«Man fühlt sich gleich wohl»
¿Cómo es la vida en el hogar Las Hualtatas para sus residentes? Siete señoras mayores comparten con los lectores de Cóndor por qué viven aquí y qué es lo, que más les gusta. En una cosa están de acuerdo: recomendarían la Residencia Las Hualtatas sin dudarlo.

(sik) «Eine große und geschmack-voll eingerichtete Eingangshalle empfängt den Besucher. In der Rezeption geht es lebhaft zu. Eine große Glaswand gibt den Blick frei auf einen Patio im Garten, mit einem Springbrunnen und Sitzgruppen, die zum Lesen, die Sonne genießen oder einem Schwätzchen einladen», beschreibt Karin Maass den Eingangsbereich der «Residencia Las Hualtatas». «Es ist alles sehr persönlich und nett, wozu auch das Personal, immer freundlich und hilfsbereit, beiträgt.»
«Eine entspannte und familiäre Atmosphäre»
Das empfinden auch Hedi Opitz und die Bewohnerinnen so, mit denen sich Hedi über das Wohnheim unterhalten hat: Dies waren außer Karin Maass auch Renate Friederichs, Carmen Cornelius, Ilse Holste, Ute Diehl und Ena Raby. Die sieben Damen sind sich einig: Es ist «eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Viele kennen sich von früher oder treffen entfernte Verwandte wieder. Es herrscht ein freundlicher Umgangston zwischen allen Bewohnern und man fühlt sich gleich wohl.»
Als großen Vorteil sehen sie außerdem: «Bei Krankheitsfällen oder Verletzungen werden wir von einer Krankenschwester und dem Hilfspersonal rund um die Uhr versorgt. Einmal wöchentlich besucht eine Ärztin das Heim, die man auf Wunsch konsultieren kann.» Es gibt eine sehr gut ausgestattete Krankenstation, und Erste-Hilfe-Klingeln befinden sich in allen Räumen der Wohnungen.
Hinzu kommt die günstige Lage des Heims: «Wir haben alles in der Nähe und alles ist zu Fuß zu erreichen: Einkaufszentrum, Supermarkt, Apotheke, Klinik, Kirche, Sportclub Manquehue und DCB, und außerdem gute Busverbindungen. Wichtig ist auch die Selbständigkeit, die man bewahren kann und die einem erlaubt, zu verreisen, auszugehen und wiederzukommen sowie Besuch zu empfangen.»
Die Damen schätzen, dass sie einerseits Freundschaften und Geselligkeit pflegen, sich aber auch zurückziehen können, wenn sie gern allein sein möchten.
Die meisten waren schon jahrelang Mitglieder des deutsch-chilenischen Frauenwerkes: «Einmal um diese Institution zu unterstützen und zum anderen mit der Absicht, dort einmal ein zweites Zuhause zu finden.» Die ersten Bewohner der «Residencia Las Hualtatas» kamen aus dem vorigen Heim in der Avenida Manquehue, das dem Frauenwerk gehörte, wie sie berichten. Dazu kamen einige Bewohner des Friedrich-Karle-Heims in der Avenida Lyon, das von der evangelischen Kirche geführt wurde. Carmen Cornelius erzählt, dass sie sich während der sozialen und politischen Unruhen im Jahr 2019 begann, allein in ihrer Wohnung, unsicher zu fühlen: «Ich bewarb mich im Heim und es wurde mir für März eine Zweizimmerwohnung angeboten. Als ich dann einziehen wollte, brach die Pandemie aus und ich musste noch ein halbes Jahr warten. Jetzt wohne ich schon glücklich, versorgt und verwöhnt fünf Jahre im Heim.»
Die Pandemie war für alle ein einschneidendes Ereignis: «Sie bedeutete eine enorme Herausforderung für die Leitung, das Personal und alle Insassen. Dank der rechtzeitigen und umfassenden Vorsichtsmaßnahmen konnte die Situation bestens geregelt werden.»
Deutsche Kultur verbindet
Hat das Heim heute noch mit der deutschen Kultur zu tun? Ursprünglich war es für
Deutschsprachige vorgesehen, inzwischen ist die deutsche Sprache aber nicht mehr Bedingung. Doch sollte eine Affinität zur deutschen Kultur bestehen, wie die Bewohnerinnen berichten: «Fast alle haben eine Deutsche Schule besucht und teilen durch Familie und Erziehung die gleichen Werte und Interessen. Zurzeit gibt es nur zwei Personen, die nicht Deutsch sprechen. Die Umgangssprache ist sowohl Deutsch als auch Spanisch, je nach Gesprächspartner.»
Seit die Damen hier leben, gab es auch einige Verbesserungen, wie sie berichten: «Es wurden etliche bauliche Veränderungen vorgenommen, um über mehr Wohnungen zu verfügen. Im großen Saal für gemeinsame Veranstaltungen wurden ein rie-
sengroßer Bildschirm und sehr gute Lautsprecher angebracht.» Bei den Gerichten, die von einer auswärtigen Firma zubereitet und von einer Ernährungsspezialistin überwacht werden, wurden «dank unserer Sabine Lorber verschiedene deutsche Rezepte übernommen, was von allen begrüßt wurde».
Langeweile komme nicht auf, denn Geselligkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Heimes: «Es gibt jeden Tag um 11.30 und um 18 Uhr Programme: Filme, Konzertübertragungen, Berichte über Geschichte, Kunst, Architektur oder Musik. Einmal im Monat gibt es einen evangelischen Gottesdienst, wöchentlich findet das Turnen und Gedächtnistraining statt.»
Besonders beliebte Aktivitäten sind das gemeinsame monatliche Singen von deutschen und chilenischen Volksliedern mit Akkordeonbegleitung, der wöchentliche Spielenachmittag mit verschiedenen Gesellschaftsspielen und die Feiern der Geburtstage der vergangenen drei Monate. Dafür wird entsprechend dekoriert und bei einem gemeinsamen Nachmittagstee gibt es Geschenke, Kuchen und Ratespiele wie Bingo. In der großen Bibliothek findet jeder etwas nach seinem Geschmack.
Ein Kapitän in Galauniform
Es gibt auch witzige Anekdoten zu erzählen: «Die Frau eines Ehepaares, das im Heim wohnte, meldete eines Tages aufgeregt, ihr Mann sei verschwunden. Dank der Sicherheitskameras in den Gängen konnte schnell festgestellt werden, dass er das Gebäude nicht verlassen hatte. Also begann eine Suchaktion in allen Gängen und Gemein-
schaftsräumen, aber er war nicht zu finden. Schließlich fiel es jemandem ein, die Zimmer der Pflegefälle zu untersuchen, und siehe da, in einem Zimmer einer bettlägerigen Frau saß der gute Herr stillvergnügt in einem Lehnstuhl und guckte fern.»
Eine zweite Begebenheit, an die sich alle beeindruckt erinnern: «Zur Feier des 21. Mai, Tag der Seeschlacht in Iquique, wurde das Mittagessen in einem dementsprechend dekorierten Saal serviert. Zu unserer großen Überraschung erschien unser Don Rufino, der von Beruf Kapitän zur See gewesen war, in seiner vollen Galauniform, aufrecht und ohne Stock, trotz seiner 100 Jahre. Wir waren alle überwältigt!»
Karin Maass sagt: «Ich bin im Laufe der vielen Jahre, die ich in Deutschland gelebt und Verwandte in verschiedenen Heimen und Orten besucht habe, nie einem so schönen Heim begegnet wie dem hier in Las Hualtatas und bin dankbar, dass ich so einen schönen Lebensabend genießen kann!»



