«Meine Kindheit und Jugend waren immer eng mit unserer chilenisch-deutschen Kultur verbunden», sagt Jan Rusch. Zuhause wurde meist Deutsch gesprochen, ebenso bei den Besuchen bei den Großeltern. «Ich erinnere mich daran, dass ich als Kind mit den Opis Rusch nach El Quisco gefahren bin, wo viele Deutsch-Chilenen ein Haus hatten. Mit Opi und Omi Reichhard verband mich außerdem der Leichtathletiksport, da meine Omi Reichhard südamerikanische Hochsprungmeisterin war.» Heute mache es ihn «unglaublich stolz, dass meine zwei Töchter auch einen Teil dieser Bräuche annehmen, wie Weihnachten, Ostern oder Nikolaus auf deutsche Art. Sie ehren damit das Land, aus dem die Familie des „Papi“ kommt».

Bis heute bleiben die Jahre an der Deutschen Schule Santiago für ihn bedeutsam: «Meine Schulkameraden waren und sind immer noch meine großen Freunde, Partner, Verbündeten… und vielleicht eines Tages meine Mitbewohner in einem Altersheim.»

Ein Fixstern war für ihn als Schüler «die besondere Verlängerung» des Schultags: der Club Manquehue. «Im Frühling war klar, dass wir nach der Schule direkt in den Manquehue fuhren – wir nahmen den Bus von der Antonio-Varas-Schule und fuhren weiter. Das war unser zweites Zuhause», erinnert er sich sehr gerne zurück. Dort erlebte er auch sportliche Erfolge im Leichtathletikbereich. «Ich hatte großartige Trainer – Don Walter Fritsch, Michael Köbrich und Pedro Cabrera – das war eine sehr schöne Zeit für mich!»

Sport, Disziplin und Durchhaltevermögen begleiteten ihn auch in seiner akademischen Laufbahn. «Ohne Zweifel halfen mir all diese Erfahrungen, Ausdauer und vielleicht auch ein bisschen mein ‘deutsches Profitum‘ dabei, meinen Abschluss als  Industrieingenieur an der Universidad de Chile mit Auszeichnung zu schaffen. Es war hart – aber es hat sich gelohnt.» Mit 39 Jahren absolvierte er ein Advanced Management Program an der Wharton-School, das er als große Bereicherung ansieht.

Für seine berufliche Laufbahn in Chile empfindet Jan Rusch als besonders richtungsweisend seine Stationen bei BASF und Gildemeister. «Ich hatte großartige Chefs und Mentoren. Viele der Menschen, mit denen ich damals arbeitete, sind heute Freunde.» Dort lernte er auch, was ihn bis heute antreibt: «Maschinen, Handel, Technologie – das hat mich geprägt und ist auch der Grund, warum ich heute Mitgründer der GrupoTusMaquinas bin.» Sein Unternehmen sieht Jan Rusch als Summe all seiner Erfahrungen. «Was ich heute als Unternehmer tue, ist das Ergebnis meiner gesamten Laufbahn als Führungskraft und Akademiker.»

Im sozialen und gesundheitlichen Bereich setzt sich Jan Rusch im Vorstand der Fundación Gantz und der Corporación Chileno-Alemana de Beneficencia (CCAB) ein. «Es war und ist eine große emotionale Erfahrung, zu sehen, wie Kindern ihr Lächeln zurückgegeben wird. Dafür Teil der Verantwortung zu haben, war ein Privileg.» Kommendes Jahr endet seine neun Jahre dauernde Amtszeit bei der CCAB: «Ich kann nur dankbar sein, ein Teil davon gewesen zu sein.»

In der AHK Chile führt er als Mitglied des Vorstands diese Verbindung zwischen den Kulturen weiter. «Die AHK ist eine großartige Organisation. Unternehmen – große und kleine – mit Verbindung zu Deutschland wollen sich dort weiterentwickeln. Seit fast zwei Jahren darf ich meinen Beitrag leisten, und ich hoffe, das noch lange zu tun.»

Wer mit Jan Rusch spricht, merkt sofort: Er ist ein Energiebündel. Er selbst sagt lachend: «Meine Frau sagt immer: ‘Du bist sehr intensiv.‘ Sie hat recht – und ich werde wohl immer so sein.» Doch eine Balance ist ihm heute besonders wichtig: «Ich versuche, Zeit zu reservieren für meine Familie, meine Töchter, den Sport und meine Hobbys. Es ist ein fragiles Gleichgewicht, das jeden Tag Arbeit braucht.»

Der Sport ist dabei sein Ventil: «Montag, Mittwoch und Freitag um 7 Uhr auf Platz 8 im Club Manquehue – seit über 20 Jahren. Tennis ist unsere Therapie.» Seine zweite Freizeitbeschäftigung ist weniger sportlich, dafür sehr genüsslich: «Folgt einfach meinem Instagram:
@parrijando», sagt er lachend. «Ich liebe Grillen.» Außerdem ist sein ausgefallenstes Hobby: «Ich sammle Bierflaschen aus aller Welt – aber es gilt nur, wenn ich das Bier selbst getrunken habe. Mittlerweile habe ich über 500. Und irgendwann werden sie im Restaurant Parrijando wie in einem Museum hängen.»

Er bezeichnet sich als «nicht religiös, aber ich glaube an das „Synchrodestino“. Dinge passieren, wenn sie passieren müssen – so hart das manchmal ist». Besonders ein Ereignis bestätigt ihn darin: «Bei einer AHK-Veranstaltung traf ich die Frau, die heute meine Ehefrau ist. Das war reiner „Synchrodestino“. Man hätte es nicht planen können.»

Wenn man Jan fragt, was er jungen Menschen mitgeben würde, muss er nicht lange überlegen:  «In einer digitalen Welt kommt zuerst der Mensch. Menschen benutzen Technologie – nicht umgekehrt.» Diese Botschaft gibt er auch als Dozent an der Universidad de Chile seinen Studentinnen und Studenten in der Clase Ejecutiva weiter. 

Heute ist für den Unternehmer das Menschliche entscheidender als je zuvor: «Zukünftige Fachkräfte – egal ob mit Studium oder nicht – brauchen starke Soft Skills und emotionale-digitale Intelligenz. Sie müssen lernen, im Team zu arbeiten. Deshalb bin ich kritisch, wenn zu viel virtuell gelehrt wird. Menschen müssen wieder zusammenkommen.».

foto: privat

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