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Wednesday, 18. February 2026
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Deutsch-chilenischer Arzt Nicolás Orbenes gründet Start-up

Lo que inicialmente fue un desafío personal, hoy se ha convertido en un modelo internacional de integración en el ámbito de la salud: el médico oriundo de Osorno, Dr. Nicolás Orbenes, ha abierto el camino hacia la formación como especialista en Alemania para cientos de colegas latinoamericanos mediante la fundación de la agencia Nomii.

Geboren in Osorno wuchs Nicolás Orbenes gemeinsam mit seinem Bruder Julio in der naturverbundenen Umgebung im Süden Chiles auf. Die Brüder verbrachten ihre Kindheit mit Fahrradtouren, Skiausflügen nach Antillanca und Sommern am Lago Rupanco. Schon früh zeigte sich Nicolás’ Interesse an den Naturwissenschaften, das ihn zum Medizinstudium führte.

Nach seinem Abschluss in Chile entschied sich der Osornino für eine Spezialisierung im Ausland – nicht zuletzt wegen der begrenzten Facharzt-ausbildungsplätze und der hohen Konkurrenz in Chile. Seine Vorfahren stammen aus Deutschland und er besuchte die Deutsche Schule Osorno. So fiel seine Wahl auf Deutschland.

Von der eigenen Erfahrung zur unternehmerischen Vision

Derzeit befindet sich der promovierte Mediziner im vierten Jahr seiner Facharztausbildung in plastischer Chirurgie am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München. Bei seiner Arbeit erkannte er bald, dass Deutschland ein modernes Gesundheitssystem hat, das aber an einem Fachkräftemangel leidet und der Bedarf an motivierten jungen Ärzten groß ist.

Als er an der Universität München den Auftrag erhielt, ein Forschungsprojekt zu verwirklichen, suchte er Mitarbeiter. Aufgrund seiner Kontakte zu gut qualifizierten Medizinern aus Lateinamerika wollte er sie für das Projekt engagieren. «Ich machte die Erfahrung, dass es viele bürokratische und sprachliche Hürden auf dem Weg zur Facharztausbildung gibt: Anerkennungsverfahren, Visumsfragen und Sprachprüfungen.» 

Nicolás Orbenes stellt fest: «Es war keine leichte Aufgabe, aber ich erkannte, dass es möglich ist.» Für viele Ärztinnen und Ärzte seien dies aber unüberwindliche Hürden– «nicht wegen mangelnder Qualifikation, sondern wegen fehlender Unterstützung», so Orbenes. 

Gemeinsam mit seinem Bruder Julio, einem Wirtschaftsinge-nieur, entwickelte er daraufhin ein Konzept: eine Plattform, die chilenische und andere lateinamerikanische Mediziner auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet. So entstand im Jahr 2019 Nomii – ein Start-up, das eine medizinische Karriere über Kontinente hinweg ermöglicht.

Ein wichtiger Erfolg auf seinem Weg: Dieses Startup ist die einzige Agentur in Chile, die vom deutschen Staat anerkannt ist, um lateinamerikanische Ärztinnen und Ärzte mit Spezialisierungsmöglichkeiten in Deutschland zu vermitteln. Nomii fungiert seit fünf Jahren als Bindeglied zwischen dem lateinamerikanischen medizinischen Nachwuchs und dem deutschen Gesundheitssystem. Bis heute hat Nicolás mit seinem Team über 700 Ärztinnen und Ärzte erfolgreich in den Integrationsprozess begleitet.

Die Programme, deren Kosten zwischen 12.000 und 22.000 Euro liegen, umfassen unter anderem: intensive Sprachkurse, Unterstützung bei Anerkennungsverfahren, Vermittlung von Arbeitsplätzen in Kliniken, Hilfe bei der Wohnungssuche und Krankenversicherung sowie die kulturelle und finanzielle Integrationsberatung

Dabei wird jedes Projekt individuell begleitet – vom ersten Kontakt bis zur Ankunft in Deutschland und darüber hinaus. Ein Schlüsselprojekt ist das gemeinsam mit deutschen Behörden entwickelte ZAI-Programm (Zentrum für Ärztliche Integration), das auch Kliniken als Integrationszen-tren zertifiziert.

Facharzt in Deutschland

Nicolás erklärt, dass es in Deutschland 37 Facharztrichtungen gibt, viele davon mit zusätzlichen Spezialisierungen. Die Facharztausbildung dauert in der Regel sechs Jahre, wobei zwei Jahre als allgemeiner Teil angerechnet werden können.

Die Sprache sei für viele ein Angstfaktor, aber kein Hindernis, betont er: «Wir Mediziner lernen über 200 Knochen und hunderte Fachbegriffe. Wer das schafft, kann auch Deutsch lernen – vor allem mit einer gezielten, intensiven Vorbereitung.»

Inzwischen hat Nicolás einen weiteren Meilenstein gesetzt: «Die Stadt München wird für die Krankenhäuser, die unsere Ärzte aus Lateinamerika beschäftigen, die Bezahlung ihres Gehalts übernehmen. Das ermöglicht den Krankenhäusern, die Mediziner kennenzulernen, und die Ärzte haben die Chance, ihren Lebensunterhalt zu bezahlen und sich sprachlich und fachlich im deutschen Krankenhauswesen einzuarbeiten.»

Nomii hat sich mittlerweile als feste Größe im D/A/CH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) etabliert und setzt sich aktiv für die Integration medizinischer Fachkräfte ein – zum beiderseitigen Vorteil: Deutschland erhält dringend benötigte Fachkräfte, lateinamerikanische Ärzte erhalten neue berufliche Perspektiven.

Der Deutsch-Chilene denkt weiter: «In fünf Jahren wollen wir unsere Leistungen auf weitere Berufsgruppen ausdehnen und unser Modell auch in anderen internationalen Märkten etablieren. Überall dort, wo Integration gebraucht wird, kann unsere „Brücke“ erfolgreich sein.»

Mit dem Start-up Nomii hat Nicolás Orbenes ein Geschäftsmodell geschaffen, das sowohl eine Antwort auf den globalen Fachkräftemangel gibt als auch jungen, qualifizierten Fachkräften neue Horizonte öffnet, die sie später in ihrem Heimatland nutzen können.

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