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domingo, 19. mayo 2024
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Porträt – Cristina Hube

Geschäftsleiterin der Corpeduff

«Eine bessere Welt hinterlassen»

Cristina Hube Antoine ist seit dem 1. Dezember 2023 Geschäftsleiterin der Corporación Educacional Federico Froebel (Corpeduff). Die ehemalige Schülerin der DS Osorno und promovierte Betriebswirtin wertschätzt aufgrund ihrer eigenen Tätigkeit als Dozentin besonders die Arbeit von Lehrern und möchte in ihrer neuen Aufgabe zu «einer effizienten und freundlichen Organisation beitragen und sich dabei in den Dienst der Menschen stellen».

«Die Lehrtätigkeit an der Universität ist in meinem Leben das Schönste gewesen», stellt Cristina Hube beim Rückblick auf die 24 Jahre Tätigkeit im akademischen Bereich fest. «So viele Studenten in all den Jahren ausgebildet und kennengelernt zu haben, herzlich von ihnen umarmt worden zu sein und zu hören, dass man einen wichtigen Beitrag zu ihrer Entwicklung geleistet und ihr Leben positiv beeinflusst hat, auch wenn ich ihnen gegenüber sehr streng und fordernd war – das macht alle Schwierigkeiten wieder wett.» Außerdem bemerkt sie, «mit großartigen Chefs zusammengearbeitet zu haben, die nicht nur wegen ihres Talents, sondern auch wegen ihrer menschlichen Qualitäten, ihrer Großzügigkeit und ihres Einfühlungsvermögens ein Vorbild für mich waren».   

Cristina Hube begann nach ihrem Schulabschluss an der Deutschen Schule Osorno ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens, weil sie meinte, dass es sich «um eine gute Mischung aus Mathematik und Beschäftigung mit Texten handelt, was bis zu einem gewissen Grad auch stimmte». Sie sei eine gute Studentin gewesen, habe Assistenten-Jobs an der Universität angenommen und an vielen akademischen Aktivitäten teilgenommen. «Deshalb wurde ich nach Abschluss meines Studiums sofort an der Universität eingestellt, und ein paar Jahre später beschloss ich, meine Doktorarbeit über den Bereich Innovation und Forschung im Bildungswesen zu schreiben.» 

Sie war Direktorin für das Undergraduate- und Postgraduate-Studium, Direktorin für Entwicklung und Dekanin der Universität Finis Terrae, wo sie von 2012 bis 2023 arbeitete. Vorher war sie an der Universidad Diego Portales zwölf Jahre tätig. Außerdem nahm die Wissenschaftlerin an mehreren Beratungs- und Forschungsprojekten für Unternehmen verschiedener Branchen teil sowie an mehreren Untersuchungen für das Bildungs-, Gesundheits-, Umwelt- und Finanzministerium und sechs Jahre an einem Bildungsprojekt für die Vereinten Nationen.

Was hat sie bewegt, die Stelle bei der Corpeduff anzunehmen? Es war die Kombination verschiedener Aspekte dieser Position, die sie überzeugt habe. Die Frage, die ihr helfe, Entscheidungen zu treffen, lautet: «Was kann ich jeden Tag machen, um den künftigen Generationen eine bessere Welt zu hinterlassen?» Letztendlich habe sie erkannt, dass sie zu diesem Ziel mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen dazu in ihrer neuen Position besonders viel beitragen könne. «Es ist die Mischung von Pädagogik, Bildung und Management, die in meiner Person vereint sind», erklärt sie. Hinzukomme ihr deutscher Hintergrund. Cristina Hube ist sich sicher: «Meine Eltern wären sehr stolz darauf, dass ich diese verantwortungsvolle Aufgabe an der Corpeduff übernommen habe.»

Cristina Hube ist in Valdivia geboren, in Osorno aufgewachsen und hat die Deutsche Schule Osorno besucht. Die Vorfahren ihrer Familie stammen aus Deutschland. Immer noch habe sie Kontakt zu Verwandten in Köln und in Reutlingen. Ihre Familie habe sich immer für die deutsche Gemeinschaft in Chile eingesetzt.

Cristinas Eltern haben ihr «einen ausgeprägten Sinn für Disziplin, Strenge und Sparsamkeit» mit auf den Weg gegeben. «Außerdem ermutigten sie mich, viel zu lesen, auf unsere Umwelt zu achten, großzügig zu sein und Menschen zu unterstützen, die nicht die gleichen Chancen hatten wie ich.» Sie erinnert sich, dass «ihre Mutter sich immer für benachteiligte Gruppen in der Gesellschaft in Osorno eingesetzt habe. Sehr wahrscheinlich hat mir dies ein Gefühl von Verantwortungsbewusstsein gegeben hat, einen positiven Beitrag in der Gesellschaft zu leisten».  

Da sie immer im Bildungswesen gearbeitet, in der Verwaltung von Bildungseinrichtungen, in der Ausbildung von Fachleuten aus der Wirtschaft, aber auch viele Jahre lang als Dozentin an pädagogischen Fakultäten gelehrt hat, weiß sie, «dass Lehrer zu sein, eine sehr noble Aufgabe, aber voller Schwierigkeiten ist, die man sich manchmal gar nicht vorstellen kann». Darum sei es für sie wichtig «eine effiziente und freundliche Organisation herzustellen und sich dabei in den Dienst der Menschen zu stellen». Sie sieht es als ihre Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass alle Mitarbeiter «ihre Fähigkeiten und Talente entdecken – die beste Version von sich selbst». Das motiviere, «um das Beste aus sich herausholen zu können». Nicht ohne Grund wurde Cristina Hube 2023 als eine von 44 Frauen in Führungspositionen ausgewählt, die sich am besten für eine nachhaltige Erziehung in Chile eingesetzt haben. 

Eine der größten Herausforderungen bei ihrer neuen Aufgabe sei es, «das Vertrauen zu allen Menschen, die Teil unserer Gemeinschaft sind, zu stärken, langfristig zu planen und nachhaltig zu sein und dazu beizutragen, die deutsche Kultur in Chile zu erhalten, das Erbe und die Werte, die uns unsere Vorfahren mitgegeben haben, um sie zu bewahren, aber auch eine moderne chilenisch-deutsche Kultur anzustreben und dabei innovativ zu sein».

Ihre Familie, ihr Mann und ihre beiden Kinder, die die Deutsche Schule Chicureo besuchen, sind «eine große Kraftquelle» für sie. Es gebe für sie nichts Schöneres zum Entspannen, «als mit den Kindern zu kuscheln, einen Film zu sehen und dabei Popcorn zu essen».

Foto: Universidad Finis Terrae

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