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Thursday, 11. June 2026
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Zum 125. Geburtstag des deutsch-chilenischen Segel-Pioniers

Erich Wichmanns Olympia-Triumph in Berlin

Erich Wichmann-Harbeck hizo historia como el primer regatista germano-chileno en los Juegos Olímpicos de Berlín 1936. Con su destacada actuación, logró el cuarto lugar y dejó una huella importante para Chile en el escenario internacional. Su historia es un reflejo de pasión, valentía y la profunda conexión entre Alemania y Chile.

Das Yachting Hotel von Erich Wichmann in Villarrica

Die Sportgeschichte Chiles kann viele Erfolge und besondere leistungsstarke Persönlichkeiten vorweisen. Der deutsch-chilenische Segler Erich Wichmann gehört unbedingt dazu. Er wurde 1900 in Hamburg geboren und wanderte etwa 1920 über Brasilien nach Chile aus. Das malerische Villarrica und seine Umgebung wurden sein Ziel. 

Laut Zeitungsberichten wurde ihm 1931 die chilenische Staatsbürgerschaft anerkannt. Wenige Jahre später, 1936, nahm er für Chile, seine adoptierte Heimat, an den Segelwettkämpfen der XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin teil. Das klingt erstaunlich – doch genau so war es.

Es kam zu einer beeindruckenden und unerwarteten sportlichen Leistung, als er den 4. Platz unter allen Wettkämpfern erreichte. Chile ist seit den ersten Olympischen Spielen 1896 in Athen dabei und hat nur wenige Austragungen verpasst. Segeln, wohl die älteste Fortbewegungsform des Menschen, ist ebenfalls seit Anfang an vertreten. 

Nachdem Chile an den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles nicht teilgenommen hatte, entsandte das Land 1936 zur Austragung in Deutschland eine besonders große Delegation: insgesamt 40 Athleten in acht verschiedenen Sportarten traten an, darunter mehrere bekannte Namen aus der deutsch-chilenischen Gemeinschaft wie Adolfo Schlegel, Juan Reccius, Walter Fritsch und Oswald Wenzel, alle aus dem Bereich Leichtathletik. Nie zuvor war ein Segler dabei gewesen – und erst recht nicht mit einem solchen Auftritt. 

Neben der enormen sportlichen Bedeutung spielte auch die politische Propaganda des Regimes in Deutschland eine große Rolle. Zu diesem Zweck wurde bei einigen Wettkämpfen erstmals das Fernsehen eingesetzt – ein spektakuläres Ereignis.

«Beachtenswert Chiles Vertreter Wichmann»

Die einzigartige Kieler Förde, weit entfernt vom eigentlichen Olympiazentrum Berlin, diente als idealer Austragungsort für spannende Wettkämpfe auf windigem Meer mit der Ein-Mann-Jolle. Dieses besondere Segelboot wurde vom Veranstalter eigens für alle Teilnehmer der Olympischen Regatta angefertigt. Wichmanns Boot trug den Namen «Mainz».

Rolf Köster mit der von ihm restaurierten Olympiajolle G322

Er konnte von Anfang an seine Fähigkeiten beweisen und erreichte im ersten von sieben Rennen den 4. Platz. Auch die Presse verfolgte die Wettkämpfe mit großem Interesse:

«Beachtenswert war, dass auch Chiles Vertreter Wichmann, ein bekannter Hamburger Jollensegler und nebenbei Deutscher, stark nach vorn kam und schließlich sogar den ausgezeichneten holländischen Segler hinter sich ließ. An fünfter Stelle lag Dänemarks Segler, der vom Start bis zum Ziel diesen Platz behauptete. Die Zeiten dieses Olympia-Tages bei den Jollen waren: England 1:30:43, Deutschland 1:31:00, Chile 1:32:17, Holland 1:32:29.» Dies war das Ergebnis von dem Tag. Im Endeffekt mit allen Rennen kam Chile auf den vierten Platz.

Wichmann verpasste die Bronzemedaille nur ganz knapp. Bitter für den Deutsch-Chilenen, der auf ganz eigene Initiative zu den Spielen gefahren war. Berichte jener Zeit belegen, dass er von Brasilien aus mit dem Zeppelin «Hindenburg» in seine alte Heimat flog.Es motivierte ihn die Liebe zum Segeln und die Überzeugung, diese einmalige Olympia-Gelegenheit nicht zu verpassen. Er kannte das deutsche Segelmilieu, war er doch dort aufgewachsen und kein Unbekannter auf diesem Gebiet. Wichmann erhielt auch tatsächlich zu Beginn der Spiele eine Einladung vom Segelverbandsführer Oberstleutnant Kewisch. War dies ein Versuch, ihn umzustimmen und für Deutschland starten zu lassen? Ob das möglich gewesen wäre, wissen wir nicht – doch es klingt plausibel.

Die Olympia-Segeljolle «Mainz» 

Rolf Köster, begeisterter Segler und Cóndor-Leser, lebt schon lange in der Seegemeinde Villarrica und hat maßgeblich mit Informationen und Bildern aus seiner Privatsammlung zu diesem Bericht beigetragen. Die Olympia-Segeljolle «Mainz» von Wichmann wurde dank ihm wieder renoviert und seetüchtig gemacht – bewundernswert.

Die Jolle G 322 auf der Ausstellung der Pontificia Universidad Católica de Chile
Die restaurierte Jolle beim Umzug

Villarrica wurde für Wichmann neue Heimat und Anlegeplatz. Hier konnte er als passionierter Segler und Angler seinen Hobbys nachgehen. Er führte außerdem viele Jahre das örtlich bekannte Yachting Hotel. Zahlreiche Familien der deutschen Gemeinschaft suchten diesen Urlaubsort immer wieder auf und genossen den See mit seinen Sehenswürdigkeiten besonders. Wichmann war ein guter Gastgeber, der seine Gäste verwöhnte. Die Jolle «Mainz» stand Hobbyseglern immer zur Verfügung und war in den Sommermonaten ständig unterwegs. Diese Zeiten gingen zu Ende, als Erich Wichmann-Harbeck 1976 in Villarrica verstarb.

Es bleiben unzählige Erinnerungen und eine ganz besondere Segeljolle, die einst 1936 in Berlin mit Wichmann ihren großen Auftritt hatte und nun gründlich restauriert und überholt im Süden Chiles auf dem Villarrica-See liegt. Sie erinnert an vergangene Heldentaten von Deutschen, die Chile aufsuchten und dort blieben. Und das sind unsere Geschichten!

Fotos: privat

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