Faustballerin im chilenischen Nationalteam
«Ein Vorbild an Einsatz, Leidenschaft und Teamgeist»
Lorenza Valenzuela Held forma parte de los grandes talentos del fistball que, en el mes de agosto, apoyaron a la selección femenina de Chile en el Mundial de China. Aunque comenzó a practicar este deporte recién a los 14 años, hoy es considerada una de las jugadoras jóvenes más prometedoras. Desde hace cuatro años juega en el Club Union Faustball Grieskirchen, en Alta Austria, donde la chileno-alemana también conoció a su esposo.

Sportlich aktiv war Lorenza Valenzuela Held schon immer, aber viele Jahre zunächst als Sprinterin an der Deutschen Schule Valdivia. «Dann zog meine Familie für zwei Jahre nach Frutillar und schließlich nach Puerto Varas und ich besuchte die Deutsche Schule. Da gab es die dafür notwendige Infrastruktur für das Sprinten nicht mehr», erzählt «Lole», ihr Spitzname von Kind an. «Also musste ich mir etwas anderes überlegen.»
Eigentlich hatten ihr Ballspiele immer schon sehr viel Spaß gemacht, «aber das Problem war, dass ich sehr schlecht darin war, völlig unkoordiniert». Dennoch entschied sie sich für den Faustball. Mit 14 Jahren sei es eigentlich schon viel zu spät gewesen, um in dem Sport sehr gut zu werden. «Mein Trainer meinte, dass es vier Jahre dauere, bis ich es schaffen könnte.» Das hielt sie aber nicht davon ab. «Ich stand fast jeden Tag auf dem Spielfeld und trainierte fleißig und geduldig – trotzdem hat es mir immer Spaß gemacht.» Und tatsächlich: «Nach vier Jahren, als ich etwa 17, 18 Jahre alt war, begann ich plötzlich gut zu werden.» Dabei habe auch ihr brasilianischer Trainer Saulo eine entscheidende Rolle gespielt.
Was ihren beruflichen Weg angeht, absolvierte sie ein fünfjähriges Gastronomie-Studium beim Culinary-Institut in Lo Barnechea: «Ich lernte alles, von der Ernährung bis zur Verwaltung – und es machte mir viel Spaß.» In dieser Zeit trainierte sie im Club Manquehue in Vitacura Faustball – wo zufällig auch ihr Trainer Saulo hingewechselt hatte.
Zum Studium gehörte auch ein dreimonatiges Praktikum. Sie arbeitete in Restaurants in Madrid und Santiago. Vor vier Jahren schloss sie das Gastronomiestudium ab.
Danach war für sie klar, dass sie ins Ausland wollte: «Meine Großeltern stammen aus Stuttgart und es hat mich gereizt, ein deutschsprachiges Land kennenzulernen.» Sie bewarb sich um eine Au-Pair-Stelle und kam in eine Familie nach Freistadt in Oberösterreich.
Wie hat sie sich eingelebt? «Die Österreicher fand ich von Anfang an nett, aufgeschlossen und herzlich, ich habe mich gleich wohlgefühlt.» Auch wenn die 28-Jährige zugeben muss: «Meine Deutschkenntnisse halfen mir zunächst nicht so viel. Erst einmal musste ich den Dialekt verstehen und dann sprechen lernen.» Das hat sie inzwischen so gut gelernt, dass nicht mehr zu erkennen ist, dass sie keine Oberösterreicherin ist.
Nach einem halben Jahr in der Au-Pair-Familie merkte sie bald: «In diesem Land möchte ich bleiben.» Daraufhin verlängerte sie ihren Au-Pair-Vertrag noch einmal um ein halbes Jahr.
Parallel zu ihrer Arbeit begann die Deutsch-Chilenin im Frauenteam des Faustballverein Union Freistadt zu spielen. «Das Niveau ist hier sehr hoch und ich lernte viel dazu», erzählt Lorenza. Gleich im ersten Jahr spielte sie mit der chilenischen Damennationalmannschaft bei der WM in Grieskirchen, die den sechsten Platz errang.
Durch den Faustball lernte sie auch ihren Ehemann kennen. Der Österreicher ist selbst begeisterter Faustballspieler. 2022 ist das Paar nach Grieskirchen, einem Ort von 5.000 Einwohnern, gezogen.
Auch ihr Studium der Gastronomie kommt ihr hier zugute: «Ich arbeite im Stadtcafé von Vöcklabruck – als Servicekraft oder auch an der Theke beim Verkauf. Es macht mir viel Spaß.» Der Besitzer des Cafés ist ihr Schwager und aus seiner eigenen Familie weiß er, was es bedeutet, Faustball auf hohem Niveau zu spielen. Daher kann Lorenza ohne Probleme montags und dienstags trainieren und am Wochenende zu den Turnieren gehen.
Einmal im Jahr fliegt sie nach Chile zu ihrer Familie und diese besucht sie in Österreich: «Das ist wichtig für mich. Ich bin hier sehr glücklich mit meinem Leben, aber natürlich habe ich manchmal Heimweh.»
Dazu trägt auch der Faustball bei: «Wir sind wie eine große Familie, alle sind freundlich und ich fühle mich sehr wohl in unserer Mannschaft.» Das sei nicht nur in Österreich so, sondern «die ganze Faustball-Welt funktioniert so». Hinzu kommt: «Nun ist mein damaliger Trainer Saulo zufällig Faustballtrainer in Bozen geworden und er besucht mich immer mal hier.»
Auch zum Club Llanquihue hat sie regelmäßig Kontakt: «Vor der WM in China war ich dort zum Trainieren – und es war alles wie früher!» Als sie mit der chilenischen Nationalmannschaft der Frauen den fünften Platz bei der WM errang, schrieben ihr ihre Faustballkameradinnen von der Union Freistadt, dass sie stolz sind, sie «in ihrer UFG-Familie zu haben» – und bezeichneten sie als «ein Vorbild an Einsatz, Leidenschaft und Teamgeist».
foto: Björn Brachmayer



