Leiter des Insalco
Ein Impulsgeber für die deutsch-chilenische Ausbildung
Tras tres años al frente del Instituto Superior Alemán de Comercio (Insalco), Gordan Nikolic regresa a Alemania con su familia. Bajo su liderazgo, el Insalco creció en estructura, personal y contenido. También superó con éxito desafíos como la pandemia y una «Bund-Länder-Inspektion». El pedagogo dejó importantes impulsos para el futuro.
Nach drei Jahren als Leiter des Instituto Superior Alemán de Comercio (Insalco) kehrt Gordan Nikolic mit seiner Familie nach Deutschland zurück. Mit dem gebürtigen Schwaben verlässt eine treibende Kraft die deutsch-chilenische Berufsschule: Das Insalco ist unter seiner Leitung gewachsen – personell, strukturell und inhaltlich. Gleichzeitig hat es Herausforderungen wie die Corona-Nachwirkungen und die umfangreiche Bund-Länder-Inspektion erfolgreich gemeistert. Viele neue Impulse wurden gesetzt.

Als Gordan Ende Juli 2022 in Chile ankam, war es ein Kaltstart im doppelten Sinne – vor allem «die Kälte in den Räumlichkeiten fiel uns auf», erinnert er sich lachend. Beruflich prägten die Spätfolgen der Pandemie den Beginn. «Ich habe beobachtet, dass es vielen Studierenden schwerfiel, sich nach dem langen Lockdown wieder in einem sozialen Umfeld – sei es am Insalco oder im Ausbildungsunternehmen – zurechtzufinden. Glücklicherweise hat sich diese Situation im Laufe der Zeit wieder ins Positive entwickelt.»
Zu den wichtigsten Errungenschaften seiner Amtszeit zählt Gordan die strukturelle Weiterentwicklung der Berufsschule. Die Zahl der Studierenden und Kooperationsunternehmen konnte deutlich gesteigert werden. Interne Prozesse wurden digitalisiert, Dozentinnen und Dozenten erhielten zusätzliche Aufgaben wie die Klassenkoordination oder Unternehmensbesuche, und eine neue akademische Mitarbeiterin kam ins Team.
Auch inhaltlich setzte Gordan mit seinem Team neue Impulse. Ein neuer Ausbildungsgang – «Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement» – wurde auf Basis der deutschen Verordnung erarbeitet und soll ab März 2026 starten. «Damit möchten wir den Schülerinnen und Schülern der Deutschen Auslandsschulen eine interessante und zukunftsorientierte Option anbieten.» Zudem wurde ein Austauschprogramm mit der Berufsschule IV in Augsburg etabliert: Im Juni/Juli 2025 reisten erstmals zwei Insalco-Studierende nach Deutschland. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus: «Alle waren von der Auslandserfahrung begeistert – das Angebot soll unbedingt erweitert werden.»
Als einen besonderen Höhepunkt für die Berufsschule erwähnt Gordan Nikolic den Gewinn des Yes!-Wettbewerbs 2024 in Hamburg. Ein Team von Insalco-Studierenden überzeugte mit dem selbst entwickelten Kartenspiel «Capital Masters – Wer trifft die richtige Wahl?» und holte gleich zwei Auszeichnungen: den ersten Platz sowie den «Best Scientific Analysis Award». Gordan Nikolic versichert: «Dieses Kartenspiel wurde bereits an der Deutschen Schule Santiago getestet und stärkt die Finanzkompetenz bei Jugendlichen.»
Ein zentrales Anliegen war dem Berufsschulleiter die Kommunikation – nach innen wie nach außen. «Die Zusammenarbeit mit der akademischen Leiterin Sandra Rodriguez Gericke, mit unseren offenen und engagierten Dozentinnen sowie den Studierenden war einfach bereichernd.» Auch die Präsenz des Insalco in den sozialen Medien wurde deutlich gestärkt – mit Unterstützung durch externe Profis. Eine weitere Neuerung: die Einführung der Insalco-Botschafterinnen und Botschafter, Studierende, die an ihren ehemaligen Schulen von ihrer aktuellen Ausbildung berichten. Der große Vorteil sei: «Das schafft Identität und weckt Interesse – ein sehr wirksames Konzept.»
Mitgestaltung der Studierenden ist im Insalco nicht nur ein Schlagwort, wie die Gründung der Centro Alumnos Insalco (C.A.I.) im Jahr 2023 zeigt. Die studentische Vertretung brachte zahlreiche Ideen ein – etwa den «Tutor Day», bei dem Ausbilder aus den Betrieben geehrt werden. «Solche Initiativen zeigen, dass unsere Studierenden Verantwortung übernehmen und mitgestalten wollen – das ist für mich gelebter Bildungserfolg», betont Gordan Nikolic.
Die größte Herausforderung für das Insalco sei während seiner Amtszeit der Prozess zur Akkreditierung durch die CNA (Comisión Nacional de Acreditación) gewesen. «Der Vorbereitungsprozess hat zwei Jahre für uns gedauert, abschließend wurden Interviews mit allen Interessengruppen und Kooperationspartnern geführt.» Das Ergebnis steht noch aus. Umso erfreulicher war, dass das Insalco die Bund-Länder-Inspektion 2024 mit einem sehr guten Ergebnis bestand – ein Zeichen für die Qualität der Ausbildung.
Was macht für ihn gutes Lernen aus? Dies sind seines Erachtens eine klare Haltung und gemeinsame Werte: «Ein harmonisches, friedliches und respektvolles Miteinander, Pünktlichkeit, Fleiß – und die Einsicht, dass Anstrengung notwendig ist, wenn man etwas erreichen möchte.»
Privat erlebte die Familie Nikolic Chile als vielseitig, gastfreundlich – und überraschend grün: «Wir haben uns in den drei Jahren hier in Santiago sehr wohl gefühlt. Die Lebensqualität in Santiago ist hoch.» Besonders bewegend: die Geburt ihres Sohnes Milo Gabriel vor zwei Jahren in Santiago – und die große Herzlichkeit, die die Familie erlebte. «Wenn unser Sohn mal laut war, lächelten die Menschen, nahmen es entspannt – man fühlt sich als Familie willkommen.» Die einzige Schattenseite: ein Einbruch ins Auto im Parkhaus. «Abgesehen davon fühlten wir uns in Santiago und Chile im Allgemeinen sehr sicher.»
In Deutschland übernimmt Gordan eine neue Aufgabe: Als Abteilungsleiter an einer gewerblichen Schule nahe Stuttgart wird er für die Weiterbildung zum Meister beziehungsweise Techniker zuständig sein. Auch wenn er nun nach Deutschland zurückkehrt, wird ihn Chile weiter begleiten: «Ich hoffe, ich bewahre mir etwas von der chilenischen Gelassenheit und der Einstellung, dass ‚am Ende alles gut‘ wird.»
Foto: privat



