Sprinter
Ältester Läufer mit allen sechs Marathon-Medaillen
Es uno de los deportistas más destacados y de más larga trayectoria del país. Como velocista, en la Olimpíada de México llegó en 1968 a semifinales de los 100 metros planos. Actualmente, con 83 años de edad, es uno de los escasos participantes seniors en las seis maratones más renombradas: Berlín, Nueva York, Tokio, Boston, Chicago y Londres.

Am 2. März dieses Jahres nahmen rund 40.000 Läufer am Marathon in Tokio teil. Einer von ihnen war der 83-jährige Chilene Iván Moreno, der sich für die wohl schwerste Läuferprobe, die es gibt, zwar gewissenhaft vorbereitet hatte, aber während des Trainings großes Pech hatte: Er stolperte, stürzte, verletzte sich am Ellenbogen und erlitt einen Hüftbruch, sodass er einen Monat pausieren musste. Dies hätte sich auf seine Leistung fatal auswirken können. Erfreulicherweise konnte er sich erholen, sodass er das Training wieder aufnahm und seine Planung beenden konnte.
Während des sehr anstrengenden Laufs, der auch für junge Sprinter eine Herausforderung ist, litt er erstaunlicherweise an keiner größeren Ermüdung, weil er wusste, «dass ich schlecht vorbereitet war. Ich war so schlecht vorbereitet, dass meine Tochter mir einen Chip gekauft hat, den ich in die Tasche steckte für den Fall, dass mir etwas passieren könnte, damit meine Begleiter wüssten, wohin man mich gebracht hatte». Moreno lief relativ langsam und stellte sich darauf ein, nach etwa 20 Kilometern notfalls zu gehen. Er «drosselte das Tempo und erlitt einige Muskelkrämpfe, was mir immer passiert, und schließlich erreichte ich, zehn Minuten später als erwartet, das Ziel». Trotz dieser Nachteile belegte er in seiner Altersgruppe den dritten Platz.
Ob er die Erfahrung wiederholen will? «Ich weiß es nicht», antwortet er, und erinnert sich an die Reise, die er 2017 nach Deutschland unternahm, um alte Freundschaften aufzufrischen und die Gelegenheit wahrzunehmen, am Berliner Marathonlauf teilzunehmen. An diesem Wettkampf erhielt er die erste Medaille. Inzwischen hat er die Medaillen von Berlin, New York, Boston, Chicago, London und Tokio. Stolz stellt er fest: «Ich bin der Älteste, der die sechs Medaillen erhalten hat.»
Iván Moreno war zwölf Jahre alt, als er begann, systematisch Sport zu treiben. Schon damals konzentrierte er sich auf Leichtathletik, Laufen und Dreisprung. Als er um die 17 Jahre alt war, meinte ein Trainer zu ihm: «Du bist von niedriger Statur, wenn du deine Leistung im Dreisprung optimieren willst, dann musst du deine Geschwindigkeit verbessern.» Er befolgte den Rat und konzentrierte sich auf das Laufen. Als es besser wurde, «blieb ich schließlich beim Laufen und habe mich dann mit der Zeit Stufe um Stufe hochgearbeitet». Das kommt wie von selbst, meint er: «Man glaubt, dass man mehr aus sich herausholen kann, man sucht einfach danach, man betreibt es als Hobby, denn damals war es vollkommen amateurhaft.» Seine Ausrüstungen musste er aus eigener Tasche bezahlen, für die Wettkämpfe gab es keine Geldprämien: «Manchmal bekam ich höchstens eine Medaille oder einen Pokal».
Im Jahr 1964 war es soweit: Iván Moreno nahm an der Olympiade in Tokio am 100- und am 200-Meterlauf teil. Es war eine außerordentliche Erfahrung, da er zum ersten Mal Gelegenheit hatte, mit den großen Namen zu konkurrieren. Vier Jahre später trat er in den gleichen Sportarten in Mexiko an. Hier erreichte er sein Topniveau: «Da war ich im Halbfinale unter den zehn Besten.» Trotz dieser guten Voraussetzungen meint er: «Um in den Olympischen Spielen zu gewinnen, muss man sehr gut sein und am richtigen Tag und zur richtigen Stunde da sein. Mein Ziel war es, am Finale teilzunehmen. Leider konnte ich das nicht, da ich eine Grippe hatte. Ich musste vom Krankenbett zum Training gehen und am nächsten Tag bei den Wettkämpfen und zum Viertelfinale antreten.»
Nach dem glänzenden Ergebnis in Mexiko nahm er in Chile weiterhin an Wettkämpfen teil. «Im Jahr 1969 wurde ich zum letzten Mal an der Südamerikameisterschaft in Quito im 100-Meterlauf südamerikanischer Meister», was ihm nach Rio de Janeiro und Buenos Aires zum dritten Mal glückte. 1974 nahm er ein letztes Mal in Chile an diesem Wettkampf teil. Danach spielte er eine zeitlang Fußball, «bis man mir einen Knochenbruch zufügte, woraufhin ich auf ein Rennrad stieg, bis ich von einem Auto angefahren wurde», lacht er.
Daher kehrte er zum Lauf, seiner ursprünglichen Bestimmung, zurück. Doch gleich am ersten Trainingstag riss ihm die Achillessehne. Dieses Missgeschick hielt ihn jedoch nicht davon ab, weiterzumachen. Nach der Genesung verschrieb er sich dem Langstreckenlauf. Moreno begann mit sieben Kilometern, stieg anschließend auf zehn, bis ihm jemand nahelegte, es mit dem Marathonlauf zu versuchen. Die Idee leuchtete ihm ein und er begann alsbald zu trainieren. «Das Schwierige beim Marathonlauf ist nicht der Wettkampf an sich, sondern die Vorbereitung», hat er festgestellt. «Es sind 16 bis 20 sehr anstrengende Wochen.»
Bezeichnenderweise hat Iván Moreno, der bis heute, in seinen Achtzigern, ein herausragender Hochleistungssportler ist, eine völlig andere Berufsrichtung eingeschlagen. Er hat sich als Bauingenieur sein Brot verdient und Sport als unentgeltliche Freizeitbeschäftigung getrieben. In den 1960er Jahren trainierte er im Manquehue-Sportverein. Der damalige Vorsitzende Carlos Binder erkannte seine Begabung und gab ihm die Möglichkeit, Mitglied zu werden. Diese Partnerschaft pflegt er bis heute – die Vorbereitung der Marathonläufe etwa bewerkstelligte er auf den Anlagen an der Vitacura.
Iván Moreno ist verheiratet, hat sechs Kinder und sieben Enkel, unter denen verschiedene in seine Fußstapfen getreten sind. Und: «Zum Geburtstag und zu Weihnachten werde ich von ihnen mit Kleidung, Ausstattung und Geräten zum Sport treiben reich beschenkt!»
foto: privat



