«Zusammenleben ist Lebensqualität»
María Ester Pablo es la directora del Hogar de Adultos Mayores Las Hualtatas desde 2014. En la entrevista con Cóndor, describe cómo Las Hualtatas promueve una vida comunitaria y autónoma para las personas mayores, destacando la importancia del apoyo individual y las actividades. Especialmente durante la pandemia, se evidenció el fuerte vínculo entre el personal y los residentes, que convierte al hogar en un lugar seguro y acogedor.

foto: privat
Gibt es eine Philosophie oder ein Leitprinzip für das Wohnheim Las Hualtatas?
Zunächst möchte ich klarstellen, dass wir kein Altenheim sind, sondern eine Residenz für ältere Erwachsene. Die Philosophie von «Las Hualtatas» beruht auf der Bedeutung des gemeinsamen Lebens. Einsame Menschen, vor allem im Alter, verbringen viel Zeit vor dem Fernseher, bleiben zu Hause oder gehen nur ein- bis zweimal die Woche raus. Mit der Zeit denken sie, sie müssten sich nicht mehr anziehen oder aufstehen; sie kochen auch nicht, weil sie dann abwaschen müssten und außerdem nicht einkaufen gehen wollen. So beginnt der Verfall, ohne dass die Betroffenen sich dessen bewusst sind. «Niemand verlangt etwas von mir», denken sie.
Im Gegensatz dazu verlangt Sozialisierung immer etwas von mir: Ich muss mich gut fühlen, aufstehen, mich zurechtmachen, Gespräche führen, teilen und auch flexibel sein, damit andere auch ihr Leben leben können – so lebt man gemeinsam. Kurz gesagt: Es geht um die Bedeutung des Zusammenlebens. Das ist mehr als eine Philosophie, es ist ein dauerhafter Lebensstil, ein tägliches Leben.
Welche Pflege und Unterstützungsleistungen bieten Sie den Bewohnern an?
Was immer die Menschen brauchen: Manche benötigen mehr Unterstützung als andere, und im Laufe der Zeit steigt der Bedarf – nicht nur bei der Medikamentengabe, sondern auch bei alltäglichen Dingen. Genau deshalb gibt es diese Residenz: Es gibt jemanden, der mich unterstützt, wenn ich es brauche, und sich um mich kümmert, wenn ich krank bin. Auch wenn man gesund und selbstständig ist, kann man krank werden, eine Erkältung oder einen Sturz erleiden. Wenn ich allein in einer Wohnung lebe, steigt das Risiko einer Verschlechterung. Wir verfügen sogar über eine Krankenstation für Menschen mit eingeschränkter Selbstständigkeit oder die Pflege benötigen.
Die Bewohner bekommen jederzeit die Unterstützung, die sie brauchen, abhängig von ihrer Situation. Selbstständige Bewohner können alle Angebote nutzen, von Büchern über Konzerte bis hin zu Friseurbesuchen und Geschichtskursen. Sie bestimmen selbst, wie sie ihr Leben gestalten. Viele reisen sogar mit dem Flugzeug, um Verwandte zu besuchen – vom Süden Chiles bis nach Deutschland.
Wie gehen Sie auf individuelle Bedürfnisse und persönliche Lebensgeschichten ein?
Es gibt so viele persönliche Lebensgeschichten wie Bewohner. Wer sprechen möchte, wird von den anderen aufmerksam und liebevoll gehört, je nach Situation. Andere schweigen lieber. Diese Momente werden innerhalb und außerhalb der Residenz gelebt und besprochen. Kurz gesagt: In der Residenz herrscht Normalität.
Welche Freizeit- und Kulturangebote gibt es?
Wir bieten verschiedene Aktivitäten: persönliche Gesundheitsangebote wie Physiotherapie und Gymnastik zweimal wöchentlich mit einer Physiotherapeutin. Alle zwei Wochen gibt es einen Vortrag zur Selbstfürsorge mit einer Krankenschwester, die speziell auf altersbedingte Bedürfnisse eingeht.
Zur Freizeitgestaltung gehören Gesellschaftsspiele, Karten, Filme, Konzerte, Dokumentationen, aktuelle Vorträge und Opernvorträge. Verschiedene externe Personen kommen, um diese Aktivitäten anzubieten.
Wie sieht ein typischer Tag für die Bewohner aus?
Ein typischer Tag ist wie zu Hause: Aufstehen, Gymnastik machen, zum Friseur gehen, einkaufen oder einen Kaffee mit einem Freund trinken. Die Bewohner haben völlige Freiheit, rein- und rauszugehen. Es ist ihr Zuhause, ähnlich einem Wohnhaus, mit dem Unterschied, dass hier Unterstützung bei Bedarf vorhanden ist.
Können Sie etwas über das Gebäude und die Atmosphäre sagen?
Die Architektur des Gebäudes ist großartig: viel Raum, großzügige Apartments, ausgestattet mit allem, was man für ein würdiges Leben braucht. Es gibt Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen für Selbstständige und Paare sowie Ein-Zimmer-Apartments, alle mit eigenem Bad. Außerdem viele Gemeinschaftsräume, viel Licht und eine gute Zentralheizung.
Was ist Ihnen wichtig bei der Teamarbeit?
Wir feiern unser zehnjähriges Bestehen und sind stolz, dass unser Personal sich sehr mit den Bewohnern identifiziert. Über die Hälfte der Mitarbeiter arbeiten seit zehn Jahren hier. Daraus entstehen schöne Beziehungen, geprägt von Respekt, Vertrauen und Zuneigung. Gottseidank haben wir ein sehr gutes Arbeitsklima.
Können Angehörige am Alltag im Wohnheim teilnehmen?
Die Familie kann daran teilnehmen, wie sie möchte. Viele besuchen ihre Eltern, Großeltern oder Verwandten. Sie kommen und gehen – ganz ohne Einschränkungen. Familien können mitessen, Kaffee trinken oder den ganzen Tag mit ihren Angehörigen verbringen. Es gibt einen Strickclub, an dem Bewohner und sogar Personen aus der deutschen Gemeinschaft teilnehmen. Natürlich können Angehörige auch Bewohner in der Krankenstation besuchen. Die Türen stehen immer offen. Während der Pandemie war das eingeschränkt, aber es gab trotzdem Möglichkeiten, die Angehörigen zu empfangen.
Wie hat sich Ihre Arbeit während der Pandemie verändert? Wie haben Sie diese Zeit persönlich erlebt?
Meine Erfahrung mit älteren Menschen begann mit den Senior-Suite-Projekten von Paul Harris, bei denen ich von Anfang an dabei war. Ich habe viele Residenzen in Chile und im Ausland besucht: Deutschland, Spanien, Großbritannien. Die Pandemie war dennoch eine völlig neue Herausforderung. Anfangs hatten wir große Angst, da die Nachrichten aus Europa alarmierend waren. Zum Glück sind die Bewohner sehr engagiert, und wir haben die Hygienevorgaben perfekt umgesetzt. So gab es keine Ansteckungen. Am wichtigsten war, dass die Bewohner ihr normales Leben in der Residenz weiterführen konnten. Sie organisierten selbst ihre Sozialkontakte, um die Einsamkeit und Angst zu mindern. Wir hielten Abstand, waren aber ständig für sie da – in Schichten im Gebäude, um Hilfe zu leisten. Es gab keinen Covid-Fall und niemand verließ die Residenz krank.
Wie wird die deutsche Kultur in Las Hualtatas gepflegt?
Natürlich werden deutsche Traditionen gelebt, denn die Bewohner würden sie auch außerhalb bewahren. Es gibt deutsche Nationalfeiertage, deutsche Lieder, deutsche Kekse und Kuchen.
Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die in der Seniorenbetreuung arbeiten möchten?
Vor allem: Kümmert euch um eure Großeltern!
Wie ist die Geschichte des Wohnheim Las Hualtatas?
Das Heim gehört zur «Corporación Obra Social Señoras Chileno Alemana», gegründet 1960, um ältere Menschen zu unterstützen, die alleine waren. Anfangs gab es kleine Häuser in der Calle Manquehue, nahe der heutigen Deutschen Klinik. Diese Häuser erfüllten ihren Zweck, waren aber einfach gebaut und auf die Dauer nicht ausreichend. Mit Unterstützung von Menschen, die die Notwendigkeit für bessere Unterkünfte sahen, wurden Finanzierung und Grundstücke organisiert. So entstand dieses Wohnheim.
Ich lade die deutsche Gemeinschaft ein, das Haus zu besuchen: Es ist ein sehr angenehmer Ort neben dem Club Manquehue, dem Treffpunkt der deutsch-chilenischen Gemeinschaft. Es bietet viele Vorteile. Denken wir daran: Zusammenleben ist Lebensqualität. Denkt dabei an eure älteren Familienmitglieder. Es ist nicht gut, wenn sie alleine sind – besser ist es, wenn sie Gesellschaft haben.
Die Fragen stellte Silvia Kählert.



