Professor für Molekulare Physiologie und Medizin
Für die Wissenschaft weltweit im Einsatz
Luis Sobrevia es uno de los investigadores en medicina más reconocidos de Chile, que vive la ciencia con un enfoque internacional. Mantiene fructíferas colaboraciones especialmente con Alemania, Austria y Suiza. Además de ser miembro de comités internacionales y ocupar varias cátedras honorarias, Luis Sobrevia es Profesor de Fisiología Molecular y Medicina y dirige el Laboratorio de Fisiología Celular y Molecular (CMPL) en el Departamento de Obstetricia en la Pontificia Universidad Católica de Chile. Científicamente, ha marcado hitos en la investigación de la diabetes gestacional.

Luis Sobrevia wuchs in einer liebevollen Familie mit seinen Eltern Salvador und Elena sowie seinen beiden Geschwistern auf: «Meine ältere Schwester Maggy war für mich ein Vorbild, was Verantwortung und Fürsorge anging, mein jüngerer Bruder Miguel Ángel zeigte mir, wie wichtig Führung und Unterstützung sind». Werte wie Fleiß, Bildung und Neugier wurden ihm in der Kindheit vermittelt.
Schon früh faszinierte ihn die Funktionsweise des menschlichen Körpers, und Lehrer, die ihm die Physiologie nahebrachten, weckten seine Leidenschaft für die Wissenschaft. Als Jugendlicher war er sportlich aktiv als Torwart in einer Fußballmannschaft und engagierte sich musikalisch als Sänger einer Band.
Nach dem Biologiestudium entschied er sich für eine Laufbahn in der Physiologie und Biomedizin. Ein Schlüsselmoment war sein fast zehnjähriger Aufenthalt in der britischen Hauptstadt. «London war für mich der Ort, an dem ich mich als unabhängiger Forscher etablieren konnte», erzählt er. Dort arbeitete er mit den Professoren David L. Yudilevich, Jeremy D. Pearson und Giovanni E. Mann am King’s College London zusammen und pflegte akademische wie freundschaftliche Beziehungen zu bedeutenden Wissenschaftlern, insbesondere zu Sir Salvador Moncada, einem honduranisch-britischen Pharmakologen, der wichtige Entdeckungen zu Aspirin, Prostacyclin und Stickstoffmonoxid machte und zu den weltweit meistzitierten Biomedizinern gehört. Als wichtige Erkenntnis nahm er mit zurück nach Chile: «die große Bedeutung von internationalen Netzwerken für die Wissenschaft.»
Heute leitet Sobrevia an der Pontificia Universidad Católica de Chile das Labor für Zell- und Molekularphysiologie. Gleichzeitig ist er Honorarprofessor in Australien, Spanien und Brasilien sowie Visiting Professor in den Niederlanden. Auch als Organisator und Impulsgeber internationaler Kongresse prägte er sein Fach weltweit: «Als Co-Vorsitzender des Comité de Enlace para América Latina y el Caribe und im Consejo Internacional de Ciencia ist es mir wichtig, die Stimme unserer Region international hörbar zu machen.» Auch als Vertreter der International Union of Physiological Sciences en las Américas trägt er Verantwortung.
Besonders wichtig sind Luis Sobrevia Kooperationen mit deutschsprachigen Ländern. «Mit der Universität Heidelberg arbeite ich seit über einem Jahrzehnt eng zusammen – wir haben Sommerakademien organisiert, Postgraduiertenkurse entwickelt und gemeinsame Forschungsprojekte durchgeführt.» In Österreich verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Graz, und auch die Schweiz spielt für ihn eine wichtige Rolle: «Die Projekte mit der Universität Zürich und Nestlé Research in Lausanne führten nicht nur zu spannenden Publikationen, sondern auch zur Betreuung von Doktorarbeiten. Für meine Studierenden in Chile war es oft das Tor in die europäische Forschungswelt.»
Wissenschaftlich setzte er Meilensteine in der Erforschung der Schwangerschaftsdiabetes. «Im Jahr 2004 konnten wir zum ersten Mal zeigen, dass die Blutgefäße in der Nabelschnur von Babys, deren Mütter an Schwangerschaftsdiabetes leiden, schon bei der Geburt Veränderungen aufweisen», sagt er. «2006 vermuteten wir, dass diese Veränderungen in den Nabelschnur-Blutgefäßen mit einem schädlichen und ineffizienten Signalweg zusammenhängen. Seit 2001 wissen wir, dass auch die Ernährung der Mutter vor der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt – mit deutlichen Unterschieden zwischen normalgewichtigen, übergewichtigen und stark übergewichtigen Frauen. Dieser Befund half uns zu verstehen, wie wichtig die mütterliche Ernährung für die Gesundheit der Blutgefäße des ungeborenen Kindes ist.»
Mit über 200 Publikationen gehört Luis Sobrevia zu den produktivsten Forschern Chiles. Auch als Autor gab er sein Wissen weiter: Er schloss mit seinem Buch die Lücke in der Literatur über klinische und grundlagenwissenschaftliche Sichtweisen zur Schwangerschaftsdiabetes und gab damit Ärzten und Forschern eine solide Grundlage.
Neben der Forschung initiierte der Mediziner auch Kongresse. «Alle diese Veranstaltungen – ob in Chile oder im Ausland – waren für mich eine Möglichkeit, nicht nur Forschungsergebnisse auszutauschen, sondern auch Brücken zwischen Kontinenten zu schlagen», betont er. Besonders hebt er die panamerikanischen, die lateinamerikanischen physiologischen Verbandskongresse, Veranstaltungen zur Entwicklungsursprung-Forschung, die chilenische Physiologie-Konferenz und die internationalen Plazenta-Tagungen hervor: «Diese Treffen haben den Nachwuchs gestärkt und gezeigt, dass internationale Netzwerke die Wissenschaft nach vorne bringen.»
Trotz aller Verpflichtungen findet Luis Sobrevia Zeit für sich. «Zum Abschalten spiele ich E-Bass», sagt er mit einem Lächeln. Sowie er als Jugendlicher bereits den Zugang zur Musik gefunden hatte, nutzt er sie nun, um zu entspannen: «Tiefe Töne schenken mir Ruhe, erfüllen die Räume mit einer besonderen Atmosphäre und sind für mich eine Möglichkeit, mich selbst immer wieder neu zu entdecken. Gleichzeitig gibt mir das Kraft und Freude, um mich dem Wichtigsten in meinem Leben, meiner Familie – meiner Frau und unseren drei Kindern – zu widmen.».
Foto: privat



