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Friday, 12. December 2025
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Das Heidelberg Center in Providencia

Spezialausgabe Universidades

Wissen über die Region und mit der Region fördern

En el barrio universitario de Providencia, en Santiago, se encuentra el Heidelberg Center para América Latina (HCLA). Quien estudia aquí no solo estudia en Chile, sino que forma parte de una comunidad de aprendizaje germano-latinoamericana, como Gonzalo Melej y Carolina Escandón, quienes nos cuentan en esta entrevista sus experiencias.

Das Heidelberg Center  Lateinamerika in Providencia wurde von der Universität Heidelberg gegründet.

Seit seiner Gründung im Jahr 2002 ist das HCLA der Campus der Universität Heidelberg in Lateinamerika – ein Ort, an dem Stimmen, Ideen und Wissen zwischen beiden Regionen fließen und sich miteinander verweben. Jährlich begegnen sich hier Hunderte Studierende, Lehrende und Forschende aus verschiedenen Ländern in Lehrveranstaltungen, Workshops und Konferenzen, wo Netzwerke entstehen und Projekte wachsen. Offenheit und Dialog auf Augenhöhe prägen den Alltag auf dem Offshore-Campus einer der ältesten Universitäten Deutschlands.

Die Studierenden der Masterprogramme am HCLA sind gleichzeitig an der Universität Heidelberg und an einer chilenischen Partneruniversität – der Universidad de Chile oder der Pontificia Universidad Católica de Chile – eingeschrieben. Diese Allianz engagiert sich seit fast 20 Jahren für Themen von gesellschaftlicher Relevanz, die großes Potenzial für den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit Lateinamerika bieten: von Astronomie und Geowissenschaften über Internationales Recht bis zu Medizininformatik und Übersetzungsstudien sowie andere Fächer.

Vom HCLA aus wächst die Zusammenarbeit mit der Region stetig, getragen von neuen Formaten, Themen und Akteuren. Dazu zählt besonders das 2019 gegründete Heidelberg Center for Ibero-American Studies (HCIAS), das die interdisziplinäre Erforschung der ibero-amerikanischen Region fördert. Während das HCIAS diesen Schwerpunkt in Deutschland verankert, entfaltet das HCLA ihn in Lateinamerika – mit dem gemeinsamen Ziel, Wissen über die Region und mit der Region zu fördern.

Mit dem Arbeitsbereich für lebenslanges Lernen (ABeLL) hat das HCLA seinem Netzwerk eine neue Richtung gegeben. Gefördert vom DAAD, entwickelt ABeLL kompakte Lernformate wie Online- und Hybridkurse sowie Zertifikats- und Diplomprogramme, die Menschen in ganz Lateinamerika erreichen und neue Wege des Lernens eröffnen. Hier treffen Universität und Unternehmen, Wissenschaft und Praxis zusammen, um Kompetenzen zu fördern, die den Wandel gestalten – ganz im Sinne des Heidelberger Mottos: «Zukunft seit 1386».

Carolina Escandón (Vierte von rechts) mit anderen Teilnehmern des Master of Laws in International Law (LL.M.) im Centro de Arbitraje y Mediación

Zwei Perspektiven zeigen, wie intensiv die Zusammenarbeit zwischen Heidelberg und Chile am HCLA gelebt wird: Gonzalo Melej (28) ist zurzeit nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Heidelberg im Rahmen des Masters Governance of Risk and Resources (M.Sc.) in London, Carolina Escandón (39) im HCLA, um an einer Lehrveranstaltung im Master of Laws in International Law (LL.M.) teilzunehmen.

Warum hast du dich für dieses Programm entschieden?

Gonzalo: Mich reizte die Zusammenarbeit mit internationalen Lehrenden und der interdisziplinäre Ansatz. Außerdem wollte ich mehr über Gove nance lernen und verstehen, welche Herausforderungen neue Modelle der Entscheidungsfindung mit sich bringen.

Carolina: Das Programm ermöglicht ein umfassendes Verständnis des internationalen Rechts. Es ist ein Privileg, an der Universidad de Chile und gleichzeitig an einer renommierten europäischen Universität zu studieren – ohne zwei Jahre im Ausland zu verbringen und ohne Beruf und Familie aufgeben zu müssen.

Was war bisher prägend im Programm?

Gonzalo: Wir hatten lange und intensive Feldarbeiten, etwa in Kolumbien und im Süden Chiles. Besonders wertvoll waren die Begegnungen und Diskussionen mit Lehrenden, Alumni und Kommilitoninnen und Kommilitonen – ein Lernprozess, der weit über den Unterricht hinausgeht.
Carolina: Workshops und Seminare, etwa im Centro de Arbitraje y Mediación, haben mir geholfen, das Thema meiner Masterarbeit zu schärfen. Besonders bereichernd war der Austausch mit ehemaligen Studierenden über ihren Aufenthalt in Deutschland.

Welche Kompetenzen fördert das Programm besonders?

Gonzalo: Es ist anspruchsvoll und schärft das kritische und analytische Denken – die Fähigkeit, theoretische Spannungen zu erkennen und sie mit der Praxis zu verbinden. 

Carolina: Es deckt Bereiche wie Schiedsverfahren, Menschenrechte oder Umweltrecht ab. Die Vielfalt der Teilnehmenden erweitert den Blick und stärkt auch Sprachkenntnisse, da der Master auf Englisch und mit Deutschkursen angeboten wird.

Was beinhaltet die Studienphase in Deutschland?

Gonzalo Melej während seines Aufenthalts in Heidelberg

Gonzalo: Der Aufenthalt ist darauf ausgerichtet, die Masterarbeit abzuschließen. Wir hatten drei Kolloquien, in denen wir unsere Fortschritte vorgestellt haben, begleitet von Feedback durch Lehrende und Doktorandinnen und Doktoranden – eine bereichernde Erfahrung.Carolina: Wir werden dort einen Monat lang Kurse besuchen und Gerichte sowie internationale Institutionen kennenlernen – alles parallel zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Ich glaube, diese Erfahrung wird intensiv, und ich möchte sie so gut wie möglich nutzen.

Was nimmst du aus dieser Erfahrung mit? 

Gonzalo: Ich komme motiviert zurück – mit mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Eine Masterarbeit zu schreiben bedeutet, den eigenen Analysen zu vertrauen. Außerdem habe ich mein Englisch verbessert und bin dankbar, all das mit einem Stipendium erlebt zu haben.
Carolina: Für mich öffnet sich ein Fenster, das es vorher nicht gab. Ich habe neue Interessen entdeckt und fühle mich nach dieser internationalen Erfahrung gut vorbereitet auf kommende Herausforderungen – und sehr motiviert.

Quelle und Fotos: HCLA

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