Leiter von Advantage Austria
«Mit Expertise und Qualitätsprodukten aus Österreich punkten»
Drazen Maloca asumió su cargo como delegado comercial de Austria en Santiago en el año 2018. Ahora regresa con su familia a Viena y hace un balance impresionante de siete años de diplomacia económica en Chile.
«Beruflich war ich sehr beeindruckt von der Professionalität des chilenischen Wirtschaftsumfelds und vom großen Interesse an einer Zusammenarbeit mit österreichischen Unternehmen», erinnert sich Drazen Maloca an seine ersten Eindrücke bei seiner Ankunft vor sieben Jahren in Santiago. Chile habe sich «zum zweitwichtigsten Importeur österreichischer Produkte in Südamerika entwickelt – nach Brasilien», betont er. Diese Entwicklung sei nicht zufällig, sondern zeuge davon, dass chilenische Unternehmen bereit seien, «in innovative Qualitätsprodukte aus Österreich zu investieren».

Besonders im Bereich Maschinenbau – vor allem für die Bergbau-, Lebensmittel- und Forstindustrie – war die Nachfrage groß. Doch auch neue Felder rückten in den Fokus. «Es haben sich Arbeitsschwerpunkte entwickelt, insbesondere in den Bereichen grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, Sicherheit, Holzbau und Infrastruktur», so Maloca. Sogar in einem für Chile eher exotischen Bereich wie dem Wintersport habe man Marktchancen erschlossen, in dem Austria Advantage, genau wie in den anderen Bereichen, versucht, «mit Expertise und Qualitätsprodukten aus Österreich zu punkten».
Zwei Leuchtturmprojekte liegen ihm besonders am Herzen. Zum einen sind es die urbanen Seilbahnen, ein nachhaltiges Verkehrskonzept: «Zwei österreichische Anlagen befinden sich derzeit im Bau, und weitere Ausschreibungen wurden angekündigt – hoffentlich mit Beteiligung österreichischer Anbieter.» Zum anderen ist es grüner Wasserstoff in Pata-
gonien: «Ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt, ist das HNH-Projekt in Punta Arenas. Es wird von einer österreichischen Firma entwickelt. Wir betreuen es seit meiner Ankunft in Chile intensiv.» Maloca kann sich vorstellen, dass «das eines der ersten Exportprojekte für grünen Wasserstoff oder grünen Ammoniak aus dem chilenischen Süden in die Welt sein könnte».
Auch innerhalb von Advantage Austria hat sich unter seiner Leitung viel getan. «Wir haben unser Team personell verstärkt und durch einige Pensio-
nierungen auch deutlich verjüngt. Mein Nachfolger Martin Woller wird auf ein dynamisches und hervorragend eingespieltes Team zurückgreifen können.» Seit Juli 2024 unterstützt auch Marlene Burgstaller als stellvertretende Wirtschaftsdelegierte das Büro – mit Erfahrungen aus Belgrad und Tel Aviv. «Es war mir eine große Freude, mit meinem multikulturellen Team – Österreicher, Chilenen und Deutsche – in den Diensten der österreichischen Wirtschaft in Chile zusammenzuarbeiten und viele Herausforderungen gemeinsam zu meistern.»
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei auch die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Botschaft gewesen: «Gemeinsam haben wir als ‚Team Austria‘ zahlreiche Veranstaltungen für österreichische Unternehmen in der Residenz des Botschafters organisiert.» Ein wichtiges Ziel war stets: «Im spektakulären Ambiente des Gartens der Residenz des österreichischen Botschafters Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung mit österreichischen Unternehmern zu vernetzen.»
Chile sei zwar ein kleiner Markt, so Drazen Maloca, aber dafür umso offener und berechenbarer. «Freihandel ist hier gelebte Realität – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in der Region.» Diese Offenheit mache Chile zu einem idealen Einstiegspunkt in den südamerikanischen Markt. Seine Vision: «In Zukunft müssen wir noch stärker darauf hinwirken, dass kleine und mittlere Unternehmen – das Rückgrat unserer Exportwirtschaft – Südamerika als Zielmarkt in Betracht ziehen.»
Der Export sei für Österreich lebenswichtig, wie der Leiter von Advantage Austria ausführt: «Über 50 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts wird durch Export erwirtschaftet, rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt davon ab.» Doch nur etwa zwei Prozent der österreichischen Exporte gehen aktuell nach Südamerika. «Unsere Aufgabe wird es sein, Unternehmen zu ermutigen, diesen Schritt dennoch zu wagen – gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten.»
Für die Familie Maloca waren die sieben Jahre in Santiago auch eine Zeit des persönlichen Wachstums und der Begegnung. «Privat haben meine Familie und ich die außerordentliche Herzlichkeit der Chilenen erlebt – wir wurden mit offenen Armen empfangen.» Besonders innerhalb der Gemeinschaft der Deutschen Schule habe sich die Familie rasch eingelebt: «Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt, und der Abschied fällt uns dementsprechend schwer.»
Die Töchter – bei der Ankunft vier und sechs Jahre alt – erlebten in Santiago prägende Jahre: «Heute sind sie, trotz österreichischem Vater und venezolanischer Mutter, auch ein bisschen chilenisch.» Die Familie reiste viel im Land, entdeckte Patagonien und die Atacama – und schloss Freundschaften, die bleiben: «Wir werden vor allem unsere Freunde vermissen – Freundschaften fürs Leben, mit denen wir bereits jetzt gemeinsame Urlaube planen.»
Und wie hat er selbst sich in Santiago entspannt? «Das City-Bike kam zuletzt seltener zum Einsatz – dafür umso mehr das Mountainbike und das Rennrad.» Besonders die Wochenenden führten ihn in die Berge: «Ich habe es immer sehr genossen, mit dem Rad die Hügel und Gipfel rund um Santiago zu erklimmen und dabei die majestätischen Ausblicke auf die Stadt zu genießen.»
Jetzt geht es zurück nach Wien, an den Hauptsitz von Advantage Austria. Dort übernimmt Drazen Maloca die Leitung der Regionalmanager, die weltweit über 100 Standorte koordinieren: «Die Erfahrungen, Netzwerke und Eindrücke aus Chile nehme ich mit großer Dankbarkeit mit.»
Foto: privat



