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Tuesday, 13. January 2026
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Wie der Verband der Deutsch-Chilenischen Feuerwehrkompanien entstand

La Confederación de Compañías Chileno-Alemanas de Bomberos  fue el resultado de los sucesos ocurridos en Chile y Alemania durante el séptimo decenio del siglo veinte. Las nuevas comunicaciones introducidas por una tecnología que a diario avanzaba acercaban los continentes y con ello las instituciones que en ellos habitaban.

Claudio Poehls, Direktor der 2. Deutschen Feuerwehrkompanie Osorno, brachte den Vorschlag der Gründung eines Verbandes in Concepción vor.

Rückblickend folgte die Gründung des Verbandes der Deutsch-Chilenischen Feuerwehrkompanien im Grunde dem Lauf der Geschichte. Die Anforderungen an Feuerwehren auf der ganzen Welt stiegen täglich. Die Bekämpfung von Bränden war längst nicht mehr die einzige Aufgabe. Die Rettung von Menschenleben, das schnelle Eingreifen bei Unfällen aller Art, die Hilfe bei Naturkatastrophen und der Umgang mit komplexer technischer Ausrüstung standen zunehmend im Mittelpunkt.

Nach einer Dienstreise nach Deutschland – ich musste noch einige Tage auf meinen Rückflug nach Chile warten – nutzte ich die Gelegenheit, alte Freunde im Umfeld der Universitätsstadt Göttingen zu besuchen. Bei einem gemütlichen Gespräch am Abend kam bald das Thema Feuerwehr zur Sprache. Mein Freund, selbst freiwilliger Feuerwehrmann, rief begeistert: «Dann müsst ihr unbedingt Kontakt zum Deutschen Feuerwehrverband aufnehmen!» Er griff zum Telefon und sagte: «Ruf morgen früh an! Der Mann, der sich für euch interessieren wird, ist der Generalsekretär Benno Ladwig!»

Adolfo Sickinger und Walter Heijboer waren die ersten chilenischen Teilnehmer an Ausbildungskursen der Landesfeuerwehrschule Bruchsal.

So geschah es. Ich rief an, stellte mich vor und suchte eine günstige Bahnverbindung heraus, um mich für den nächsten Tag beim Sitz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bad Godesberg anzumelden. Die Zeit war kurz, mein Rückflug stand bevor.

Der Deutsche Feuerwehrverband

Ich wurde im Büro des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bad Godesberg bei Bonn freundlich empfangen. Benno Ladwig, Generalsekretär und Geschäftsführer der Freiwilligen Berufs- und Werkfeuerwehren, befragte mich ausführlich. Zwar hatte er bereits ein paar Einzelheiten über Chile gehört, aber dass es in diesem Lande rund 20 von Deutschen gegründete Freiwillige Feuerwehren gab und wie sich diese im Laufe der Jahrzehnte langsam entwickelt hatten, war ihm unbekannt.  Viel gab es zu berichten, die Zeit flog dahin und das Gespräch, das zu Beginn wohl für ein oder zwei Stunden vorgesehen war, wollte kein Ende nehmen. 

Zur Mittagszeit brachte Frau Ladwig uns belegte Brötchen und Tee, und erst am späten Nachmittag musste ich zum Bahnhof aufbrechen. Beim Abschied sagte Benno Ladwig: «Organisieren Sie sich – und ich sorge für Ausbildungsplätze an den deutschen Feuerwehrschulen!»

Dietrich Angerstein berichtet über seinen Besuch beim Deutschen Feuerwehrverband in Bad Godesberg im Jahr 1974.

Das war ein Wort. Feuerwehrschulen gab es in Chile noch nicht; Ausbildung erfolgte traditionell durch erfahrene Feuerwehrleute. Doch neue Aufgaben – etwa chemische Unfälle, komplizierte Verkehrsunfälle oder Luftverschmutzung – verlangten dringend professionelle Schulungen.

Der 5. Feuerwehrtag 1974 in Concepción

Zurück in Chile nahm ich wenige Tage später am 5. Treffen der Deutsch-Chilenischen Feuerwehrkompanien in Concepción teil. Gastgeber war die 7. Deutsche Feuerwehrkompanie «Bernhard Eunom Philippi». Das erste Treffen dieser Art hatte 1962 in Temuco stattgefunden, organisiert von 

Hans Kühn, verdienter Feuerwehrmann der 3. Kompanie, und ab 1971 kam es zu jährlichen Zusammenkünften aller Feuerwehrkompanien, deren Ursprünge auf deutsche Einwanderer zurückgeführt werden konnten.

Feuerwehrkameraden der alten Garde, die nicht mehr unter uns weilen: Dr. Villaseca und Martin Schöfer

In Concepción – und damit bei der 7. Feuerwehrkompanie – wurde schließlich der Verband der Deutsch-Chilenischen Feuerwehrkompanien gegründet. Es war eine logische Folge des Rates von Benno Ladwig («Organisieren Sie sich!») sowie der besonderen Situation der Feuerwehren in Chile nach den Ereignissen von 1973. In langen Gesprächen wurden Organisation, Struktur und Aufgaben der einzelnen Feuerwehren sowie die neue Verbindung zu den Feuerwehren der Bundesrepublik Deutschland erörtert. Bekannte Feuerwehrkameraden – darunter Günther Goss, Claudio Poehls, Pablo Saip, Pedro Spoerer, Fernando Cleveland, Agilolf Reisenegger, Martin Ercoreca und viele andere – brachten wertvolle Vorschläge ein.

Besonders dringlich war die Teilnahme chilenischer Feuerwehrleute an Ausbildungsprogrammen in Deutschland. Ferner stand zur Debatte, Mitglieder der Jugendbrigaden an den Veranstaltungen der deutschen Jugendfeuerwehren teilnehmen zu lassen.

Am Ende wurde ich als Direktor der 15. Feuerwehrkompanie Santiago zum Präsidenten des neuen Verband Deutsch-Chilenischer Feuerwehrkompanien gewählt – eine neue und große Aufgabe.

Erste Ausbildung chilenischer Feuerwehrleute in Deutschland

Lehrgangsbescheinigung für Strahlenschutz – damals neu in Chile, aber wichtig für die Zukunft

Bereits 1975 war es so weit: Im Januar reisten Adolfo Sickinger (Concepción) und Walter Heijboer (Temuco) nach Deutschland. Sie besuchten die Landesfeuerwehrschulen in Bruchsal und Harrislee und schlossen ihre Lehrgänge mit «ausgezeichnet» ab. Sie wurden die ersten von fast 30 Feuerwehrmännern, die in den folgenden Jahren an verschiedenen Landesfeuerwehrschulen ausgebildet wurden und stets einen hervorragenden Eindruck hinterließen.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands veränderte sich die Lage: Heute liegen die Ausbildungszentren vor allem in Berlin und Frankfurt, und auch die Jugendlager finden in der Nähe von Berlin statt, wo die Berliner Feuerwehr über ein großes Gelände mit Wald und Seeufer verfügt. Viele der Gründer des Verbandes sind nicht mehr unter uns, doch ihr Wille und ihr Geist leben weiter. Die chilenischen Feuerwehren sind in Deutschland bekannt – und ihre Vertreter stets willkommen.

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