Wo Exzellenz, soziale Stärke und Gemeinschaft zusammenkommen
El Colegio Sankt Thomas Morus fue fundado en 1950 por Julius Diesenberg. Eligió a Tomás Moro como su patrono porque «sabía preservar su independencia espiritual como cristiano sin ser ofensivo ni intolerante». Hasta hoy, el idealismo, la apertura y un ambiente familiar caracterizan el perfil del colegio. Desde hace casi cuatro meses, Harald Kull está al frente de la institución. En la entrevista con el Cóndor destaca la importancia de la excelencia académica, así como la formación en valores, competencias sociales y una comunidad que se vive día a día.


Der neue Schulleiter Harald Kull aus Baden-Württemberg (verheiratet und eine Tochter) hat am 1. August seine Tätigkeit an der Deutschen Sankt Thomas Morus Schule begonnen. Er möchte «gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten ein positives, respektvolles und neugieriges Schulklima gestalten, in dem sich jeder sicher fühlt, Ideen teilt und Verantwortung übernimmt».
Welche Ziele möchten Sie mittelfristig an der Sankt Thomas Morus Schule erreichen? Was bedeutet es für Sie als Schulleiter, dass es sich um eine GIB-Schule handelt?
An einer deutschen Auslandsschule mit gemischtsprachigem Internationalen Baccalaureate (GIB) besteht die außergewöhnliche Chance, dass Schülerinnen und Schüler eine anspruchsvolle und ausgewogene akademische Ausbildung erhalten.
Dieses Programm bereitet die Schülerschaft nicht nur erfolgreich auf die Hochschulbildung vor – sei es an einer Universität, einer anderen Bildungseinrichtung (im In- wie Ausland), sondern fördert auch die Entwicklung von Fähigkeiten, die in der heutigen Welt unerlässlich sind: kritisches Denken, Selbstständigkeit, soziales Engagement und solide ethische Grundsätze.
Seit 2010 hat unsere Schule das GIB eingeführt und bietet den Schülern damit einen Abschluss, der von renommierten nationalen und internationalen Universitäten anerkannt wird. Viele dieser Einrichtungen schätzen das GIB im Rahmen ihrer Zulassungsverfahren und verschaffen seinen Absolventen damit einen Wettbewerbsvorteil beim Zugang zu höherer Bildung.
Unser aller Ziel ist es, dieses Konzept auch in der Zukunft nachhaltig anzubieten, damit es dauerhaft weitergeführt werden kann. Deshalb arbeiten wir äußerst motiviert an einer kontinuierlichen Qualitätssicherung, verbunden mit stabilen Partnerschaften wie die Organisation des International Baccalaureate (IB) und Behörden, sowie qualifiziertem Personal und einer verlässlichen Finanzierung des Programms.

Gibt es bestimmte Werte, die die Schule unter Ihrer Leitung besonders auszeichnen sollen? Zum Beispiel ist die Sankt Thomas Morus Schule eine katholische Schule.
Die Sankt Thomas Morus Schule hat Werte und Prinzipien implementiert, hinter denen sie sich nicht verstecken muss. Als tolerante katholische Bildungseinrichtung mit Tradition und akademischer Exzellenz bildet sie in einer familiären Atmosphäre Schüler und Schülerinnen zu ganzheitlichen Persönlichkeiten aus, die eine intellektuelle, soziale, wertorientierte und emotionale Entwicklung durchlaufen.
Dabei wird an der Schule ein Raum für die Interaktion zwischen der chilenischen und der deutschen Kultur und so die Offenheit für Multikulturalität und Dreisprachigkeit geschaffen.
Füllt man all diese Aspekte, Prinzipien und Werte im schulischen Kontext mit Leben, macht man der Schulgemeinschaft deutlich, welchen Nutzen und persönlichen Gewinn man hierdurch erfahren kann.
Was bedeutet für Sie eine «gute Schule»?
Qualität von Schule wird aus verschiedenen Perspektiven beurteilt. Jede einzelne Gruppierung der am Bildungsprozess Beteiligten (Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen, Behörden sowie Schulvorstände) stellt ihre Ansprüche an die Schule. Im bestmöglichen Fall ist die sich hieraus ergebende Schnittmenge groß genug, um eine gelingende Basis für «gute» Schule zu schaffen.

Eine solche Schule zeichnet sich also durch mehrere Merkmale aus:
Ein positives, auf erfolgreiches Lernen orientiertes Klima begünstigt die Lernmotivation, Freude und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Das bedeutet auch, dass der Umgang mit Herausforderungen ein «annehmender» ist.
Didaktik und Methodik orientieren sich an den Kindern, an ihren individuellen Stärken und Schwächen. Professionelle Diagnose der Schülerleistung und fachliche Unterstützung bestärken positive Ansätze, fördern und fordern sehr individuell den Entwicklungsprozess.
Die Lehrkräfte sehen den schulischen Erfolg der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler als Teil ihrer fachlichen wie pädagogischen Verantwortung. Nicht nur fachliches Wissen zählt, sondern auch die Erkenntnis, dass der junge Mensch ein soziales Wesen mit Lernbereitschaft und Entwicklungspotential ist. Das etwas «andere Lernen», also erziehendes Handeln ist an der Schule genauso im Bewusstsein, wie die Orientierung an der akademischen Exzellenz.
Schule als Gemeinschaft erfahren bedeutet, dass im demokratischen und partizipären Sinn alle sich am Schulleben beteiligen und so eine demokratisch-konstruktive Haltung einnehmen und sich einbringen können und wollen.
Besondere Berücksichtigung in einer «guten» Schule finden folgende Aspekte: Umgang mit kultureller Vielfalt, keine Form von Diskriminierung, respektvoller Umgang miteinander, angemessene Kommunikation, Kooperation und aktives Mitwirken sowie Schule als lernende Institution (sich selbst weiterentwickeln).

Was ist Ihnen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern besonders wichtig?
Schüler sind uns anvertraute Menschen; ein respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit ihnen ist unabkömmliche Voraussetzung dafür, dass eine altersgemäße, individuelle, aber auch partizipative Entwicklung stattfinden kann. Eine große Unterstützung sehe ich hierbei in der respektvollen Kommunikation, die die Schülerschaft ernst nimmt.
Transparente Informationen, die die Schülerinnen und Schüler nicht unsicher zurücklassen, sondern ihnen altersgerecht begegnen, helfen das Gefühl von Sicherheit, eingebunden zu sein und ernst genommen zu werden, zu fördern. Das wiederum schafft meiner Meinung nach gute Voraussetzungen für größere Schülerbeteiligung und empathisches Miteinander.
Hierfür müssen wir Erwachsenen (also Pädagogen wie auch Eltern) auch eine Vorbildfunktion einnehmen. Pünktlichkeit, Respekt, Integrität und Engagement sind ebenso wichtig und notwendig wie das Schaffen und Vorbereiten eines guten Nährbodens, damit der Lernweg des Kindes/des Jugendlichen gelingen kann.
Welche Rolle spielt für Sie die Zusammenarbeit mit Eltern?
Eine nicht zu unterschätzende und deshalb sehr wichtige!
Die regelmäßige Kommunikation, die für Informationsfluss, Transparenz und Klarheit sorgt, ist dabei unabkömmlich. Sie schafft Vertrauen, bindet die Eltern und deren Vertreter in den schulischen Austauschprozess vertraulich mit ein und schafft es damit, das Geschehen in der Schulgemeinschaft zu verfolgen beziehungsweise auch mitzugestalten. Gleichzeitig sorgt diese Transparenz dafür, dass Standards und Regeln verstanden und angewandt werden können. Die mehrsprachliche Sensibilität ist dabei ein Hilfsmittel, verlässliche Strukturen auch bei kultureller Unterschiedlichkeit, herzustellen.
Auch an der Sankt Thomas Morus-Schule lebt und identifiziert sich die Schulgemeinschaft mit diesem Gedanken. Nur im kontinuierlichen und kooperativen Miteinander und in der Bündelung der Kräfte können zahlreiche traditionelle Projekte wie Feiern, Turniere, Festivitäten sowie Aufgaben in der (auch von deutschen Behörden begleiteten) Schulentwicklung angegangen werden.
Die Sankt Thomas Morus Schule hat die familiäre Atmosphäre, verbunden mit Kompromiss, immenser Kreativität und Engagement der Eltern, welches diese besondere Art der Zusammenarbeit umsetzen und vieles möglich werden lässt!
Welche Themen liegen Ihnen persönlich besonders am Herzen?
Mit großer Sicherheit die kompetenzgeprägte Bildung und Erziehung. Ganzheitliche Bildung sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern junge Menschen befähigen, sich in komplexen sozialen Kontexten zurechtzufinden. Soziale Kompetenzen wie Kooperation, Kommunikation, Empathie und Konfliktlösung sind entscheidend für persönlichen und beruflichen Erfolg.

Soziale Kompetenzen helfen, Diversität, religiöse Grundgedanken zu wertschätzen und Chancengerechtigkeit zu unterstützen, insbesondere in internationalen Klassen mit unterschiedlichen Kulturen. An unserer Schule sollten Werte wie Verantwortung, Fairness, Integrität und demokratisches Verhalten in der Praxis vorgelebt und weitergegeben werden. Der Fokus auf
soziale Kompetenzen stärkt dabei eine Kultur des gemeinsamen Lernens und des solidarischen Miteinanders. Hierfür gibt es an der Sankt Thomas Morus Schule mehrfache Beispiele (unter anderem Besuch und Frühstück bei obdachlosen Mitmenschen, Krankenbesuch in Kliniken, Schülerrat).
Zunehmend werden Teamarbeit, interkulturelle Kommunikation und Konfliktmanagement in fast allen Berufen geschäftsrelevant. Eine Schule mit ausgeprägten sozialen Kompetenzen bereitet somit die Schülerinnen und Schüler besser auf die Anforderungen weiterer Ausbildungsabschnitte, unter anderem Universitäten und letztendlich globale Arbeitsmärkte, vor.
Wie stehen Sie zu den Traditionen an der Schule, das Engagement für die deutschen Traditionen oder den Newsletter?
Traditionen geben einem Schulleben Orientierung und Gemeinschaft; sie können Werte vermitteln, Identität stärken und Verbindlichkeit schaffen. Dies ist an unserer Schule täglich zu spüren! Gleichzeitig müssen sie aber auch reflektiert, inklusiv und umsichtig gestaltet sein, damit alle Schülerinnen und Schüler sich zugehörig fühlen.
Ich denke, dass bestehende Rituale und Bräuche dort bleiben sollten, wo sie Lernziele, Werte und das Wohlbefinden der Lernenden sinnvoll unterstützen. Gleichzeitig lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, ob sie noch zeitgemäß sind oder Anpassungen benötigen. Das sehe ich in Zusammenarbeit mit allen am Schulleben Beteiligten als eine sehr wichtige Aufgabe an. Ich stelle auch an unserer Schule fest, dass Traditionen die Brücke zur Herkunftssprache und -kultur schlagen und Orientierung geben können. Man vergegenwärtige sich nur die eindrucksvollen Momente bei Schulfesten und wichtigen kulturellen Ereignissen (Tag der Deutschen Einheit, chilenischer Unabhängigkeitstag, Weihnachtsbräuche, Tänze). Wichtig war und ist, Raum für andere Kulturen zu lassen und eine offene, respektvolle Lernumgebung zu fördern, in der Vielfalt sichtbar bleibt und dann auch gelebt wird.
Übrigens zeigt sich Tradition auch im Schulsport, insbesondere beim Volleyball. Dieser lebt von einer langen Erfahrung, die über Jahre hinweg zu verlässlichen Abläufen, Titeln, Wettkämpfen und gemeinsamen Erinnerungen geführt hat. Diese Tradition trägt zur Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit der Schule bei, stärkt Teamgeist, Fairness und Durchhaltevermögen und schafft eine verbindende Kultur über Klassen- und Jahrgangsgrenzen hinweg. Belohnt wird dies auch dadurch, dass man zusammen mit den Trainerinnen und Trainern aktuelle Erfolge auf regionaler und landesweiter Ebene (auch im Wettbewerb mit anderen deutschen Schulen in Chile) errungen hat. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass dies die gesamte Schulgemeinschaft der Sankt Thomas Morus Schule stolz macht.
Ohne gerade näher darauf eingehen zu können, möchte ich noch den künstlerisch-kreativen und musikalischen Bereich erwähnen. Die zahlreichen Beiträge, Auftritte (Tänze, Schülerbands, Theater und andere) und Präsentationen, angefangen vom Kindergarten bis zur 12. Klasse, haben mich mehrfach sprachlos und fasziniert im Publikum sitzen und staunen lassen!
Quelle und Fotos: DS Thomas Morus Schule



