Carl Anwandter – ein Pionier der deutschen
Einwanderung in Chile
Hace más de 150 años, Carl Anwandter emprendió un viaje hacia el otro extremo del mundo con una visión: el farmacéutico, revolucionario y convencido demócrata dejó atrás la vieja Europa para encontrar un nuevo hogar en el sur de Chile. Lo que comenzó con una pequeña farmacia pronto se convirtió en una historia de éxito: Carl Anwandter llevó educación, cultura y un pedacito del alma alemana a Valdivia.

Carl Anwandter wurde am 1. April 1801 in Luckenwalde, Preußen, geboren. Als Sohn eines Apothekers wuchs er in einem bürgerlichen Umfeld auf und zeigte früh Interesse an der Pharmazie. Nach dem Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums in Berlin absolvierte er von 1817 bis 1821 eine Apothekerlehre und studierte anschließend Pharmazie an der Universität Berlin. 1825 heiratete er Emilie Fähnrich, mit der er zunächst in der Niederlausitz und später in Calau lebte.
In Calau engagierte sich Anwandter politisch und war von 1836 bis 1849 Stadtkämmerer und von Juli bis September 1849 Bürgermeister. Seine liberalen und republikanischen Überzeugungen führten zu seiner Wahl als Abgeordneter in den Vereinigten Landtag 1847 und als Mitglied der preußischen Nationalversammlung 1848. Der Apotheker unterstützte die Revolution von 1848, die in vielen deutschen Staaten für liberale Reformen, Bürgerrechte und nationale Einheit kämpfte.

Angesichts der politischen Repressionen entschloss sich Anwandter, mit seiner Familie nach Chile auszuwandern. 1850 erreichte das Schiff «Hermann» mit 95 deutschen Einwanderern den Hafen von Corral bei Valdivia. Anwandter und seine Familie gehörten zu den ersten deutschen Siedlern, deren Einwanderung Bernhard Eunom Philippi initiiert und organisiert hatte.
Nachdem er sich mit seiner Familie 1851 auf der Insel Teja niedergelassen hatte, gründete er die erste Apotheke in Valdivia und erbaute im gleichen Jahr eine kleine Brauerei, die später in Chile als Cervecería Anwandter bekannt wurde.

Er spielte auch eine zentrale Rolle beim Aufbau der deutschen Gemeinde, in Bildung und der Förderung der Kultur seiner Landsleute in Chile und gründete mehrere Institutionen: die Feuerwehr Germania (1852), die erste freiwillige Feuerwehr in Valdivia, den Club Alemán (1853), den deutschen Kulturverein, und die Deutsche Schule (1858), heute als Instituto Alemán Carlos Anwandter bekannt.


Über die Persönlichkeit von Anwandter wird gesagt, dass er besonders durch seine Fähigkeiten hervorstach, «seine Mitmenschen zu führen und zu orientieren. Stets pflegte er die angenehmen und positiven Seiten der Dinge hervorzuheben».
Carl Anwandter verstarb am 10. Juli 1889 in Valdivia. Nicht nur in Chile, auch in Deutschland wird an die Verdienste des Auswanderers erinnert: Eine Straße in Calau wurde nach ihm benannt und das Carl-Anwandter-Museum im Haus der Heimatgeschichte in Calau, Brandenburg, informiert über sein Leben..
Quellen: Museo Histórico y Antropológico Maurice van de Maele; DS Valdivia
Fotos: Silvia Kählert
Cervecería Anwandter
1853 entstand die Brauerei unter dem Namen «Gesellschaft der Gebrüder Anwandter» und «begann einen schnellen Modernisierungsprozess», wie das Museo Histórico y Antropológico Maurice van de Maele informiert. 1855 versorgte sie die Stadt mit Bier in Kästen mit zwölf Flaschen.

Sobald die Dampfschifffahrt zwischen Corral und Valparaíso aufgenommen wurde, wurden zwei Abfüllfabriken errichtet, eine in Santiago und die andere in Valparaíso. Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erreichte die Produktion 1.440.000 Liter Bier jährlich, sodass 54 Arbeiter einen festen Arbeitsplatz hatten.
Als Carl Anwandter 1889 starb, übernahmen seine Söhne die Leitung der Firma. 1894 wurden jährlich 12.000.000 Liter hergestellt, von denen 60 Prozent in Chile verkauft wurde – in den Salpeterstädten im Norden und in der Zentralregion – und der verbleibende Prozentsatz wurde exportiert.
1898 wurde ein neues Gebäude errichtet, in dem rund 300 Arbeiter an modernen Maschinen beschäftigt waren. 1905 änderte der Betrieb seinen Namen in «Gesellschaft der Bierbrauer Valdivias». Zu dieser Zeit entwickelte der Brauereimarkt in Chile eine große Dynamik: Die Bier- und Eisfabrik Augusto Gubler, der Flaschenhersteller Karl Cousin aus Lota und die Nationale Bierbrauerei Limache vereinigten sich zur «Gesellschaft der Vereinigten Bierbrauer, CCU».
1912 verbrannte ein großer Teil der Anwandter-Brauerei (auf dem Foto) und 1916 beschloss die Familie Anwandter, ihre Firma an die CCU zu verkaufen. Dieser gelang der Erhalt des Unternehmens bis 1960, bis zu dem Jahr, als das große Erdbeben fast die gesamte Anlage zerstörte.



