Medizinische Versorgung auf höchstem Niveau als Ziel
La Corporación Chileno-Alemana de Beneficencia tuvo un comienzo repleto de obstáculos. No obstante, gracias a la tenacidad de sus impulsores, pudo salir adelante, convirtiéndose en lo que es hoy: un referente entre los prestadores en el ámbito de la salud privada.

Es war kalt in Santiago am Abend des 5. Juli 1905. Dennoch machten sich 20 Herren auf den Weg, um sich im Deutschen Verein zu treffen, wo sie in gemütlicher Runde die Möglichkeit besprachen, ein Krankenhaus zu gründen. Sie waren der Ansicht, dass nicht nur die deutsch-chilenische Gemeinschaft davon profitieren würde, sondern dass es auch der gesamten chilenischen Gesellschaft zugutekommen sollte.
Das Projekt war durchaus kein Luftschloss einer Gruppe träumerischer Idealisten. Im Gegenteil: Drei der Teilnehmer an der Zusammenkunft, Augusto Vermehren, Bernardo Timmermann und Alberto Mansfeld, setzten sich von nun an beharrlich dafür ein, die nötigen Mittel zu beschaffen, damit der Deutsche Hilfsverein für Kranke, Witwen und Waisen sein eigenes Hospital bauen konnte. Dieser Wunsch bestand schon vor der Jahrhundertwende, aber erst in besagter kalter Nacht im Juli 1905 konnte der Plan die Sitzungsteilnehmer begeistern, da die Herren Vermehren, Timmermann und Mansfeld ein überzeugendes Exposé vortrugen, das sie sorgfältig vorbereitet hatten. Die Anwesenden riefen auf der Stelle ein provisorisches Komitee ins Leben, das die Satzung entwarf, einen Plan erstellte und Kostenvoranschläge beantragte.

Die größte Hürde, die es zu überwinden galt, war die Finanzierung des Vorhabens. Das Komitee verfasste einen Spendenaufruf an die Chilenen deutscher Herkunft, der in den «Deutschen Nachrichten» von Valparaíso und in den deutschen Zeitungen von Temuco und Valdivia veröffentlicht wurde.
Großzügige Spenden
Die Inserate hatten eine positive Resonanz. In Valparaíso stiftete das Hospital Alemán, das bereits 1875 gegründet worden war, 5.000 Peso. Zusätzliche 2.000 Peso sammelte die deutsch-chilenische Gemeinschaft der Hafenstadt. Damit nicht genug: Der Vorsitzende des Hospital Alemán Carl Julius Krebs traf sich mit dem Gründungskomitee, um es über die größten Herausforderungen beim Aufbau der Einrichtung in Valparaíso zu informieren, und um verwaltungstechnische und betriebliche Fragen zu klären. Ferner orientierte er sie über die ihm zur Verfügung stehende technische Ausrüstung. Krebs stellte sein gesamtes Können und seine Erfahrung bereit, um den Bau des Krankenhauses in Santiago zu unterstützen.

Manquehue
Das gesammelte Kapital wurde auf ein Sparkonto deponiert und der Architekt Adolfo Möller mit einer provisorischen Skizze des Krankenhauses beauftragt. In den zwei folgenden Jahren stagnierte das Projekt jedoch. Erst im Juni 1907 tagte das Komitee erneut, und langsam kam das Vorhaben ins Rollen. Im August fand im Teatro Municipal eine Benefizgala statt, zu der alles, was Rang und Namen hatte – angefangen bei Staatspräsident Pedro Montt – eingeladen war.
Bei der Suche nach einem geeigneten Gelände stießen die Interessenten auf ein öffentliches Grundstück an der Straße Purísima, das ihnen geeignet erschien. Die Ärzte Fischer, Vermehren, Timmermann und Schumacher trugen dem Staatspräsidenten bei einer Audienz das Anliegen vor, das Gelände für den Bau zur Verfügung zu stellen. Montt nahm die Anfrage wohlwollend entgegen, gab aber zu bedenken, dass der Amtsweg seine Zeit in Anspruch nehmen würde.
Der Vorstand suchte daher nach Alternativen und fand ein weiteres öffentliches Grundstück an der Avenida Recoleta, in der Nähe des Hügels Blanco. Es war windgeschützt und hatte eine Wasserquelle. Der Sekretär der Gesellschaft, Alberto Mansfeld, setzte alles daran, das Grundstück zu erwerben, was im März 1910 gelang. Doch auch diese Initiative scheiterte: Die Regierung hatte sich das Recht vorbehalten, den Vertrag ohne Zahlung einer Entschädigung zu kündigen. Man begab sich daher wieder auf die Suche und im September 1913 schließlich schlug der Vorsitzende Bernardo Timmermann vor, ein Grundstück an der Straße Dávila Baeza zu erwerben. Die Bedingungen waren derart günstig, dass der Kauf bald darauf vorgenommen wurde.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sollte das Projekt jedoch noch einmal verzögern. Es entstanden große Schwierigkeiten, um medizinische Apparaturen wie etwa Sterilisierungs- und Röntgengeräte aus Deutschland zu importieren. Endlich, im Mai 1918, konnte der erste Patient aufgenommen werden.
«Besucher, raus!»
Gleich zu Beginn nahm sich das Ärzteteam vor, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten. Dies beinhaltete auch Disziplin und Ordnungssinn nach alter deutscher Art, wie sie zum Beispiel die Oberschwester Melanie Maier trefflich anzuwenden wusste. Als der Chefarzt Ricardo Kuschel seinen täglichen Rundgang durch die Zimmer machte, pflegte sie ihm vorauszugehen und in deutscher Sprache zu rufen: «Besucher, raus!»
Einmal erteilte sie den Befehl einem eleganten Fremden, der sich mit dem Rücken zu ihr mit einem Kranken unterhielt. Er verabschiedete sich sofort und verließ das Zimmer. Als er an Doktor Kuschel vorbeiging, erkannte dieser den ehemaligen Staatspräsidenten Arturo Alessandri. Er lief ihm nach und entschuldigte sich für den Rausschmiss, worauf ihm der Staatsmann schmunzelnd antwortete, es gäbe nichts zu verzeihen, zudem liebe er Ordnung und Disziplin.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Patientennachfrage ständig. Gegen Mitte der 1950er Jahre erwog der Vorstand einen Umzug, da inzwischen die meisten Deutschstämmigen im oberen Teil der Stadt wohnten. Im Mai 1964 war es soweit: Bundespräsident Heinrich Lübke, der bei einer Südamerika-Reise Chile besuchte, legte den Grundstein der neuen Deutschen Klinik an der Vitacura.

Fotos: Corporación Chileno-Alemana de Beneficencia
Die Klinik in der Calle Dávila Baeza wurde im Jahr 1970 verkauft. Mit dem Geld aus dem Verkauf, ergänzt durch Zuschüsse des Evangelischen Entwicklungsdienstes, wurde am heutigen Standort eine größere Klinik errichtet, die mehr medizinische Fachrichtungen aufnehmen konnte. Der Bau nahm fast ein Jahrzehnt in Anspruch. Am 15. März 1973 konnten die ersten Patienten aufgenommen werden.
Die folgenden Jahrzehnte waren von großen Neuerungen in der Medizin geprägt, in denen die Elektronik und die Digitalisierung grundlegende Rollen spielten. Dabei war ein Hauptziel, die Ausstattung auf dem neuesten Stand zu halten und die modernste Technik auszuwählen, wodurch das Krankenhaus bald zu einer der führenden Einrichtungen in Chile wurde. Im Jahr 2000 wurde die Trägergesellschaft umstrukturiert und in Corporación Chileno-Alemana de Beneficencia (CCAB) umbenannt.
Heute hat die CCAB Partnerschaften mit den Deutschen Kliniken von Temuco und Valdivia sowie mit der Universidad del Desarrollo, deren Medizinstudenten in den hauseigenen Krankenhäusern ausgebildet werden (siehe Seite 10 und 11).
Als 1905 sich jene 20 Herren im Deutschen Verein versammelten, konnten sie nicht ahnen, dass das Krankenhaus sich bald landesweit zu einem Vorbild der Gesundheitsversorgung entwickeln würde. Eines hat sich seitdem nicht geändert: Die CCAB ist ebenso wie die Gründergeneration vor 120 Jahren vom festen Willen getragen, der Gemeinschaft zu dienen, was diese zu schätzen weiß und was mit Sicherheit den Erfolg des Unternehmens ausgemacht hat.



